Freitag, 4. Juli 2008

McKinsey, und wie sie die Welt retten...






Oh ja, McKinsey. Ich BIN gut. Ich BIN sehr gut. Ich BIN genial. Bitte, bitte, bitte, nehmt mein Gewissen und macht aus mir einen GLOBAL LEADER. Einen Führer, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Bitte, McKinsey... ich verspreche euch auch mein erstgeborenes Kind!!!

32 Comments:

At 04 Juli, 2008 19:06, Blogger Hazamel meint...

Ich bin verwirrt...

 
At 04 Juli, 2008 20:07, Anonymous EbonySoul meint...

Es gibt sogar nen Masterstudiengang mit dem Titel "Global Leadership". Den bietet unsere Partneruni auf Hawaii an...

 
At 04 Juli, 2008 20:47, Blogger Dos Corazones meint...

Ähm... Eigentlich bin ich mit mir schon sehr zufrieden...

McKinsey will, dass ich mit mir zufriedener bin ;-)

 
At 04 Juli, 2008 22:32, Blogger TEM meint...

Spiegel Artikel zu McKinsey-Studenten

Lesen, den Ekel vor den arroganten Schnöseln runterschlucken, mit den Schultern zucken und die Genugtuung verspüren, dass 25 jährige Ex-Studenten Firmenbossen sagen, wo es lang geht.

Beraten und verkauft. Wenn ich in entsprechender Position sein sollte, fliegen die Berater als erstes hochkant raus.

 
At 05 Juli, 2008 00:08, Blogger Mick meint...

@Hazamel: Ich auch, das ist meine Geschäftsgrundlage. ;-)
@ebony: Und worin promoviert man da? Surfen? ;-)
@dos: aber nur, wenn du wirklich genial bist ;-)
@tem: Es ist wirklich schon lustig zu sehen, wie überforderte Geschäftsführer diese Leute für ein Heidengeld engagieren, die ihnen das Denken abnehmen sollen...

 
At 05 Juli, 2008 00:54, Anonymous dago meint...

@mick: das schockierende ist, dass es funktioniert! die geschäftsführer könnten sich für das ganze geld auch selbst weiterbilden. Machen sie aber nicht...

Und sry, aber der DurchschnittsBWLer is echt net der hellste. Jeder ITler oder Ingenieur, der sein Studium auch nur besteht, hat mehr drauf, als viele BWLer mit mäßigen bis guten Noten. Wer die ottonormalbwler kennt, weiß warum die Beratungen nur die besten suchen. Die sind nämlich gerade gut genug.
Ok, was die Arbeitsbelastung von 60-80 Stunden/Woche angeht, is ne andere Sache. Aber wer sich dafür entscheidet, hat die Möglichkeit, nach einigen stressigen Jahren in einen angenehmen und hochdotierten Beruf zu wechseln, um dann weitaus früher als mit 60 sein Leben ohne Einschränkungen zu genießen.

Und ja: ich studier selbst BWL. Und nein: ich will nicht in die Beratung. Aber das Konzept: erst n paar Jahre Stress, dann Geld, dann Entspannung - das is ne schöne Idee! Nur eben nicht für jeden Typ geeignet. (sowohl psychisch als auch von seiner Leistungsfähigkeit)

 
At 05 Juli, 2008 01:50, Anonymous Toast meint...

Dann biete ich hier Pispers über Berufsgruppen.
http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY

Mehr kann ich selbst auch nicht dazu sagen. :D

 
At 05 Juli, 2008 16:20, Anonymous dago meint...

@toast: witzig? ja!
Nur zu 95 % Quatsch. Die Beispiele, die aufgeführt wurden, sind, vielleicht abgesehen von der Arbeitsagentur, völlig bescheuert dargestellt.

Dass viele Unternehmen ohne externe Berater heute nicht mehr existieren würden und dann zigtausende Arbeitsplätze verloren wären: is ja egal, denn wir wollen ja populismus betreiben! Der Herr Pispers ist damit leider auch nicht besser als die Schäubles dieser Welt. Allein diese Hetze gegen mehrer Berufsstände und Millionen von BWL-Studenten/Absolventen u.ä.. Und ich bin mir sicher: auch der gute Herr Pispers hat mit seinen Büchern, Auftritten u.ä. so viel Geld verdient, dass er eben diese ganzen Bänker & Co. für sich arbeiten lässt... genau wie jeder andere auch.

