Freitag, 31. Oktober 2008

Wo die Promis einkaufen

Neulich: Ich: »Ich möchte das hier gerne umtauschen.«
Verkäufer: »Welche Grund?«
Ich: »Ich möchte das hier gerne umtauschen.«
Verkäufer: »Sagst du mir Grund. Muss ich wissen.«
Ich: »Ich möchte das hier gerne umtauschen.«
Genervt reißt er mir den Quittungszettel aus der Hand und tippt irgendwas in seinen Computer ein.
Verkäufer: »Name und Wohnort.« Dabei streckt er mir aggressiv sein Kinn entgegen.
Ich: »Perry Rhodan, Milchstraße 1, 12345 Solares Imperium.«
Brav tippt er das in seinen Rechner, wobei ich ihm »Rhodan« auch noch buchstabiere. Dann schmeißt er einen Zettel auf den Verkaufstresen.
Verkäufer: »Gehst du damit Kasse. Kriegst du Geld.«
Es geht doch nichts über guten Service. Mal gucken, was sein Chef dazu sagt, daß Prominente wie der Großadministrator des Solaren Imperiums in seinem Laden Sachen umtauschen.

49 Comments:

At 31 Oktober, 2008 16:03, Anonymous Arne meint...

Was hast du denn schönes gekauft? Und wieso umtauschen, du hast es doch gegen bares zurückgegeben :) Hättest du gleich gesagt "zurückgeben" hätte der Verkäufer auch nicht nach dem Grund für einen Umtausch gefragt :p Das mit der Adresse find ich aber cool, werd ich auch mal probieren :)

 
At 31 Oktober, 2008 16:18, Blogger Mick meint...

Für mich ist Umtauschen und Zurückgeben nun mal dasselbe. Und den Bolzen geht es dabei absolut nix an, warum ich das mache, wie ich heiße und wo ich wohne. Wenn er freundlicher gewesen wäre, wäre ich das vielleicht auch gewesen. vielleicht lernt er ja fürs Leben daraus obwohl ich das arg bezweifle, denn offensichtlich scheint er ja nicht mal zu wissen, daß man Kunden nicht duzt.

 
At 31 Oktober, 2008 17:37, Anonymous Sempai meint...

Manche Menschen sollten wirklich nicht in diesem Beruf arbeiten. Wenn mir Firmen ein Umtauschrecht anbieten, will ich das auch nutzen und das ohne "Weil mir xy nicht gefällt."

PS: Wobei das mit Perry Rhodan schon klasse war ;)

 
At 31 Oktober, 2008 20:34, Anonymous Anonym meint...

... neulich, in dem Markt, wo sie immer die Werbung machen, mit den space-igen Damen im space-igen Raumanzügen mit den dicken ... aber lassen wir das, darum geht es nicht ...

... also, ich steh da an der Kasse, bin gerade im Begriff zu bezahlen, da ereignet sich das:

Thusnelda an der Kasse (Hinweis: ich meine jetzt nicht die Gattin des Arminius; hier im RGB bezeichnen wir unterbelichtete Damen schon mal so!) ...

Thusnelda: Hallo ... Postleitzahl!

Ich (Kunde, eigentlich König!):?

Thusnelda: ... ich brauche "Deine" PLZ für so ne Umfrage, also PLZ!

Ich: Ich nehme an keiner Umfrage teil, es sei denn, Sie bezahlen mir etwas dafür oder geben mir 20% Nachlass auf den gerade gekauften Artikel!

Thusnelda: "Ich bin doch nicht blöd!"

Ich: Ich dachte Sie arbeiten bei Saturn?

Thusnelda: ... "watt"?

Ich: Der Spruch ist vom Media-Markt!

Thusnelda: ... "dat" is eh egal, wir sind alle von "ein" Verein ...

Ich: Kann schon sein, dass Media-Markt und Saturn zum Metro-Konzern gehören; aber es sind zumindest rechtlich getrennte Einheiten; das sind aber Firmen; ein Verein ist was anderes!

Thusnelda: ... krich ich jetzt die PLZ?

Ich: Nein, ich nehme nicht an der Umfrage teil, es sei denn ...

Thusnelda: *tippt in dem Moment eine Zahl in das Kassensystem ein*

Ich: Was machen Sie da?

