Donnerstag, 7. August 2008

Vorbei mit dem Ü-Ei

Die Sommerzeit ist in der Politik auch immer die Zeit für Helden aus der zweiten oder dritten Reihe (siehe die Clement-Posse der SPD oder das Glühbirnenverbot). Noch drolliger ist aber die »Kinderkomission des Bundestages« (was es nicht so alles gibt), die ernsthaft das Überraschungsei verbieten will. Die Begründung: »Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln.« Komisch nur, daß seit 1974 (so lange gibts die Eier schon) nie was passiert ist. Wahrscheinlich können Kinder zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln deutlich besser unterscheiden, als einige Politiker zwischen Realität und Kontrollwahn. Oder, und das glaube ich ja eigentlich, die Verfasserin dieses Unfugs, eine Miriam Gruß von der FDP, hat in ihrer Jugend nie einen Drolli Dino oder Fußballschlumpf abgekriegt und das ist jetzt ihre verspätete Rache.

18 Comments:

At 07 August, 2008 12:57, Anonymous ebonysoul meint...

Nach Projekt 18, Guidomobil und Wahlkampf im BigBrotherkontainer, kommt jetzt sowas? Irgendwie fällt es mir immer schwerer die FDP als Partei ernst zunehmen.

 
At 07 August, 2008 13:02, Blogger Jehuty meint...

Unglaublich...

 
At 07 August, 2008 13:30, Anonymous Toast meint...

Oh ja, das politische Sommerloch.

Verbietet alles.
Kleine Sachen können die Viecher verschlucken, große können auf die rauffallen, mittelgroße führen zu anderen Problemen.

http://www.nicozorn.com/wp-content/uploads/2006/01/fernsehsprung_2.jpg

Aber das mit der späten Rache hab ich auch erst gedacht. :D

 
At 07 August, 2008 13:57, Anonymous Mash meint...

@toast:
LOL, klasse, wie dämlich kann man sein?
Naja, das Kind mit dem wunderschönen Namen Pasquale (und erst die Schreibweise, ein klarer Fall von Kevinismus) sieht auch nicht so aus, als wäre es das hellste.

 
At 07 August, 2008 16:16, Blogger Phan-Thomas meint...

@Mick: Rache am Kollektiv ist die beste Rache überhaupt. ;-) Im Übrigen sprichst du mir hier zutiefst aus der Seele.

 
At 07 August, 2008 16:23, Blogger Der Imperator meint...

Ich glaub es nicht, warum verbieten die nicht mal was "Sinnvolles" wie z.B. dumme Politiker.

Ich muss weg, Ü-Eier kaufen. ^^

 
At 07 August, 2008 16:45, Anonymous Sempai meint...

Ist das Sommerloch schon soo tief? Zum Glück füllt ab morgen Frau Ypsi in Hessen dieses mit Liebeleien bei den Linken. Von daher kann man auch bei diesem Vorschlag wieder einmal sagen: Gesehen ->Ablage P -> Vergessen

 
At 07 August, 2008 17:21, Anonymous hansi meint...

Wie will man denn ein Ü-Ei Verbot überhaupt juristisch begrüden ? Das ist unmöglich.Außerdem müsste man dann alle essbaren Waren die auch nur in irgendeiner Form etwas kleines und nichtessbares sei es zusätzlich oder nur in der Verpackung enthalten auch verbieten . und das wären aber tausende von Produkten. Und wer sagt denn dass nur Kinder Ü-Eier kaufen. Anstatt es zu Verbieten müsste man eigentlich dann eher eine Alterskontrolle einführen weil Menschen über sagen wir mal 6 Jahren dürften eigentlich ein Recht haben diese Dinger zu kaufen . Bitte liebe Politker wenn ihr schon was für die Kinder machen wollte dann lieber etwas sinvolleres ,da gibt es genug Dinge die eher im Argen liegen als Ü-Eier

 
At 07 August, 2008 20:44, Anonymous Maniac meint...

Und hier die Aufklärung für diejenigen, die den Meldungen der Boulevardmedien gedankenlos glauben schenken:

http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Startseite/Artikel,-Interview-mit-Miriam-Gruss-_arid,1297812_regid,2_puid,2_pageid,4288.html

 
At 07 August, 2008 22:10, Blogger Mick meint...

von wegen "gnadenlos Glauben schenken." Diese Frau Gruß hat ihre Aussage "Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln" mit keinem Wort zurückgezogen oder auch nur bestritten, genausowenig wie die Forderung "Jegliche Kombination aus Nahrungsmitteln und Spielzeug solle verboten werden" Den Medien "Missverständnisse" vorzuwerfen ist doch allgemeine Politikertaktik, wenn sie was widerrufen müssen und Schaden begrenzen wollen. Und plötzlich zu sagen, dass es sich ja "nur" um eine Empfehlung handele, ist schon reichlich schwach. Wahrscheinlich hat man sie parteiintern zurückgepfiffen, das ist das übliche Verhalten nach so einer Aktion und jedem Journalisten leider nur allzu gut bekannt. Oder glaubst du im Ernst, eine Lokalzeitung wie die "Augsburger Allgemeine" recherchiert seriöser, als Welt und Spielgel?

 
At 07 August, 2008 23:35, Anonymous Maniac meint...

Es ist aber auch eine gängige Journalistenpraxis politische Vorgänge bewusst verzerrt darzustellen um Aufmerksamkeit zu erhaschen.

"Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln"

Das kleine Kinder sich nicht-essbare Dinge in den Mund stecken, ist keine neue Erkenntnis. Nicht umsonst sollte man Medikamente für Kinder unerreichbar lagern, und nicht umsonst testet der Tüv, ob von Spielzeugen verschluckbare Teile abbrechen können.

Der Forderung "jegliche Kombination aus Nahrungsmitteln und Spielzeug solle verboten werden" hat sie mMn im Interview deutlich widersprochen.

Frau Gruß ist Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestages. Diese hatte ihre Forderung schon Ende Juli unter "Empfehlungen und Stellungnahmen" veröffentlicht:

http://www.bundestag.de/ausschuesse/a13/kiko/Empfehlungen_und_Stellungnahmen/index.html
(ganz unten "Kinder und Alltag")

In der Kommission sind übrigens alle Parteien durch Mitglieder vertreten. Ein parteiinternes zurückpfeifen ist da wohl unwahrscheinlich.

Ein O-Ton der Augsburger Allgemeinen ist mir oft lieber als eine Interpretation von Spiegel oder Welt.

Ich gebe aber nach der Lektüre der Empfehlung gerne zu, dass man die Forderung "Keine Koppelung von Nahrungsmitteln und Spielzeug" genauer hätte durchdenken sollen.

Trotzdem reagiere ich allergisch darauf, wenn Aussagen von Personen alleine aufgrund deren Berufsstand oder Aussehen übermäßig vorurteilsbeladen kommentiert werden. Meine Aussage über gadankenloses Vertrauen in Boulevardmedien war aber vieleicht etwas zu scharf, sorry dafür.

 
At 07 August, 2008 23:58, Blogger Mick meint...

Ich kann es ja leider nicht beweisen, aber Wortwahl und Art des Interviews drängen ganz stark den Verdacht auf, dass von höherer Stelle (wer auch immer das sein mag) darauf gedrängt wurde, den Sachverhalt klarzustellen. Journalisten müssen nun mal Aussagen verknappen. Ansonsten würden Nachrichten im Wust von Presseerklärungen und ellenlangen Stellungnahmen untergehen. Und sie hat nun mal "Keine Kopplung von Nahrungsmitteln und Spielzeug" gefordert. Wen sonst, als Cornflakes und Ü-Eier könnte sie denn damit gemeint haben? Und genau auf solche Aussagen warten wir Journalisten nun mal gerne, weil sie leicht ad absurdum geführt werden können. Wer sowas ignoriert, hat den falschen Berug. Die gute Frau hätte sich vielleicht vorher überlegen sollen, was sie da eigentlich fordert. Im Imnterview widerspricht sie ihrer eigenen Aussage, wenn das man kein Zurückrudern ist. Übrigens, der Punkt "Gewicht von Schulbüchern durch Verwendung von leichtem Papier (Paperback
statt Hardcover) reduzieren." ist ebenfalls zitatverdächtig, wurde in der Berichterstattung wohl auch nur deshalb weggelasen, weil das mit dem Ü-Ei erheblich besser ist. Das ist absolut nicht vorurteilsbeladen, denn die Empfehlung einer Bundestagskomission muss man schon ernst nehmen, das ist ja kein Taubenzüchterverein. Das war sauberer Journalismus, wie er im Buche steht.

 
At 08 August, 2008 06:59, Anonymous Sebastian meint...

Also bei uns, am Rande des Ruhrpotts, existiert das Ü-Ei sowieso schon nicht mehr.
Das wurde hierzulande gegen ein sogennantes Kinder-Joy ersetzt.

Eine Plastikhülle in Ei-Form mit einer Hälfte Spielzeug und einer mit rigendeiner Füllung.

Aber halt kein richtiges Ü-Ei mehr!

Da konnte man sich die Dinger als Kind nie leisten, und kaum ist man groß und hätte das Geld, da werden sie abgeschafft :-(

 
At 08 August, 2008 09:22, Blogger Chris meint...

Genau dasselbe habe ich mir auch gedacht, als ich die Meldung gestern früh im Radio gehört habe. Die Unfall-zu-Kinderspaß-Ratio müßte doch derart günstig für die Kinder ausfallen, daß der Vorschlag nur als Blödsinn bezeichnet werden kann.

 
At 08 August, 2008 10:04, Anonymous Gumril meint...

@ sebastian:
Diese Kinderjoys sind nur, so weit ich weis für die Sommerzeit, als Ersatzt für´s richtige Ü-Ei.

 
At 08 August, 2008 13:49, Blogger PropheT meint...

Kinder, die SO BLÖD sind, die gelben Kapseln mitzufressen und daran zu ersticken, verdienen es auch nicht anders!

 
At 08 August, 2008 17:49, Anonymous Anonym meint...

Da war einigen FDP-Oberen wohl ziemlich langweilig, und einer hat gedacht: Prima, lassen wir doch einfach unsere Miriam Gruß von der Leine, dann hat ganz Deutschland was zu lachen und wir können unsererseits ein Ausschlussverfahren ins Auge fassen. Denn was die SPD kann... ;*)

 
At 12 August, 2008 14:06, Anonymous Was sagt uns das? meint...

Zitat Wiki:

In den USA ist der Verkauf von Überraschungseiern gar gänzlich verboten, weil Spielzeug mit Schokolade kombiniert dort als gefährlich für Kinder eingestuft wird.

 

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