 
At 05 Juli, 2008 17:04, Blogger Mick meint...

@Dago: Ich wage mal zu bezweifeln, dass viele Unternehmen ohne externen Berater heute pleite wären. Diese Herrschaften haben für gewöhnlich zwei Standardrezepte: Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer und der damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen, für gewöhnlich im produzierenden Zweig der Firma, statt in überbesetzten Verwaltungs- und Managementbereichen. Man muss schon eine gehörige Portion Kaltschnäuzigkeit und übersteigerten Ehrgeiz haben, um sein Geld mit dem Unglück anderer zu verdienen. Denn mal ehrlich: Echte Konzepte um angeschlagenen Firmen zu helfen, haben diese Herrschaften nicht. Woher sollten die auch kommen, ein 25 Jähriger Überflieger weiß meist von den echten Produktionsprozessen nur wenig. Außerdem zieht die Karawane nach Rettungsaktionen à la McKinsey schnell weiter um woanders Menschen für teuer Geld ins Unglück zu stürzen. Wie gesagt: Das ist das Versagen der Geschäftsleitung, die ihren Aufgaben nicht nachkommt und statt selber mal die grauen Zellen zu bemühen ein paar herumvagabundierende Wirtschaftszigeuner vorschickt, um ihre Arbeit zu tun. Eigentlich ein ziemlich jämmerlicher Job, der vom Elend anderer lebt...
aber offensichtlich gut bezahlt...

 
At 05 Juli, 2008 18:42, Anonymous BWLer meint...

Dieses Bild von Beratern entnimmt man vieleicht der Boulevardpresse, ich bezweifle aber mal, dass es der Realität entspricht.

Unternehmen stehen nun mal ab und zu vor ökonomischen Fragestellungen, die sie nicht alleine lösen können, weil ihnen entsprechendes Fachwissen fehlt. So hat vieleicht ein Handwerksmeister mit eigenem Betrieb nicht genug Ahnung von Buchführung und Steuern und wendet sich deshalb an einen Steuerberater. Und ebenso hat vieleicht ein Vorstand eines Dax-Unternehmens keine Erfahrung mit den spezifischen Problemen der Integration eines irischen Unternehmens in einen deutschen Konzern. Er hat jetzt zwei Möglichkeiten: Er kann jemanden einstellen. So jemanden muss man erstmal finden, und dann braucht man ihn streng genommen ja auch nur für eine begrenzte Zeit. Oder er wendet sich an Spezialisten wie McKinsey, ein Unternehmen, in dem tausende vernetzte Experten nichts anderes machen als ökonomische Fragestellungen zu lösen und wo es mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschen gibt, die auf das spezifische Problem spezialisiert sind.

Das können dann auch 25-jährige Absolventen sein, da ihre Aufgabe ja nicht ist, die Unternehmensleitung vollständig zu ersetzen, sondern nur Lösungen für besondere Probleme zu erarbeiten, auf die sie spezialisiert sind, und denen die Unternehmensleitung auch erst mal zustimmen muss.

In manchen (wenigen) Fällen sind Entlassungen vieleicht Teil der Lösung. Von den anderen Fällen wird man aber auch selten in der Zeitung lesen.

 
At 05 Juli, 2008 18:55, Blogger Mick meint...

ich habe schon selbst erlebt, wie diese Typen arbeiten. Glaub mir, die sind organisiert wie ein McDonalds Franchise, haben stets nur Standardlösungen, die selten, tatsächlich Probleme lösen. Früher gings auch ohne externe Berater, als Chefs noch selbe nachgedacht haben. Wissen kann man sich nämlich auch selbst aneignen oder (wie du ja selber sagst) jemanden dafür einstellen. Das ist mühevoller, aber effektiver. Und generell sollte man überlegen, wie sinnvoll es etwa ist, ein irisches Unternehmen in ein deutsches integrieren zu wollen. Was man von dr sogenannten "Welt GmbH" zu halten hat, hat Daimler Benz ja seinerzeit sehr eindrucksvoll gezeigt. Wenn sich mehr Firmen auf das konzentrieren würden, was ihnen tatsächlich Geld einbringt und so auch Arbeitsplätze sichert, statt irgendwelchen Allmachtsphantasien zu folgen, und auf Teufel komm raus zu expandieren (bevorzugt ins Ausland) bräuchte man diese Berater überhaupt nicht. Oder wie da aktuelle Beispiel Steiff zeigt: Schuster, bleib bei deinem Leisten! Manche brauche nfür diese Binsenweisheit heutzutage aber teure Berater. Vielleicht wären ein paar Experten, statt BWL-Studenten in der Unternehmensleitung ganz hilfreich.
Ach ja: Der kleine Handwerker ist ohne Steuerberater meist besser beraten. Als Freiberufler hatte ich auch schon mit einigen dieser Herren zu tun, die außer "ja, da müssen sie mal nachgucken" keinen besseren Rat wussten. Peinlich, peinlich.