Thusnelda: "Dat" geht "Ihnen" nix an (Hinweis: "Ihnen" wurde von Thusnelda gewählt, weil neben der immer länger werdenden Schlange vor der Kasse mit genervten Kunden, auch der Mann von der Sicherheitsfirma (für den Herrn muß ich mal eine Lanze brechen, der Herr war ordentlich gekleidet und konnte sich ordentlich ausdrücken) langsam aufmerksam wurde!

Ich: Verfälschen Sie da gerade die Statistik und ordnen Sie meinem Einkauf eine falsche PLZ zu, womöglich die der Kundin, die vor mir eingekauft hat; welche PLZ haben Sie gerade eingegeben?

Thusnelda: XXXXX

So, ich will das dann mal kurz machen, denn die Story geht noch ein paar Minuten weiter; am Ende hat es der Leiter der Filiale gerichtet; ich hätte nämlich beinahe den Artikel nicht gekauft, habe am Ende doch 20% Nachlass bekommen und nicht an der Umfrage teilgenommen; für Tante Erna an der Kasse wird das vielleicht nach Aussage des Filialleiters noch ein Nachspiel haben; irgendwie in diesen Zeiten bestimmt nicht so toll für die Frau; aber vielleicht überlegt sie sich beim nächsten Mal vorher, dass ein Markt von seinen Kunden lebt!

 
At 31 Oktober, 2008 20:52, Anonymous JohnnyJustice meint...

Es ist in der Tat, so das es den Händler durchaus etwas angeht warum und wieso du etwas reklamieren möchtest. Zumindest wenn kein offensichtlicher Sachmangel vorliegt, da sind sich die meisten Kunden leider nicht bewusst drüber. Ein Umtausch ohne Sachmangel geschieht immer nur aus Kulanz. Wenn das Produkt einfach nicht gefällt läuft das (juristisch betrachtet) unter: "Pech gehabt, nächstes mal besser überlegen."

Wenn das Gespräch tatsächlich so statt gefunden hat ist das natürlich absolut unmögliches Verhalten einem Kunden gegenüber.
Geht auch alles höflich. "Was ist denn damit nicht in Ordnung?" oder sowas in der Richtung. Da hättest du dann bestimmt auch anders reagiert.

Die Frage nach dem Warum ist berechtigt, man muss halt irgendwas auf den Bon schreiben können. Bürokratie is da leider Branchenübergreifend, und es wurden schon Leute wegen so Kleinkram entlassen.

Ich arbeite zum Glück in einem Unternehmen in dem wir immer alles zurücknehmen, daher hab ich dies bzgl. wenig Stress. Aber es ärgert schon ein wenig. für wie selbstverständlich manche Kunden das halten.

 
At 31 Oktober, 2008 20:59, Anonymous Dietmar meint...

Mick, was hast Du denn zurückgehen lassen? Die Premium-Version von Alarmstufe Rot 3? ;-)

 
At 31 Oktober, 2008 22:32, Blogger Mick meint...

@anonym: Super, 20 Prozent sind ein schöner Erfolg.
@jonny: Mir als Kunden ist es egal, warum der Laden was zurücknimmt. Also kann es dem Laden auch egal sein, warum ICH das zurückgebe. Mein Name und meine Adresse gehen die übrigens gar nix an. Und wenn sie rumzicken beim Umtausch, tja, dann heißt es: Pech gehabt, beim nächsten Mal kaufe ich hier einfach nicht mehr ein. Und wenn ein Laden eine umständliche Bürokratie hat, ist das auch nicht mein Problem. Werde ich nicht wie ein König behandelt, reagiere ich eben wie einer.
@dietmar: nee, das spiele ich ja gerade erst.

 
At 31 Oktober, 2008 23:10, Anonymous computerfuzzi meint...

Naja, zumindest sollte man dem Laden die Chance geben, zu erfahren, ob das Gerät jetzt defekt ist oder einfach so zurückgegeben wird. Ok, das hätte der Typ auch erklären können, ich mache es jedenfalls immer. Und auch wenn die Drohung "dann kaufe ich da eben nicht mehr" in der Luft steht - hey, ein RECHT auf die Rücknahme gibt es nicht, das ist immer noch Kulanz des Ladens. Ab und an wäre es auch mal nett, wenn nicht nur die Verkäufer sich um Freundlichkeit bemühen sondern sogar die Kunden ;) ..

