Mittwoch, 11. März 2009

Exakt im Profil

Hmm... heute hat so ne Psychotante sich bei RTL über das Profil von Amokläufern ausgelassen. Als ich mal in nem K-Mart mit zwei Waffenzeitschriften, einem Soldier of Fortune und zwei 500er Packungen Aspirin stand, wurde ich selbst in Amiland komisch angeguckt.

22 Comments:

At 12 März, 2009 00:43, Anonymous Anonym meint...

Meinst Du jetzt magazine über Waffen, oder echte Munitionsmagazine ?

 
At 12 März, 2009 01:34, Anonymous m. bay meint...

Ich glaube, die gibts so im K-Mart nicht, nur Munition. Also Magazine über Waffen.

Andererseits ist der Blick an der Tanke auch in Deutschland immer ein anderer, je nachdem ob ich GS oder FHM kaufe.

Und der bei der FHM ist nicht der Feindseligere.

 
At 12 März, 2009 06:20, Anonymous K. Fromme meint...

RTL? Die sind doch völlig schmerzfrei! Der 17-jährige Tim K. erschießt 15 Menschen und was sendet RTL um 20.15?

Teenager außer Kontrolle!

 
At 12 März, 2009 10:57, Blogger Mick meint...

@anonym: ups, das war wirklich mißverständlich. Gemeint waren natürlich Zeitschriften, habe es gerade im Text geändert. Danke für den Hinweis. .-)
@m.bay: frag mal in einem normalen Buchladen nach einem Buch über moderne Militärtaktik. DA ernteste echt finsterste Blicke...
@K.Fromme: och, ich verstehe immer diese gekünzelte Aufregung nicht und Sender wie das ZDF, die vor lauter falscher Betroffenheit gleich das ganze Programm ändern.

 
At 12 März, 2009 15:42, Anonymous Arkilein meint...

Auch schön, wie zuverlässig die alle ermitteln. Da werden einfach mal gefälschte Chatdialoge von Krautchan als Beweismittel eingesetzt. Klasse! ^^

 
At 12 März, 2009 16:38, Blogger Mick meint...

ja, die schöne alte Journalistenweisheit: "Erst recherchieren, dann berichten" scheint heute nicht mehr zu gelten...

 
At 12 März, 2009 19:46, Anonymous Sempai meint...

Ich bin mittlerweile immun gegen die üblichen Amoklaufphrasen, vor allem gegen das Thema "Killerspiele sind schuld". Leider ist die deutsche Schützenvereinlobby so stark, dass nicht mal hinterfragt wird, warum eine Privatperson zig Waffen und massig Munition zu Hause haben muss. Sollen sie doch alles an Spielen verbieten, dann bekommen halt die ausländischen Händler jeden Monat meine 100 €uro für Spiele und mein lokaler Handel hat Pech gehabt.

 
At 12 März, 2009 21:45, Blogger Webtures meint...

Also die Berichterstattung momentan ist sogar noch relativ differenziert: In mehreren Beiträgen, die ich heute im Radio oder TV verfolgt habe, wurde eher in Frage gestellt, auch von vermeintlichen "Kriminalexperten", dass Spiele allein so etwas bewerkstelligen würden...

Auch im Vorabendprogramm der Privatsender, welches seit jeher für extremen Boulevard-Journalismus steht, waren heute nur Klassenkameradinnen zu hören, die sich eher darüber ausliessen, dass ja "alle Jungs halt so Spiele spielen" würden...
...also noch eher harmlos. Von Killerspielen habe ich jedenfalls in den letzten Tagen nicht so viel gehört...

 
At 12 März, 2009 23:32, Anonymous Dietmar meint...

[zitat heise.de]
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat nun seine im vorigen Jahr geäußerte Forderung nach einem Verbot so genannter Killerspiele erneuert. Gegenüber dem Radiosender Bayern 2 sagte er, es müsse generell klar gesagt werden, dass Spiele erhältlich seien, die offenkundig gerade bei jungen Menschen Hemmschwellen herabsetzten.
[/zitat]

Wo kriegen die in Bayern eigentlich immer diese skurrilen Innenminister her? Werden die irgendwo in einem abgelegenen Alpental in Geheimlaboren gezüchtet?

 
At 13 März, 2009 06:32, Anonymous Anonym meint...