 
At 05 Juli, 2008 20:06, Anonymous dago meint...

Nun, da hast du mehrere Probleme aufgezeigt: "Früher" waren Globalisierung und gigantische Konzerne kein Thema. "Früher" konnten die Chefetagen auch ihr meist eigenes Unternehmen noch überblicken. "Früher" hatten wir nicht die Möglichkeit, irgendwelche Billigprodukte über die halbe Welt für 1-2 Cent Frachtgebühr zu schicken, keine Datenbanken und Computer, die die ganzen Verwaltungsangstellten ersetzen. "Früher" war alles "besser"... aber wir befinden uns im Übermorgen.

Das gute alte Beispiel, was gerade dir vertraut sein sollte: Du sitzt vor einem Artikel und weisst einfach net weiter: n Kollege gibt dir n Tipp - "GEIL! Da hätt ich auch selbst draufkommen können..." - nichts anderes ist die Beratung im klassischen Sinne.
Wie "bwler" gesagt hat: Das, was in der Presse berichtet werden, sind traurige Einzelfälle. (Sanierungen; fehlgeschlagene Merger u.ä.)

Was du kritisiert, ist die Mentalität der Unternehmensführungen. Meinetwegen! Aber dass diese Leute "so blöd" sind, dann für mehre 100.000 Euro Absolventen anzuheuern, die Ihre Aufgaben oft besser lösen als die Geschäftsleitung - den Vorwurf kannst du doch der Beratung nicht machen!

Und zu diesen Standardlösungen: Wenn das ganze alles so einfach wäre, warum holt McKinsey dann keine Studenten, die "ganz gut" sind und zahlt denen 30.000 € o.ä.? Weils eben doch nicht jeder kann!

"Vielleicht wären ein paar Experten, statt BWL-Studenten in der Unternehmensleitung ganz hilfreich." <-- wer soll das dann sein? Ein Zeitarbeiter, der für 6 Monate deinem Unternehmen hilft, hochqualifiziert ist, 20 Jahre Berufserfahrung, deine Branche perfekt kennt? Find den mal!

Um nochmal auf deine Branche zurückzukommen: Du hast es doch bestimmt auch schon mal erlebt, dass n Praktikant oder Volontär ne super Schreibse hatte und teilweise gestandene Redakteure übertroffen hat, oder? Das einzige, was dem jungen Mann wahrscheinlich fehlt, ist Erfahrung. Aber wenn er das Handwerkszeug, die grundlegenden Fähigkeiten besitzt, ist das doch schon mal klasse.
Genau solche Leute sucht McKinsey - es gibt nun mal immer 5-20 Standardprobleme, auf die diese jungen Berater angesetzt werden, bei denen Sie das "Standard"handwerkszeug lernen. Die brauchen keine Spezialisierung auf irgendeine Branche - wozu auch? Es ist doch egal, ob du Nägel produzierst, Handschuhe verkaufst oder n Versandhaus bist - die Probleme sind immer die gleichen!

Und bei den richtig großen Aufträgen wird man dann auch keine 25jährigen Juppies finden. Das sind da die Partner und Manager der Firma - und genau diese "Experten" wissen auch irgendwann nicht weiter. Daimler hats gezeigt.

 
At 05 Juli, 2008 21:53, Blogger Mick meint...