Davon abgesehen finde ich deine Adressangabe aber auch klasse :D .. Allerdings habe ich immer die Sorge, daß es da draussen genau Leute gibt, die kichernde Verkäufer als unprofessionell bezeichnen würden ;) ..

 
At 31 Oktober, 2008 23:26, Anonymous JohnnyJustice meint...

Du bist absolut im Recht im Bezug auf das Verhalten des Verkäufers. Uproffessioneller geht es kaum.

Aber das der Kunde König ist, ist einfach Quatsch und das man so behandelt wird sollte man auch nicht erwarten. Man begegnet sich auf Augenhöhe.

Das der Kunde bei Reklamationen nach wie vor häufig als unliebsamer Bittsteller verstanden wird finde ich auch traurig. Jeder halbwegs gut ausgebildete Verkäufer sollte wissen das ein erfolgreicher Umtausch enorm zur Kundenbindung beiträgt.

Jeder Kunde der etwas kauft, sorgt dafür das ich am Ende des Monats meinen Lohn erhalte. Wenn mein Arbeitgeber mich aber aufgrund irgendwelchem bürokratischem Unfug (für den der Kunde natürlich nichts kann) entlässt, kann der Kunde aber auch nichts mehr zu meinem Lohn beitragen.

 
At 31 Oktober, 2008 23:27, Anonymous JohnnyJustice meint...

Achja... Computerfuzzi hat in allen Punkten recht. ^^

 
At 01 November, 2008 01:10, Blogger Mick meint...

@computerfuzzi: Wenn es defekt gewesen wäre, hätte ich es ja reklamiert und nicht umgetauscht. Und ich habe zumindest den Anstand besessen und höflich "Guten Tag" gesagt. Und das ist keine Kulanz, die mir gewährt wird, sondern eine notwendigkeit, wenn der Laden überleben will. Es ist ja nicht so, daß es nicht genügend Konkurrenzläden gäbe, wo man einkaufen könnte. Dieses "Nu stellen Se sich mal brav an und warten Se, bis Se dran sind"-Verhalten aus früheren Tagen ist heute gottseidank Geschichte.
@Jonny: Nö, man begegnet sich nicht auf Augenhöhe. Ich als Kunde finanziere den Laden. Letztlich bestimme ich (natürlich mit dem Rest der Kunden zusammen) wer überlebt und wer nicht. Höflichkeit ist allerdings bei mir eine Selbstverständlichkeit. Die verschwindet aber in dem Moment, wo mir einer blöd kommt.

 
At 01 November, 2008 01:14, Blogger Mick meint...

@computerfuzzi: Noch eins von wegen König Kunde: Geh mal in Amiland in einen Laden. Da wird jeder mit "Sir" oder "Ma'am" angesprochen, ein strahlendes Lächeln ist Pflicht und Reklamationen oder Umtausch werden dienstbeflissen und höflich ausgeführt. Das habe ich schon zigmal da erlebt. Aber bis in die hiesige Servicewüste hat sich das noch nicht rumgesprochen.

 
At 01 November, 2008 02:10, Anonymous Anonym meint...

Keine Frage, unfreundliche Verkäufer nerven, aber auf die überkandidelte, aufgesetzte Ami-Freundlichkeit, die letztlich nur darauf basiert, dass die unterbezahlten Verkäufer ihren 4$/Std. behalten möchten, kann ich aus den verschiedensten Gründen gerne verzichten.

Das hat dort ja weniger mit König Kunde als mit Sklave Angestellter zu tun.

 
At 01 November, 2008 10:08, Anonymous computerfuzzi meint...

@Mick : Ich versuche es auch eher "amerikanisch" zu halten, zufriedene Kunden sind mir persönlich enorm wichtig und ich verstehe den einen oder anderen Kollegen nicht, der das anders sieht. Allerdings habe ich auch glück mit "meinem" Geschäftsführer, der steht nämlich auch zur serviceorientierten Arbeitsweise. Ein paar Meter nebenan ist eine Filiale einer bekannten Elektronik-Kleinkram-Apotheke, wo generell erst einmal gar nichts umgetauscht oder zurückgenommen wird, defekte Geräte werden halt stur eingeschickt, egal wann die gekauft wurden. Muss zugeben, daß ich sehr fröhlich bin, wenn deren ehemalige Stammkunden zu uns abwandern.