Ich bin mir nicht mehr so sicher, dass Ego-Shooter keinen Einfluss auf solche Leute haben. Wer immer mehr sozial verwahrlost und nur noch vor seinem Rechner hängt, der kann irgendwann wohl nicht mehr zwischen Spiel und Realität unterscheiden. Das mag vielleicht nur auf einen von 100.000 Spielern zutreffen, aber auch das reicht schon. Aber natürlich ist auch richtig, dass ich als Privatperson keine 15 Schusswaffen zu Hause haben muss.

 
At 13 März, 2009 08:31, Blogger Webtures meint...

Zum Thema Ego-Shooter: Ebenso undifferenziert wie die Meinungen der Gegner bestimmter Computerspiele, sind wahrscheinlich auch die Aussagen der Befürworter - nur eben ins andere Extrem.

Jeder der schonmal etwas intensiver gezockt hat in seinem Leben, kennt Situationen, wo man das Joypad am liebsten an die Wand schmeissen würde. Das würde ich noch nicht als Förderung von Aggressivität betrachten, beim Sport passiert es ebenso, dass man vor Enttäuschung über eine missglückte Leistung mal herzhaft gegen die Bande tritt und flucht... oder ähnlich...
Dadurch wird niemand zum Killer!

Solange die Gegner von "Killerspielen" dies aber medienwirksam so darstellen - solange werden die Befürworter solcher Games diese Argumente einfach nur ablehnen - zu abwegig und extrem sind sie! Und so offensichtlich ist es leider nicht...

Fakt ist nun mal auch, dass z.B. die US-Armee speziell entwickelte Ego-Shooter zu Trainingszwecken für die Soldaten einsetzt. Dort sollen sie lernen, in der Hektik des Einsatzes die Übersicht zu wahren, taktische Entscheidungen und Auswirkungen einschätzen und unter dem Dauerstress bestehen. Offenbar sind solche Programme dazu geeignet, Fähigkeiten, die für das Kriegführen von Bedeutung sind, anzutrainieren und zu schulen. Nun wird Pummelchen nicht zum Supersoldat, nur weil er drei Runden Counterstrike spielt... das wären wieder die plakativen Argumente bayrischer Politiker...

Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass nach langjährigem Wiederholen immer der gleichen Situationen (da sind unsere Ego-Shooter ja leider oft sehr innovationslos...) eine Art "Gewöhnung" an taktische Situationen eintritt... eine Art Gewöhnung an die Bilder von Gegnern, die je nach verwendeter Waffe zusammensacken oder weggeschleudert werden. Was bei D**m oder Wolf****ein 3D noch unfreiwillig komisch wirkte, ist bei aktuellen Games wie CoD5 mittlerweile so realistisch und bedrückend dargestellt, dass mir als langjährigem Zocker schon bei der einen oder anderen Szene ein leichter Schauder über den Rücken lief!
Und so bleibt die Frage, ob nicht doch ein kleines bisschen was dran ist an der Theorie, dass intensiver Konsum solcher Games eine Art "Gewöhnung" oder sogar "Abstumpfung" erzeugt...

 
At 13 März, 2009 13:13, Blogger Mick meint...

ach die alte Story. Sehe ich übrigens völlig anders. Man lernt am PC nicht den Umgang mit Waffen. Es ist etwas völlig anderes mit der Maus herumzufuchteln, als eine echte Waffe zu führen. Ich lerne ja auch nicht autofahren, nur weil ich Need for Speed spiele. Und wer Polygone wegballert, gewöhnt sich nicht an Gewalt, noch stumpft er ab. Das eine ist Spiel, das andere das wahre Leben. Das sind im wahrsten Sinne des Wortes zwei Welten. Mich stört auch am meisten dieser Automatismus. Einer ballert wo rum, schwups schreien irgendwelche medienberufenen Leute nach Shooter-Verbot und einem strengeren Waffengesetz. Früher waren es Comics, dann "Horrorvideos" und momentan sind es schon eine ganze Weile die Computerspiele. Wie wäre es, wenn man mal den Täter für seine Taten verantwortlich macht? Und nicht die Eltern, Lehrer oder sonst wen als Entschuldigung benutzt.

 
At 13 März, 2009 13:33, Anonymous Scattered Mind meint...