@Dago: Geschäftsführungen, die ihr eigenes Unternehmen nicht überblicken, sollten über die Frührente nachdenken. Globalisierung wird gern als Entschuldigung für Inkompetenz benutzt. Denn, die Globalisierung gab es schon immer. Die Konkurrenz aus Fernost ist nur wahrlich nix neues, nur kam die früher aus Japan, heute eben auch China. Nur konnten früher offensichtlich die leitenden Etagen damit umgehen, wahrscheinlich weil sie nicht in Worthülsen dachten, sondern mit aufgekrempelten Ärmeln und Sachverstand an die Dinge herangegangen sind. Das ist natürlich schwer, wenn man vor lauter Meetings und Brainstorming-Versammlungen keine Zeit mehr für das eigentliche hat,
Und nein, ich habe noch nie erlebt, wie ein Praktikant die Arbeit eines Redakteurs besser gemacht hat. Ganz im Gegenteil. Und Tipps von nem Kollegen kann sich auch jeder Geschäftsführer holen, dafür braucht er McKinsey und diese Geier nicht. Das Problem ist die Veramerikanisiserung der wirtschaft. Alles wird der Maxime mehr, mehr und noch mehr unterworfen. Dass das daneben geht, ist mittlerweile kein Geheimnis. Der Unterschied zwischen einen deutschen Unternehmer udn nem ami ist, dass der deutsche eine firma aufmacht und guckt, dass er Qualität herstellt und dabei auch noch was verdeint. Der Ami hat vom ersten Tag das Ziel, nach Betrieb nummer eins, gleich nen zweiten, dritten etc. aufzumachen, egal, was das Zeug taugt, Hauptsache die Kasse stimmt. Und firmen die so arbeiten kriegen nun mal irgendwann Probleme, weil ihren teuren Ramsch keiner mehr kauft, dann holen sie sich "Hilfe von McKinsey", schmeißen Leute raus und scheffeln weiter. Das ist alles nur Polemik? Leider nicht, sondern traurige Realität. Kann man jeden Tag erleben.
Und nein, es ist nicht egal ob du Fischstäbchen verkaufst oder Computerhefte. Das sieht man daran, wenn Leute Verlage nach Ami-Manier sanieren wollen, der Anzeigenabteilung die Kontrolle geben und der Kapitalmaximierung die journalistische Unabhängigkeit opfern. Weil der Leser merkt das ja sowieso nicht, genauso wie er nicht merkt, wieviel Fischfilet im Stäbchen ist. Genau DAS klappt nämlich nicht. Wer seine Branche nicht kennt und die Wünsche und Befindlichkeiten seiner Kunden ignoriert, der hat tatsächlich schnell Probleme. Und die löst auch McKinsey nicht!!!

 
At 06 Juli, 2008 01:49, Anonymous Dietmar meint...

Früher war es so, dass Ingenieure und Naturwissenschaftler in die Spitzenpositionen der großen Unternehmen aufstiegen. Mit der Ideologie vom "shareholder value" zogen immer mehr Wirtschaftswissenschaftler, Juristen und ähnliche Monopolyspieler in die Konzerne ein.

 
At 06 Juli, 2008 10:34, Blogger Mick meint...

@dietmar: exakt! Traurig, aber wahr.

 
At 06 Juli, 2008 13:38, Anonymous Anonym meint...

Wie möchten die mich denn "verbessern", wenn ich bereits genial bin ? ;-)

Das ständige Gebashe von Juristen und Betriebswirten kann einem aber ziemlich auf den Keks gehen - wirklich. Insbesondere dann, wenn es von vollkommen neutral urteilenden (angehenden) Naturwissenschaftlern und Ingenieuren stammt.

Das wirkt auf Dauer arrogant, anmaßend ... ganz egal, ob es stimmt oder nicht.

 
At 06 Juli, 2008 14:41, Blogger Mick meint...

nee, wenn es stimmt, ist es nur die Wahrheit. Und für ihren der Ruf sind die Wirtschaftswissenschaftler ganz allein verantwortlich. An Euren Leistungen werdet ihr bemessen...

 
At 06 Juli, 2008 18:00, Anonymous Anonym meint...

Mit Wahrheit hat das nichts zu tun. Ein Mensch kann arrogant sein, auch wenn er anderen tatsächlich überlegen ist.

Bei den Wirtschaftswissenschaftlern (ich bin übrigens keiner...) erlauben sich die Leute nur ein Urteil. (=anmaßend)

Aber wenn z.B. die Ingenieure Deutschlands alle so klasse sind, dann wäre ja auch Nokia so sehr auf euch angewiesen, dass sie hier nicht wegkönnten. Gleiches gilt für den Autobau: denn "unsere" Ingenieure sind ja soviel besser als die Franzosen ...