Es gibt aber übrigens auch genug Kunden, die sich auch nicht an die Spielregeln des freundlichen Miteinanders halten wollen oder können. Und unfreundliche, patzige oder einfach nur offensichtlich betrügerische Kunden werden auch von mir nicht mit aller Kulanz und freundlichkeit behandelt sondern bekommen im schlimmsten Falle "Dienst nach Vorschrift" zu spüren. Ein paar Fälle finden sich in meinem Blog, manchmal kräuseln einem sich die Nackenhaare..

 
At 01 November, 2008 13:54, Blogger Mick meint...

@anonym: Wer sich selbst als Sklave sieht, hat im Dienstleistungssektor eh nichts verloren. Allerdings wird der es auch in anderen Berufen schwer haben. Egal was man macht, man sollte es gut machen. Schlechte Bezahlung ist keine Ausrede dafür.

 
At 01 November, 2008 15:12, Blogger PropheT meint...

...welche Adresse stimmt denn jetzt? Baldham oder Solares Imperium?

 
At 02 November, 2008 18:09, Blogger Michael meint...

@Mick: Wenn du Ihnen nicht sagen willst warum du es zurückgeben willst müssen sie es nicht zurücknehmen... Wenn es nicht kaputt ist, dann hat man da als Kunde keine Rechte :)

 
At 02 November, 2008 19:19, Anonymous Unlogicial meint...

@michael
das ist soweit richtig, aber selbst wenn da nen Fehler vorliegt hat man kein Recht auf Rückgabe, man muss dem Händler erst 2 mal die Möglichkeit zur Nachbesserung geben, erst danach darf man vom Kauf zurücktreten, alles andere ist pure Kulanz...

Wobei man sich natürlich immer überlegen muss, ob der Kunde jemals wieder kommt, wenn ich mich übermäßig querstelle...

 
At 02 November, 2008 23:45, Anonymous Dietmar meint...

Die Praxis zeigt, dass die großen Handelsketten sowohl beim Umtausch als auch bei Reklamationen keine Probleme machen.
Anders sieht das bei kleinen Fachhändler aus, die jeden Umsatz brauchen. Und wenn man dann nur Laufkundschaft ist, die eh' nie wieder kommt...

 
At 03 November, 2008 02:39, Blogger Mick meint...

@Michael: Wenn ich bei einem Händler auf mein Recht pochen muss, dann macht der sowieso was falsch und ich ginge da nie wieder hin.
@unlogical: eben, wenn ein Händler Zicken macht, geht man einfach nicht mehr da hin. Das sollte jedem bewusst sein. Nur scheint das bei einigen dieser Herrschaften noch nicht angekommen zu sein. für die (besonders gern findet man dieses Exemplar beim ach so armen, kleinen Fachhändler) ist der Kunde sowieso nur ein DAU und Bittsteller. Nur heute geht das nicht mehr. Da haben die Herrschaften eben Pech gehabt.
@dietmar: der "kleine Fachhändler" macht aber einen großen Fehler, wenn er sich an jeden Euro klammert. Denn so hält man keine Kunden, geschweige denn gewinnt man neue. Sowas nennt man Service und wer den nicht bietet, geht eben unter.

 
At 03 November, 2008 17:39, Anonymous Furioso meint...

Mick hat mit seiner Kritik durchaus recht. Auf dem Markt zählt letztlich wer den besten Service liefert. Alles Andere ist Augenwischerei. Im Übrigen wollte ich noch anmerken, dass es für den Arbeitgeber mehr als unproduktiv ist, die eigenen Mitarbeiter unzufrieden zu stimmen. Wer daher seine eigenen Mitarbeiter wie Sklaven behandelt, wird langfristig dem eigenen Unternehmen Schaden zufügen.

@Mick: Ich wollte Dich noch fragen, in welcher Haltung Du all die Bücher liest, die Du rezensierst? Mir graust es da nämlich meist vor. Ich finde fast nie eine Lesehaltung, die ich über einen längeren Zeitraum einhalten kann. Kannst Du mir da etwas empfehlen?