»Wer immer mehr sozial verwahrlost und nur noch vor seinem Rechner hängt, der kann irgendwann wohl nicht mehr zwischen Spiel und Realität unterscheiden.«

Studien zeigen eigentlich eher das Gegenteil, nämlich dass die Sicht auf Spiele/Filme/etc. differenzierter wird, je länger man sich damit auseinandersetzt. Was wohl eher das Problem ist, ist der allg. Realitätsverlust, den Menschen oft erleiden, die in der Realität nicht zurecht kommen, sei es wegen schlechten Noten, dem Verlust von Familie/Job/Wohnung, dem Spott anderer usw. Vermutlich kann bei einer solchen Person, einem Menschen mit massiven psychischen Problemen, auch ein Ego-Shooter dazu beitragen, die Stabilität noch weiter zu verschlechtern, jedoch ist das Problem doch eindeutig woanders zu suchen.
Um von Spielen, Filmen o.ä. in einem solchen Maße beeinflusst zu werden, muss man, sofern es überhaupt möglich ist, bereits, und ich bitte den Begriff hier keinfalls negativ aufzufassen, krank sein.

»Das mag vielleicht nur auf einen von 100.000 Spielern zutreffen, aber auch das reicht schon.«

1. ist die Schätzung 1:100.000 schon stark daneben gegriffen

2. reicht das eben imho nicht. So tragisch ein solches Ereignis auch ist, aber der Staat soll das Recht haben, nur weil bei einem verschwindend geringen Anteil von psychisch labilen Menschen auch nur der geringste Verdacht besteht, ein "Killerspiel" könne als eine Art Auslöser fungieren, massive Zensur zu betreiben?! Beim nächsten Menschen ist der Auslöser dann was anderes, also verbieten wir das dann auch einfach? In meinen Augen wäre ein solch pauschales Verbot eines demokratischen Staates unwürdig.

Was derzeit geschieht ist doch immer dasselbe: die Politiker versuchen sich durch gezielte Stimmungsmache in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Denn welcher Politiker wird wohl gewählt? Derjenige, der sagt, dass er das Problem mit einem simplen Verbot bewältigen kann oder derjenige, der sagt, dass wir massive Probleme haben, unsere sozialen Kompetenzen mehr und mehr verkümmern und sich doch jeder mal an die eigene Nase fassen soll? Die Medien stimmen in den ganzen Zirkus schließlich auch freudig mit ein. Nicht, weil sie von der Sache überzeugt wären, sondern nur aus einem Grund: Quote. Und ein Amoklauf in Verbindung mit etwas Propaganda scheint da nun mal weit höher im Kurs zu stehen, als weit größere Massaker in Afrika oder sonst wo auf der Welt.

 
At 13 März, 2009 14:52, Anonymous Sempai meint...

@Dietmar:
Aus dem Süden kam in den letzten 100 Jahren nur Schlechtes an Politikern. Nicht umsonst bin ich für einen Verkauf von Bayern an Österreich sowie dafür den Kauf von wenigstens Ostpreußen von Russland ;).

@Mick:
Jeder, der mal beim Bund war, wird das bestätigen können. Wer das erste mal selbst nach zig Jahren Actionspiele eine Waffe abgefeuert hat, kennt den Unterschied.

Leider ist alles beim Alten: Es ist einfacher, auf "Killerspiele" zu schimpfen als von den paar Milliarden für die Bankenbosse ein paar Milliönchen für Schulpsychologen abzuzwacken. Und jeder, der schonmal Mobbingopfer war (ich war es vor 10 Jahren für ein Jahr in der 10. Klasse), der weiß, wie dreckig es einem geht und was man für eine Wut aufstaut.

 
At 13 März, 2009 15:33, Blogger Mick meint...

Das ist aber keine Ausrede fürs Rumballern. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und nur weil nicht alles läuft, wie mans gerne hätte, kann man nicht einfach Leute abballern. Die Schuld liegt beim Täter, nirgendwo anders.

 
At 13 März, 2009 18:59, Anonymous Sempai meint...

Natürlich ist das keine Ausrede,es ist aber traurig, dass solche Probleme von Lehrern, Politikern und der Öffentlichkeit tot geschwiegen werden und lieber neue Medien als Sündenbock darstehen.

 
At 13 März, 2009 21:50, Blogger bd_1979 meint...

Die Frage die sich vielen stellt, was hat die Person dazu getrieben so zu werden wie sie ist, hätte man was ändern können, hätte man es verhindern können, kann man es in Zukunft verhindern ?