Ihr macht es euch verdammt einfach, wenn ihr den Managern stets die Schuld gebt. Vielleicht sind die Leistungen der Entwicklungsabteilungen aber auch nicht so unfassbar gut - zumindest gemessen an den Personalkosten.

 
At 06 Juli, 2008 23:41, Blogger Mick meint...

wie kommst du eigentlich darauf, dass ich Ingenieur bin? Ich bin Journalist und als solcher dem Thema gegenüber neutral. Meine Bewertung bildet sich aus Erfahrungswerten mit solchen Beratungsfirmen, deren Vorgehen ich schon des öfteren erleben durfte. Und wer sagt also, dass ich mir über diese Typen kein Urteil erlauben darf? Ich habe schon oft mit Geschäftsführern zu tun gehabt, bei denen ich mich ernsthaft gefragt habe, wie die wohl an ihren Job gekommen sind. Und genau diese Menschen erlauben sich ja auch ein Urteil über mich. Wie gesagt, den Ruf, den eine Berufsgruppe genießt hängt im Wesentlichen von den Leistungen eben dieser Berufsgruppe ab. Und da schneiden Ingenieure (egal ob deutsch oder nicht) nun mal besser als Wirtschaftler. Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass eine Naturwissenschaftler oider Ingenieur solchen Mist erzählt hat, wie einige unserer Wirtschaftsbosse. Diese Leute sind meist derart Zahlen- und Tabellenhörig, dass ihnen mit gesundem Menschenverstand und der Realität nicht beizukommen ist.

 
At 07 Juli, 2008 09:32, Anonymous Mash meint...

@mick:
Gewinnmaximierung kann man auch gerade sehr schön an der "Berliner Zeitung" sehen. Der Laden macht 14 Prozent Rendite und hat 130 Redakteure.
Der neue Besitzer Montgomery (eine Verlags-Heuschrecke) will aber 18 Prozent Rendite und fragt sich, wozu man denn soviele Redakteure braucht? Die Zeitung kommt doch trotzdem jeden Morgen raus? Also sollen bis Ende 2009 nur noch 90 Redakteure da sein, ein Drittel fliegt also.
Und das alles für vier Prozent mehr Gewinn. Warum muss ich da nur an "Fierce Creatures" denken ... ?

 
At 07 Juli, 2008 10:33, Blogger Mick meint...

eben, wer braucht schon Redakteure, wenn er doch ne Anzeigenabteilung und ein Marketing hat? ;-)

 
At 07 Juli, 2008 11:57, Blogger Hase meint...

ich sehe das ganze ähnlich wie mick...

es werden maschinen angeschafft die unwirtschaftlich sind etc...
das müssen die "teuren" arbeiter ausbaden... diese ganz aktionärsbefriedigende ausrichting gepaart mit der aasgeier und heuschreckenmentalität treibt uns alle in den ruin, aber ein paar wenige werden dabei seeeehr seehr reich.

 
At 07 Juli, 2008 22:19, Anonymous RoyBean meint...

Es geht übrigens bei McKinsey und Co. nich unbedingt um Beratung. Manchmal brauchen die Firmen auch nur jemanden, auf den sie den Schwarzen Peter, etwa bei Massenentlassungen, schieben können. Die Entscheidung ist dann halt nicht vom eigenen Management gefällt worden.

 
At 07 Juli, 2008 22:56, Anonymous Anonym meint...

Dieses "alle BWLer sind kacke" dümpelt hier gerade auf Bild-Niveau herum. Traurig!

 
At 08 Juli, 2008 10:00, Blogger Mick meint...

auch die Bildzeitung hat ab und zu recht!

 
At 09 Juli, 2008 13:55, Anonymous Anonym meint...

Ich möchte hier niemanden vor den Kopf stoßen, aber:

"wie kommst du eigentlich darauf, dass ich Ingenieur bin? Ich bin Journalist und als solcher dem Thema gegenüber neutral."