 
At 03 November, 2008 17:49, Blogger Mick meint...

hmmm... schwierige Frage. Kommt ganz darauf an. Meist im Sitzen, im Liegen bewegt man sich zu oft. sehr bewährt hat sich mein extrem bequemer Lesesessel, den ich mir einstellen kann, wie ich will. Ganz wichtig: Licht von hinten schräg oben kommen lassen, nicht zu grell und auch schon einschalten, wenn es für alles andere noch hell genug ist, dann ermüden die Augen nicht so schnell. So schafft man auch den Herrn der Ringe oder Krieg und Frieden mühelos ;-)

 
At 03 November, 2008 17:50, Blogger Mick meint...

ach, ja, und ab und an mal die Leseposition wechseln, dann geht das noch länger. :-)

 
At 03 November, 2008 21:37, Blogger Piano meint...

Warum hast du es umgetauscht? ;-)

 
At 03 November, 2008 22:44, Anonymous Furioso meint...

Danke Mick! Gerade die Geschichte mit dem Licht berücksichtige ich zu selten... *sich in den Lesemarathon stürzt*

 
At 03 November, 2008 23:53, Blogger Mick meint...

@pia: das war eigentlich dein opulentes Weihnachtsgeschenk, aber wegen meiner nicht minder opulenten Verluste wegen der Börsenkrise muss ich den Porsche dann doch wieder zurückgeben ;-)

 
At 04 November, 2008 06:40, Anonymous El_Cool meint...

@furioso: das wirst du mir jetzt wahrscheinlich nicht glauben, aber dem Großteil der Deutschen ist ein kleiner Preis mehr Wert als guter Service, was genau der Grund ist warum immer mehr "kleine Fachhändler" das Handtuch werfen müssen und größere Markt-Ketten weiter bestehen.
Wer das nicht glaubt, schaut in den Kleiderschrank und nimmt alles raus was von K&L, kik, C&A, usw. ist. Bei den meisten bleibt da nicht mehr viel übrig

 
At 04 November, 2008 17:28, Blogger Mick meint...

@elcool: das stimmt aber nicht. Gerade bei den großen anbietern ist der Service deutlich besser. Da muss man beim Umtauschen nicht rummecker. Der typische "kleine Fachhändler" ist sehr oft ein Klugscheißer, der an jedem Pfennig klebt, ein unfreundliches Gesicht macht und sich im Laden noch lautstark über DAUs beschwehrt, die seinen überragenden Fähigkeiten nicht gewachsen sind. Dazu kommt noch, dass die deren angestellten oft nur einen Hungerlohn zahlen oder gleich willige Schüler und Studenten ausnehmen. Und gern glauben diese Herrschaften, der Kunde wäre auf ihn angewiesen und nicht umgekehrt. Bei Media Markt, Saturn oder Amazon oder bei sonst einem der Großen kann man locker reklamieren, die liefern pünktlich etc. Der tapfere, ehrliche, mit profunden Kenntnissen ausgestattete Kleinhändler, der gegen die Übermacht der bösen Großen anlämpft ist eine Mär, mehr nicht.

 
At 04 November, 2008 19:27, Anonymous El_Cool meint...

@Mick: Wenn du Service nur darüber definierst wie gut du Artikel zurückgeben kannst dann hat Media Markt die Nase vorn.
Ich finde aber das Service nicht bloß aus Freundlichkeit und der Möglichkeit des Warenumtausches besteht, sondern vor allem aus der fachlichen Kompetenz des Verkaufspersonals gebildet wird. Auch wenn ich noch nie erlebt habe, dass sich die Bedienung eines Fachladens über die "Dummheit" ihrer Kunden aufregt, wär mir das als Kunde fast egal, solange ich fachgerecht beraten werde und am Ende das passende Produkt bekomme (Merke: Wenn man von Anfang an das richtige Produkt erhält, muss man es nicht mehr umtauschen). Fakt ist doch dass der Großteil der Media Markt Angestellten nicht die Spur von Ahnung hat was sie eigentlich verkaufen, was zur Folge hat dass man bloß dann etwas kaufen kann wenn man zu 100% weiß was man haben will.

Als ich das letzte mal bei Saturn war, wollte ich ne neue Waschmaschine kaufen und hab nen Verkäufer gefragt. Der war natürlich nicht zuständig und hat mich zum Saturn-Spezialisten für Waschmaschinen geschickt, der aber auch nicht mehr drauf hatte als mir die technischen Eckdaten vorzulesen, die auf den Schildern standen. Als ich gefragt hab welche er mir den für meinen Haushalt empfelen könnte hat er gemeint "Such dir doch eine aus, wo viel reingeht, dann musst du seltener Waschen".
Mach doch selber mal den Test: Geh mal in den nächsten Media Markt und lass dir mal ein gutes Spiel eines Genres deiner Wahl empfehlen ;)

 
At 04 November, 2008 23:23, Anonymous Dr.Test meint...

