Mittwoch, 2. März 2011

Im Western was Neues

Warum genau nochmal hat True Grit jetzt keinen Oscar bekommen... und nicht mal einen ordentlichen deutschen Titel?

11 Comments:

At 02 März, 2011 13:29, Anonymous Anonym meint...

Also mir ist "True Grit" lieber als "Das Mädchen, das mit dem Cowboy auf Rachefeldzug geht" oder so. ;) Oder wenn die sich für einen englischen/amerikanischen Film einen neuen Titel ausdenken, der wiederum englisch ist.

 
At 02 März, 2011 13:34, Blogger Mick meint...

Das ist eher ein Zeichen mangelnder Kreativität.

 
At 02 März, 2011 15:02, Anonymous Anonym meint...

Wobei die Geschichte ist ja nicht neu.
Die gab es auch mal mit John Wayne im Film Der Marschall.

Der unterschied ist das John Wayne einen Oscar bekommen hat.
Aber ich liebe Western und werde mir True Grit ansehen.

 
At 02 März, 2011 17:05, Blogger Mick meint...

Sagen wirs mal so: Beide Filme basieren auf demselben Roman unterscheiden sich aber deutlich. Ich habe ihn mir gestern angesehen, war klasse, sehr zu empfehlen. Und sicherlich des einen oder anderen Oscars würdig.

 
At 02 März, 2011 17:54, Anonymous LeDoc meint...

ich habe den Eindruck, dass in den letzten Jahren vermehrt Filme im Originaltitel bei uns vermarktet werden und weniger Fantasietitel kreiert werden. Zumeist gibt es noch einen deutschen Zusatztitel und das war es dann.

 
At 02 März, 2011 19:24, Anonymous Christoph80 meint...

Was würde denn der Übersetzer in Dir vorschlagen? "Echter Schneid" oder "Wahrer Mumm" hab ich schon als Vorschläge gehört.

 
At 02 März, 2011 20:29, Blogger Mick meint...

@LeDoc: Leider wahr, gerade im Bereich guter Lokalisierung wird immer mehr gespart und deshalb viel zu viel der Marketingsabteilung überlassen, statt einen geübten Übersetzer ranzulassen.
@Christoph: Na ja, klingt beides nicht sonderlich attraktiv. Generell gilt ja, dass die amerikanische Seele anders angesprochen werden will als die deutsche. Absolutes Positivbeispiel für einen phantastischen Filmtitel ist "Spiel mir das Lied vom Tod" anstatt des drögen "Once Upon a Time in the West" bzw. dem italienischen Original.
Dazu muss man die Seele und Aussage des Films erfassen und anhand dessen einen schönen Titel generieren,. Einfaches Übersetzen führt meist in die langweilige Sackgasse. Und dazu braucht man eben echte Profis, die ihr Handwerk verstehen und darin geübt sind und nicht irgendwelche Windeier aus dem Marketing, die sich zwischen Sushi-Buffet und Latte Macciato-Pause eben mal was einfallen lassen müssen und aus Faulheit einfach den englischen Titel behalten, der oft, so auch im Fall True Grit, bei uns einfach nicht funktioniert. Frag mal jemanden auf der Straße, was das heißen soll...

 
At 02 März, 2011 21:56, Anonymous Anonym meint...

Bevor sich irgendwer einen Titel aus den Rippen schneidet, soll man lieber den Original Titel lassen. Auch wenn der für viele keinen Sinn macht.

Mein lieblings Western Beispiel ist "Zwei glorreiche Halunken" wo ich immer an Bud Spencer und Terence Hill denken muss. ;)

 
At 02 März, 2011 22:36, Blogger Mick meint...

Na ja, "The Good, the Bad & the Ugly" ist ja schon ziemlich sperrig. Leider greift die deutsche Unsitte, Titel nicht mehr zu übersetzen auch schon auf Bücher über...

 
At 02 März, 2011 23:22, Anonymous Anonym meint...

