Italia, Ignoranz und der McDonald's-Einheitsbrei
Eigentlich schade, dass wir Europäer die Sprache unserer Nachbarländer mittlerweile so sehr ignorieren. Ich habe gerade beruflich mit Italien zu tun und finde es echt traurig, dass die kein Deutsch und ich kein Italienisch kann, so dass wir auf das übliche Rudimentär-Englisch ausweichen müssen, den weltweiten Sprachgleichmacher und Kulturnegierer.
Das ist so, als ob es keine regionalen Gerichte mit zahllosen Feinheiten mehr git, sondern nur noch McDonald's. Noch schlimmer: Dieser Trend scheint sich zu verstärken. Ich dachte mit vier Sprachen (darunter das verbindende Latein) läge ich am unteren Rand der Skala. Aber mittlerweile sprchen ja selbst die Anwohner in Grenznähe oft die Sprache des Nachbarn nicht mehr, Jugendliche können nur noch Englisch, wenn überhaupt. Dabei sind Sprachen nun wirklich nicht schwer zu erlernen, wenn man sie denn aktiv spricht. Vielleicht mal ein Grund, zumindest mit Italienisch anzufangen, mal gucken, was bis ans Lebensende dann noch dazukommt...


11 Comments:
Sei froh, dass sie wenigstens Englisch konnten - das ist bei Italienern nicht selbstverständlich, wie ich in meinem Toskanaurlaub feststellen durfte ;)
Dafür kannst du jetzt besser italienisch.
Bei meinem letzten Toskanaurlaub konnte ich tatsächlich meine Russischkenntnisse aufbessern.
wie das?
der knackpunkt ist "aktiv sprechen" ich hatte mal angefangen Japanisch zu lernen (Grammatik is recht einfach, Vokabeln lernen normal, neuer Zeichensatz is halt lernintensiv). Dummerweise habe ich das bissl Wissen was ich hatte recht schnell wieder vergessen weil ich einfach niemanden hatte zum reden/üben.
Es geht ja auch um die Sprache unserer lieben Nachbarn, die wir vernachlässigen, und nicht irgendeine Sprache von irgendwo. Dadurch verlieren wir leider den kulturellen Bezug zu denen und quasseln alle so ein doofes Kinderenglisch miteinander Natürlich sollte man sich auch eine Sprache aussuchen, zu der man einen Bezug hat. Japanisch passt ja nun so gar nicht zu unserer Kultur oder der unserer Nachbarn...
... es gibt bei Cornelsen einen "Turbo-Kurs" für Italienisch der wirklich empfehlenswert ist; "Fit in Italienisch" funktioniert auch mit dem Ting-Stift!
Mi piace!
Kulturen gehören ins Museum oder in die Petri-Schale.
Stimmt schon, Kultur ist nicht jedermanns Sache...
Bitte nicht gleich wieder so patzig, Mick!
Unterschiedliche Sprachen haben sich nicht deshalb entwickelt, weil die Leute es toll fanden, anders zu grunzen als die Primaten hinter der nächsten Hügelkette.
Sprachbarrieren sind lästig und schufen/schaffen jede Menge Probleme. Also reicht es doch, einerseits den lokalen Dialekt zu sprechen, sich global aber in einer Weltsprache zu verständigen.
Die meisten kulturellen Erungenschaften, die irgendwann mal nützlich waren, landeten auf dem Müllhaufen der Geschichte.
Irgendwann hat sich ein Ahn von mir auch entschlossen, den ererbten Faustkeil eines noch weiter zurückliegenden Vorfahren wegzuwerfen, weil das Ding eh' nur noch Staub ansetzte.
Ein kultureller Verlust an Vielfalt ist es hingegen, wenn z.B. von 100 Fernsehsendern 99 eh' das gleiche Programm senden. Da nützt es auch nichts mehr, wenn es unterschiedlich untertitelt oder synchronisiert ist.
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