Hab niemals gesagt, dass du einer wärst. Aber hast du nicht Chemie studiert ? Und sitzen Chemiker nicht auch in den Forschungsabteilungen mancher Unternehmen ? Ist deren Tätigkeit völlig unvergleichbar zu einem Ingenieur bei einem Autokonzern ?
Übrigens schreiben hier gelegentlich Studenten dieser Fachrichtung in den Kommentaren. Dass man bei denen Zustimmung erntet liegt nicht fern, oder ?


"Wie gesagt, den Ruf, den eine Berufsgruppe genießt hängt im Wesentlichen von den Leistungen eben dieser Berufsgruppe ab."

Sowas Absurdes ! Du glaubst also, das öffentliche Meinungsbild sei objektiv ? ... Und was soll "Leistung" sein ? Absolut ? Wie misst man die ? Vergleichst du relativ zur Bezahlung ? ...

Bild-Niveau trifft es da leider. Und jeder gebildete Mensch sollte doch einsehen, dass deren Form der Meinungsbekundung nicht in Ordnung ist - ob sie recht haben oder nicht.

 
At 09 Juli, 2008 14:54, Blogger Mick meint...

ich weiß nicht, was du unter "öffentlicher Meinung" verstehst. Ich habe von dem "Ruf einer Berufsgruppe" gesprochen. Und den erwirbt sie sich selbst. Denn jeder hat mit den unterschiedlichsten Berugfsgruppen zu tun. Das schlechte Bild von z. B. Beamten kommt ja auch nicht von ungefähr, sondern von regelmäßigem Umgang mit dieser Gattung. Dasselbe gilt eben für Wirtschaftler. Den Rest erledigen deren Vorreitet in Fernsehsendungen selbst, in denen sie ungefragt den lockerung des Kündigungsschutzes und ähnlichen Blödsinn fordern. Wie gesagt, das macht diese Berufsgruppe ja selber und so entsteht deren Bild in der Allgemeinheit! Dem willst du doch wohl nicht widersprechen!
Und ewig auf die Bild-Zeitung einzuhacken mit den negativ belasteten Ausdruck "Bild-Niveau" zeugt von ähnlicher Arroganz, wie du sie mir vorwirfst. Aber das durchschauen ja nur "gebildete" Menschen. Wieder sowas Arrogantes, oder sind alle Bildzeitungsleser dummes Pack? Und wenn Bild mal Recht hat, dann haben sie Recht, da gibts nix drüber zu diskutieren. Aber du sprichtst ja auch der Öffentlichkeit die Fähigkeit ab, eine objektive Meinung zu haben. Sach mal, bist du dir sicher, dass du nicht doch in einer Vorstandsetage sitzt? Weil deine Ansichten schon sehr dazu passen...

 
At 09 Juli, 2008 15:25, Anonymous Anonym meint...

Ich bin mir über den weiteren Sinn der Diskussion nicht im klaren, aber ok. ;-)

Ich habe nichts gegen die Leser der Bild gesagt, sondern nur deren Methoden kritisiert. Bild zu lesen ist das eine - mit der Bild in Aussage _und_ Form d'accord zu gehen das andere.

Und der "allgemeinen" Ansehen einer Berufsgruppe eine solche Bedeutung beizumessen ist für mich absurd (ohne jede Arroganz).
Beispiel:
Eine Putzfrau wird niemals in die Situation kommen, 2.000 Angestellte entlassen zu müssen. Ob der Manager persönliche Schuld daran hat sei mal dahingestellt, aber er muss öffentlich diese Maßnahme sich zurechnen lassen. Das wirkt sich dann auf das Ansehen aus ... Wie gesagt, manche Berufsgruppen werden schlechter angesehen als andere, unabhängig von der geleistete oder nicht geleisteten Arbeit.

Weiteres Beispiel sind Lehrer: Jeder kommt in seinem Leben mit ihnen in Kontakt und wird da seine negativen Erfhrungen sammeln. Ob das nun an schlechter Arbeit liegt oder einer ansich schwierigen Tätigkeit ... wer weiß das schon. Jedenfalls würde ich nicht behaupten, dass der schlechte Ruf der Lehrer voll gerechtfertigt ist.

 
At 09 Juli, 2008 16:59, Blogger Mick meint...