Einfach zu sagen der Täter ist schuld ist zu einfach - auch wenn die Aussage richtig ist. Wenn man das Thema so abschließen will, klingt das für mich nach aus den Augen aus dem Sinn ... und wann fängt man an sich zu Fragen was die Ursachen sind , nach dem 2ten, 3ten , 10 mal ??


Und ich finde wie einige Vorredner auch dass einige Ballerspiele für meinen Geschmack zu realistisch aussehen, aber man kann nicht davon ausgehen dass ein gesunder Mensch deswegen abstumpft und Menschen weniger achtet. Für Leute die gar keine Spiele kennen sieht das auf den ersten Blick halt schon beängstigend aus ... aber wenn Tom und Jerry sich die Rübe einschlagen verliert man ja auch nicht den Blick zwischen Realität und Unterhaltung.

 
At 13 März, 2009 22:10, Anonymous Dietmar meint...

"Die Schuld liegt beim Täter, nirgendwo anders."

Das soziale Umfeld hat offensichtlich gepennt. Solche Zeitbomben explodieren nicht ohne Vorwarnung. Und irgendwo her müssen der Frust und die Wut kommen, die letztlich zu so einer Tat führen.

 
At 14 März, 2009 00:23, Blogger Mick meint...

@Dietmar:Der Gedankenansatz geht von der falschen Annahme aus, daß der Mensch von Natur aus gut ist und von der Umgebung böse gemacht wird. Es ist aber genau umgekehrt: Der Mensch neigt zum Bösen und wird durch die Zivilisation im Zaum gehalten.
@bd: Diese Fragen sind müßig. Das wird immer wieder passieren, dagegen machen kann man nix. Gesetze können nicht vor allem Unheil schützen, sonst leben wir schnell in einer Diktatur mit Gedankenkontrolle. Gemessen an 80 Millionen Menschen hierzulande (oder weltweit 5 Milliarden) ist ein Amokläufer ab und zu nur die statistische Abweichung von der Norm.

 
At 14 März, 2009 04:50, Anonymous Anonym meint...

Gut/Böse - dualistische Einteilungen, die schon existierten, als noch Kambyses seine Armeen ins ewige Sandmeer schickte...

Der Mensch neigt weder zum Guten, noch zum Bösen. Er wird weder vom Satan verführt, wie es im Gewande der Religion heißen könnte, noch von Gott geführt. Er ist das Dasein, das ins (scheinbare - was zu unterstellen zuviel ist, und zu hoffen zuwenig.) Nichts hinausgehalten wird. Für euch mögen die obigen Erklärungsmodelle ausreichen, aber einer wissenschaftlichen Betrachtung können sie nicht genügen.

Ein soziales System ist indes daran interessiert solche Leckstellen auszuschalten. Das Echo, welches tausendfach auf den Bildschirmen widerhallt, ist indes nur ein traumatisiertes, kaum in der Lage das Geschehene sich selbst begreiflich zu machen. Die Systeme greifen ineinander - ihre Beschreibungsmodelle/ziele divergieren indes (wie es auch hier bereits festgestellt worden ist)

Was bleibt, ist eine Tat und ein in den Köpfen rauschendes Echo, eines das auf Wochen oder auf Jahre hin bleiben wird, je nachdem wie man zur Tat positioniert ist.

 
At 14 März, 2009 13:24, Blogger Mick meint...

Ob diese "Erklärungsmodelle" einer wissenschaftlichen Betrachtung genügen oder nicht ist völlig uninteressant. Was zählt: Es stimmt, der Mensch macht von Natur aus alles, was er will. Nur unsere zivilisatorischen Regeln zügeln ihn... den einen mehr, den anderen weniger. So ist das Leben nun mal. Merke: Das Leben ist kein abstrakter Begriff, über den man sich in intellektuellen Debatierclubs trefflich austauschen mag, es geschieht einfach, ganz egal, was irgendwelche Wissenschaftler so glauben.

 
At 14 März, 2009 17:31, Blogger bd_1979 meint...

Das was halt auffällt ist, dass vor 20 Jahren nicht über Amokläufe in Schulen berichtet wurde ... ob es die in irgendeiner Form gab oder auch nicht.
In der jetzigen Dekade wurde über einige Berichtet, 10 Jahre davor so gut wie gar nicht und 20 Jahre davor wahrscheinlich gar nicht. Amokläufe gab es schon immer aber einer dieser Wahnsinnigen hat als erster in der Schule einen gemacht und nun machen es wohl nach.

 

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