@El_Cool : naja, man kann den MediaMarkt ja vieles ankreiden, aber nicht weil dort keine Verkäufer rumlaufen die einem gute Spiele empfehlen können. Das kann man von einem Laden der ein so breites Warengebiet anbietet nicht erwarten.

 
At 05 November, 2008 07:24, Anonymous JohnnyJustice meint...

@Dr.Test: Aber natürlich kann man das. Wenn mich ein Kunde fragt was denn ein aktueller spannender guter Technikthriller is, muss ich das wissen. Genauso wie die neueste Schnulze von Norah Roberts heisst. Natürlich muss ich die nicht gelesen haben, aber für sowas gibts ja das Feuilleton und Rezensionen. Wer in der Spieleabteilung von MediaMarkt/Saturn arbeitet muss nicht jedes Spiel spielen, die Gamestar oder was anderes lesen ist da aber mit Sicherheit nicht zuviel verlangt.

 
At 05 November, 2008 07:39, Blogger Mick meint...

@el_cool: Und wo kaufst du deine Waschmaschinen? Beim kleinen Waschmaschinenfachhandel??? Fachliche Kompetenz eigne ich mir vorher selber an, bevor ich was kaufe. Das ist dank Internet ja nun echt kein Akt. Also brauche ich die Beratung nicht. Und Umtauschen hat ja nicht unbedingt was mit Fehlkauf zu tun. Vielleicht habe ich es mir nur anders überlegt.
@johnny: Das ist dann aber auch keine Fachkompetenz. Wenn du mir ein spannendes Buch empfielst, MUSST du es ja gelesen haben, Wie sonst willst du wissen, ob es spannend ist? Ich käme übrigens nie auf die Idee, einen buchverkäufer nach einer Empfehlung zu fragen. Ich gucke lieber rum und lese mich einfach rein. Dann merkt man schnell, was das Buch taugt. Übrigens auch eine Sache, die bei Großbuchhandlungen wie Hugendubel & Co. deutlich angenehmer geht, dank Leseecke, als beim Winzbuchhändlern, der einem im Nacken bleibt und drauf wartet, ob ich endlich wieder gehe. Von der eingeschränkten Auswahl mal ganz abgesehen.

 
At 05 November, 2008 08:53, Anonymous El_Cool meint...

@dr.test: Nochmal das Waschmaschinen Beispiel: Wenn mich ein Verkäufer zu einem anderen Verkäufer schickt, der speziell für die Waschmaschinenabteilung zuständig ist, dann könnte man erwarten, dass der Mann auch ein bischen was dazu erzählen kann. Das hat dann nichts mehr mit breitem Warengebiet zu tun, weil er sich ja schon spezialisiert hat.

@mick: Fachliche Kompetenz ist etwas das ganz klar vom Händler kommen muss. Dass du keine fachliche Beratung im Media Markt brauchst ist zwar schön, kommt aber wahrscheinlich davon, dass du dich (beruflich bedingt) mit den meisten dort verkauften Produkten auskennst und dir den Rest mit Kundenrezessionen/Testberichten/whatever aus dem Internet zusammenreimen kannst. Dabei verfügst du über das Fachwissen das nötig ist um die schlechten Beiträge im Internet von den guten zu unterscheiden.

 
At 05 November, 2008 11:10, Blogger Mick meint...

um schlechte von guten Kritiken im Internet zu trennen reicht es meist schon, wenn man die jeweilige Rechtschreibung zu Grunde legt und schaut, wie treffsicher sich der jeweilige Rezensent ausdrückt. Das hat sich sehr bewährt. Und die meisten Dinge, die man so kauft nicht nicht so komplex, dass man nicht selbst beurteilen kann, was einem wichtig ist. Aber du vertrittst eine sehr deutsche Auffassung vom Verkaufen: Fachkompetenz muss mit ernsthafter Unfreundlichkeit einhergehen. Aber das werden einige dieser "Fachhändler" schon noch auf die harte Tour lernen, dass das so nicht geht oder haben es schon schmerzlich festgestellt, als sie plötzlich pleite waren. Den Tante Emma-Laden braucht ja heute auch keiner mehr und niemand vermisst ihn.