Allein schon der Beruf des "Managers" ist reichlich absurd. Das entstammt der angelsächsischen Auffassung, dass man mit denselben Methoden Brötchen, Zeitschriften oder Autos verkaufen kann. Ein richtige Geschäftsführer weiß, was seine Firma herstellt. Und komm mir nicht mir Großkonzernen, die sind ja Teil des Problems. Und wenn "Manager" arrogant ohne ende auftreten (bislang ist mir jedenfalls jeder, mit dem ich auch geschäftlich zu tun hatte so gekommen,) dann werden sie eben auch arrogant zurückbehandelt. Diese Leute erwarten Respekt, aber den muss man sich verdienen. Es gibt ja auch immer wider Geschäftsführer, die gut arbeiten und ihre Firmen verantwortlich leiten. Nur kommen die meist eben eher aus dem Fachbereich, statt der BWL-Ecke, wo man anscheinend lernt, dass Umsatzsteigerung eine Ersatzreligion ist, egal zu welchem Preis. Und zum Thema Lehrer: Leider hat man bei vielen dieser Herrschaften den Eindruck, dass sie auf die Frührente warten. Gestärkt wird das durch repräsentative Umfragen unter dne Lehrern selbst, wo die Mehrheit der Frauen "gesicherte Stellung" und die Mehrheit der Männer "wenig Leistungsstress" als Hauptgründe angeben, warum sie den Beruf gewählt haben. Auch hier sind von wenigen positiven Ausnahmen abgesehen, die meisten Damen und Herren weniger gut, was sich natürlich im Bild ihres Berufsstandes niederschlägt. Bevor die 68er Generation sich in den Schulen breitgemacht hat, genossen Lehrer in der Gesellschaft ja auch ein durchaus positives Gesamtbild. Das haben sie aber selber ruiniert. Was mich auf den Kern meiner Aussage wieder zurückführt. Aber wahrscheinlich werde ich dich eh nicht überzeugen können, weshalb wir die Diskussion an dieser Stelle beenden sollten, vor allem, weil dir der Sinn ja nicht klar ist...

 
At 13 Juli, 2008 04:19, Blogger Dago meint...

"Diese Leute erwarten Respekt, aber den muss man sich verdienen."

Das erklärt dann wohl die Umgangsformen der heutigen Jugend, nicht wahr? Also ich bin so aufgewachsen, dass ich jeden Menschen respektiere - genauso erwarte ich es, respektiert zu werden! Aber vielleicht is das ja auch die einzig positive Eigenschaft von uns BWLern. (ja, ich weiß, dass es einige arrogante Spinner unter "uns" gibt; die sind allerdings wirklich in der Minderheit! Nur leider am lautesten...)

Aber sorry, mal ganz ehrlich: die "meisten" Lehrer seien weniger gut? Die Beamten, mit denen man in Kontakt tritt meist so, wie es das Klischee vormacht? Alle Manager, mit denen du Kontakt hattest, arrogant?

Also die ersten beiden dieser Behauptungen kann ich aus eigener Erfahrung widerlegen. Du musst wirklich Pech bei deinen Mitmenschen gehabt haben - und das sage ich als grundsätzlich pessimistischer und gegenüber anderen misstrauischer Mensch.

 
At 13 Juli, 2008 11:37, Blogger Mick meint...

Du verwechselst Respekt mit Höflichkeit. Höflichkeit steht jedem erstmal zu, aber Respekt muss man sich nun mal verdienen.
Und die Lehrer, mit denen ich zu tun hatte, waren eher Menschen, die ihren Beruf als Flucht vor richtiger Arbeit gewählt hatte, um dann zu jammern, wie arg überlastet sie doch sind. Ich hatte EINEN!!! Lehrer, der wirklich engagiert war, und der uns tatsächlich was beibringen wollte. Der Rest bestand aus Lehrstoffabspulern und (noch schlimmer) mehreren Damen und Herren, die sich in die innere Frührente verabschiedet hatten.
Und meine Erfahrungen mit Geschäftsleitungen in vier verschiedenen Firmen sind wirklich schon legendär. Von denen wusste keiner, was seine eigenen Kunden wollten. Und die sind fast allesamt noch in Amt und Würden, während keine einzige der kompetenten Redaktionsmannschaften noch besteht ... irgendetwas stimmt doch da offensichtlich nicht...

 
At 13 Juli, 2008 11:38, Blogger Mick meint...

Halt, Stopp, Korrektur: Ich hatte ZWEI Lehrer, die engagiert waren. Nur war die Nummer 2 zwar bemüht, aber völlig unfähig!

 

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