Wobei "Spiel mir das Lied vom Tod" für mich ein Negativbeispiel ist.
1. geht dem Film eine durchaus nicht ganz unwichtige Information verloren, nur weil in der Synchronisation ja irgendwo der Titel untergebracht werden musste ("Keep your lovin’ brother happy" vs "Spiel mir das Lied vom Tod") und
2. allein der Originaltitel schon dem Betrachter eine zusätzliche Sichtweise eröffnet

Und warum "The Good, the Bad & the Ugly", ein Titel, der impliziert, dass der Film von DREI Personen handelt, mit "ZWEI glorreiche Halunken" übersetzt wurde, werde ich wohl auch nicht verstehen müssen.

Aber nun zum eigentlichen Thema:
Du sagst "Dazu muss man die Seele und Aussage des Films erfassen und anhand dessen einen schönen Titel generieren,. Einfaches Übersetzen führt meist in die langweilige Sackgasse.", ich aber bin der Meinung, dass genau das nicht stimmt. Der Titel gehört, genau wie der Film/das Buch selbst zum Gesamtwerk. Oftmals steckt hinter dem Titel eben keine reine PR, sondern er ist aus anderen Gründen bewusst gewählt worden. Genau diese Intention des ursprünglich Verantwortlichen möchte ich dann aber auch mitbekommen und nicht irgendeinen ganz anderen "Phantasietitel", den irgendein Übersetzer toll fand; das ist für mich eine Todsünde.

Wenn ich schon ein Buch/einen Film nicht in der Originalsprache lesen/gucken kann, so nehme ich gerne, einige sperrige, unschöne Formulierungen in Kauf, wenn ich, und das betrifft eben auch den Titel des Werks, mir im Gegenzug sicher sein kann, dass mir die Schreibweise und der Geist des Originals so akkurat wie nur möglich vermittelt wurde. Daraus folgt für mich, dass wenn übersetzt wird, dann bitte möglichst wortgenau/sinntreu.

 
At 03 März, 2011 00:23, Blogger Mick meint...

Dein Ansatz führt nur dazu, dass Filme und Bücher hierzulande weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, einfach weil der Titel nicht verstanden wird oder sperrig klingt. Ein besonders gutes Beispiel ist etwa John Irvings "Gottes Werk und Teufels Beitrag" Irgendjemand im Diogenes Verlag ist auf diesen wunderbaren Titel gekommen, der glücklicherweise auch für den Film übernommen wurde. Was meinst du wohl wie gut der Originaltitel "The Cider House Rules" angekommen wäre? Unschöne, sperrige Formulierungen sind die Bankroterklärung jedes Übersetzers. Das Ziel muss immer sein, jeden fremdsprachlichen Ausdruck durch das korrekte deutsche Wort zu ersetzen und dabei darauf zu achten, dass das Ganze auch nioch verständlich bleibt.
Ein anderes Beispiel aus der Computerspielbranche. In Monkey Island 1 übersetzte der geschätzte Kollege Boris Schneider das "Root Beer" mit "Malzbier". Dabei wusste er natürlich genau, dass Rootbeer kein Malzbier ist. Doch wer hierzulande kennt schon Rootbeer? Das Malzbier war in dem Fall die völlig legitime Wahl, einfach weil das Verständnis erhöht würde gegenüber der wortgetreuen Übersetzung. Ähnliches gilt z. B. auch für das gern verwendete "Fuck" im US-Englischen. Das mit "Verfickt" zu übersetzen trifft einfach nicht die Tonalität des Originals, einfach weil das in unserer Sprache völlig unüblich ist. Ein "Verdammt" dagegen, trifft erheblich genauer, was im Original mit "Fuck" gemeint war.
Für Leute die deinen Maßstab anlegen ist das unübersetzte Original besser geeignet. Doch wenn übersetzt wird, dann muss man das ganz machen und da gehört der Titel nun mal zu.
Und zum Lied vom Tod: Der Titel war so erfolgreich, dass er sogar Eingang in die deutsche Sprache geunden hat, weit über die Bedeutung des Films hinaus. Dafür kann man eine kleine Ungenauigkeit, die Sinn und InhaLt des Films kein Iota verändert mit Leichtigkeit hinnehmen.

 

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