 
At 05 November, 2008 11:50, Anonymous El_Cool meint...

Ich habe nie behauptet dass Fachkompetenz mit ernsthafter Unfreundlichkeit einhergehen muss. Im Gegenteil: Jeder Verkäufer hat jeden Kunden freundlich zu bedienen, ganz egal wie schwer es fällt. Noch wichtiger als die Freundlichkeit des Verkäufers wiegt für mich aber sein Wissen über das zu verkaufende Produkt (zumindest bei Sachen von denen ich selber keine Ahnung habe).

Freundlichkeit und Fachwissen sind für mich Bestandteile einer guten Serviceleistung, und es sollte nicht meine Aufgabe als Kunde sein Defizite in diesem Bereich auszugleichen indem ich im Internet Kritiken zu dem Artikel lese.
Das ist jetzt ein blöder Vergleich, weil man sich Freundlichkeit im Gegensatz zu Fachwissen nicht selbst aneignen kann, aber du lässt dir ja auch nicht von deinen Freunden gut zureden bevor du Einkaufen gehst, damit dir die Unhöflichkeiten des oben genannten Kassierers weniger ausmachen (wenn du überhaupt nochmal in den Laden gehst).

 
At 05 November, 2008 12:15, Blogger Mick meint...

klar kann man sich Freundlichkeit aneignen. Dafür gibts sogar extra Seminare, die man nur ernst nehmen muss. Generell kaufe ich eh mittlerweile fast alles im Internet, weil die meist billiger sind, günstig liefern und ich mir nicht die Beine in den Bauch laufen muss, um alle Geschäfte abzuklappern. Denn auch ich gehe eher ungerne in Media Märkte oder nach Saturn, einfach weil es da immer so ungemütlich und voll ist. Aber wie gesagt, Fachwissen brauche ich für die Dinge des Lebens nicht oder besorge mir es sonst woher und ich achte eben immer auch gute Liefer- und Rückgabemöglichkeiten. Und wenn ich doch mal in nem Laden bin, z. b. bei Lebensmitteln, weils ja nicht anders geht, erwarte ich Freundlichkeit. Dass mir jemand bei Rewe den unterschied zwischen den tomatensorten erklärt, erwarte ich ehrlich gesagt nicht. Da beiße ich im Zweifelsfall auch einfach mal selber rein und wehe dann kommt ein unfreundlicher Verkäufer und meckert ...

 
At 05 November, 2008 13:22, Anonymous Anonym meint...

@Mick: Also, wenn ich beim nächsten Rewe-Besuch eine angebissene Tomate finde, dann warst Du das?

 
At 05 November, 2008 13:50, Blogger Mick meint...

ich kaufe selbstverständlich das angebissene Obst.

 
At 05 November, 2008 18:24, Anonymous Dietmar meint...

"Da beiße ich im Zweifelsfall auch einfach mal selber rein und wehe dann kommt ein unfreundlicher Verkäufer und meckert ..."

Oder es kommt der Ladendetektiv, stellt Strafanzeige, will eine Fangprämie und erteilt Hausverbot.

 
At 05 November, 2008 19:29, Anonymous el_cool meint...

@Mick: Klar kann man sich Freundlichkeit aneignen. War von mir blöd formuliert:
Das fehlende Fachwissen der Verkäufer kann man kompensieren indem man sich selbst Fachwissen aneignet; Das funktioniert nicht mit der fehlenden Freundlichkeit der Verkäufer

 
At 05 November, 2008 20:35, Blogger Mick meint...

@Dietmar: sehr witzig, ein Ladendetektiv in einem Supermarkt... da kann man doch schon froh sein, wenn überhaupt wer an der Kasse sitzt. Außerdem ist das Probieren von Obst doch was normales, macht man an jedem Obststand auf dem Markt, solange es keine ganze Wassermelone ist. woher soll ich denn wissen, ob das schmeckt. Bei uns hier ist das durchaus üblich, genauso wie man auch an der Wursttheke man nach einer Geschmacksprobe fragt, bevor man eine bestimmte Wurst kauft. Wer auf solche Kunden einen "Ladendetektiv" loslässt (gibt es sowas heute überhaupt noch?) hat auch bald keine Kunden mehr.

