Mittwoch, 3. September 2008

Den alten Meistern zur Ehre

Ein bisschen was Gutes hat Reklame ja doch manchmal. So wurde durch die Telekomwerbung tatsächlich ein Operntitel in die Hitparaden katapultiert. Als jemand, der das Glück hatte mit Opernmusik aufzuwachsen, freut mich das natürlich. Dadurch kommt vielleicht der eine oder andere auf den Geschmack und wagt sich auch ohne Paul Potts und Nessun Dorma mal in die wunderbare Welt des schönen Gesangs, wo Menschen demonstrieren, warum die menschliche Stimme wahrlich das beste Instrument ist. Dort trifft man schnell auf Leute, die allein mit ihrem Gesang einen Raum dominieren können. Wer jetzt an Carreras, Domingo und Pavarotti denkt, kennt nur einen winzigen Bruchteil. Ich empfehle jedem Musikfreund mal in die Aufnahmen von Ausnahmesängern wie Jussi Björling, Richard Tauber, Heinrich Schlusnus (okay, einmal kurz auflachen ist erlaubt) oder Joseph Schmidt reinzuhören. Die teilweise uralten Aufnahmen gibts, der CD sei dank, nach langer Abwesenheit endlich wieder zu hören, und sind praktisch überall erhältlich. Ich habe mir auf jeden Fall einen ganzen Schwung neu bestellt, denn die alten 78er Platten meines seligen Vaters kriege ich seit dem Abrauchen meines alten Plattenspielers nicht mehr ans Laufen.

7 Comments:

At 03 September, 2008 12:50, Anonymous Toast meint...

Operngesang finde ich auch genial, aber die einzigen Opern, bei denen ich nicht einschnörchle, sind die um den Ring.
Ich weiß nicht, aber Operndramaturgie kann mich auch mit meinem ständigen Drang nach Geschichten nicht lang begeistern. Und ich weiß nicht, woran es liegt, Kabuki und Nō schaffen das auch, und bei denen pennen andere ein. ^_^

 
At 03 September, 2008 14:26, Blogger Mick meint...

na ja, bei der Oper geht es ja um die Musik, oder eigentlich um den Gesang, die Handlung ist doch völlig egal. Wagner war aber nie mein Fall, ich bevorzuge die italienische Oper.

 
At 03 September, 2008 14:27, Blogger Taluien meint...

Wie konntest du nur Mick?!




Einfach Montserrat Caballé vergessen...

 
At 03 September, 2008 14:44, Blogger Mick meint...

ich wollte nur Jahrhundertstimmen aufzählen :-)

 
At 03 September, 2008 16:25, Anonymous Toast meint...

Eben, die Musik mag ich ja, aber ich kann so nicht in die Oper gehen. Deswegen mag ich die neue Klangtechnik. Wobei, sich anstrengen um sowas
http://gprime.net/flash.php/soundimmersion
zu schaffen könnten sich ruhig mehr Leute. ^^

 
At 03 September, 2008 19:37, Anonymous Eldest meint...

Puhh, Opern. Naja, es kommt drauf, vieles ist wirklich schön, ein Großteil aber auch nicht. Das dramturgisch Übertriebene mag ich oft nicht, der Gesang von wahren Meistern, vor allem Bass-Stimmen, ist aber toll.

 
At 03 September, 2008 22:25, Blogger Cantus meint...

Björling - ja. Aber mit Tauber und Schlusnus konnte ich nie viel anfangen. Da zeigt sich halt ein "Problem" aller Ausnahmesänger: Sie haben eine Stimme, die nicht nur technisch gut ist sondern sich auch klanglich von allen anderen Mitbewerbern abhebt und damit durchaus polarisiert. Auch mit der von allen für genial gehaltenen Kathleen Ferrier konnte ich Banause beispielsweise nie viel anfangen. Für alle Opernverächter schöne Einsteiger-Anspieltips sind vielleicht Verdis "La Traviata" dirigiert von Carlos Kleiber und der "Rigoletto", dirigiert von Carlo Maria Giulini (beide zufällig mit Herrn Domingo, aber das schadet ja nicht ;-) ). Die Opern haben eine kompakte und weitgehend nachvollziebare Handlung und sind mit netten Melodien gespickt.

Was meisterliche Bass-Stimmen angeht - und da Mick ja die historische Fraktion bedient - empfehle ich mal in Aufnahmen mit Bryn Terfel hineinzuhören. Oder von Joel Frederiksen, wobei der sich in der Nische der Musik vor dem seligen Groß-Bach tummelt.Das aber sehr schön. Und SEHR tief.

 

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