 
At 05 November, 2008 22:09, Anonymous JohnnyJustice meint...

@Mick: Jetzt rate mal wo ich arbeite. ^^ Sehr angenehm mal nicht hören zu müssen:"Ihr macht die kleinen Buchhändler kaputt!"

Ich versuche prinzipiell natürlich nur Bücher zu empfehlen die ich auch gelesen habe. Ich wollte eher ausdrücken das man eben nicht jedes Buch lesen bzw. jedes Spiel spielen KANN. Sich dementsprechend aber wenigstens ein paar Informationen über den Klappentext hinaus aneignen sollte. Wie du schon sagst reichen ja in der Regel die ersten paar Seiten bzw. eine Demo.

Ein Kollege empfahl mir vor kurzem Simon Becket mit den Worten: "Du magst doch Peter James, dann wird dir der Becket auch gefallen."

Wenn nun ein Kunde nach etwas ähnlichem fragt wie Peter James, ist es dann nicht kompetent Simon Becket zu empfehlen? Auch wenn man ihn noch nicht gelesen hat.

 
At 05 November, 2008 22:50, Blogger Mick meint...

@Johnny: wenn dein Freund recht hat, kann man das natürlich machen. Aber Klappentexten sollte man generell nicht trauen. wie ich aus Erfahrung weiß, werden die oft von Leuten verfasst, die die Bücher nicht kennen und sind meist grundfalsch oder zumindest nichtssagend. Mittlerweile steht z. B. auf so ziemlich jedem Fantasybuch "In der Tradition von Tolkien", das ist aber reines marketinggewäsch, bar jeder Realität. ;-(

 
At 05 November, 2008 23:09, Anonymous Dietmar meint...

"sehr witzig, ein Ladendetektiv in einem Supermarkt..."

Da gab es vor kurzem einen "Fall" in meiner Bekanntschaft. Ich schicke Dir eine E-Mail, da ich das hier nicht auswalzen will.

 
At 06 November, 2008 10:01, Blogger JohnnyJustice meint...

@Mick: Stimme ich dir vollkommen zu. Daher ist es wichtig sich Informationen die nicht aus der Marketingabteilung stammen, zu beschaffen.

 
At 06 November, 2008 12:10, Blogger Mick meint...

ich glaube, wenn ich im Buchhandel arbeiten würde, würde ich nach und nach zumindest die Klassiker allesamt mal lesen, dazu die wichtigen Neuerscheinungen. Ist viel Arbeit, aber so drei, vier Bücher schafft man im Monat doch locker. Vor allem hat man dieses Wissen dann ja auch für später parat :-)

 
At 06 November, 2008 19:29, Anonymous computerfuzzi meint...

Lustig übrigens, in "meinem" Markt arbeiten überdurchschnittlich viele kompetente Mitarbeiter (unser Chef achtet tatsächlich auf sowas, erschreckend) und wir sind auch überwiegend freundlich (bis auf die wenigen Fälle, wo absolute Arschlöcher aufschlagen und die erste Viertelstunde mit Freundlichkeit verschwendet war) - trotzdem ist es oft erschreckend leer, da immer noch viele Leute meinen, sich bei kompetenten Fachleuten beraten zu lassen um dann online für 2,50 Euro weniger zu kaufen.

Bester Spruch ever : "Ey, das hab ich bei ebay gekauft, musst du mir helfen weil geht nicht."

 
At 07 November, 2008 09:26, Blogger JohnnyJustice meint...

@Mick: Genauso geschehen. Also man kommt auch garnicht drum rum, mit all den Leselisten und Pflichtlektüren is die Ausbildung ein halbes Literaturwissenschaften-Studium... naja, eher ein Viertel, aber immerhin. Andererseits verschwindet selten genutztes Wissen auch schnell wieder. Manchmal kommt ein Kunde und fragt etwas zu einem Buch das ich definitiv mal gelesen habe, aber worum es geht??? Einfach weg.

 
At 07 November, 2008 10:41, Blogger Mick meint...

echt? Ist mir noch nie passiert. Vielleicht weiß man nicht mehr die Namen alles handelnden Personen, aber was es taugt, vergisst man doch nicht.

 

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