Dienstag, 5. Februar 2008

Spiegel-Gefecht

Der treffendste Kommentar zur Personalie Stefan Aust stammt von Wolf Lotter von Welt Online. Sehr lesenswert, das gilt auch für die reichlich dämlichen Kommentare einiger Leser, die unter dem Artikel zu finden sind.

17 Comments:

At 05 Februar, 2008 18:21, Blogger wolf meint...

Es ist ein Kommentar, da stimme ich dir zu - als treffensten Kommentar würde ich ihn jedoch nicht bezeichnen. Auch hier schreibt sich einer seine Welt schön und so scheint jeder Stein fugenlos zusammen zu passen, wo eigentlich Lücken klaffen. Lotter schreibt mit großer Eloquenz, aber das macht es nicht wahrer und stimmiger. Aber Kommentare haben auch nicht die Aufgabe wahrer und stimmiger zu sein, hier benennt ein Mensch seine Sicht der Dinge - und das ist okay. Nicht mehr und nicht weniger.

 
At 05 Februar, 2008 18:36, Blogger Mick meint...

Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

 
At 05 Februar, 2008 19:12, Blogger wolf meint...

"Verschwörung von Missgünstigen", "Mit ihm werden all jenen guten Schreiber gehen, die er aufgebaut hat", "Was wirft man jemanden vor, der nichts falsch gemacht hat". Wer seinen Kommentar mit Verschwörungstheorien und Mutmaßungen oder Falschaussagen beginnt, hat doch schon verloren. Hier wird persönliche Meinung als objektive Nachricht dargestellt, ein Stefan Aust als Bauernopfer des Mittelmaßes präsentiert und hochgelobt. Das alles wird dann mit dem "Linksruck" unserer Gesellschaft in Verbindung gebracht, den es eigentlich gar nicht gibt (aber immerhin wurde er von der Springer-Presse erfunden - wozu auch die Welt gehört).
Vielleicht hat Aust den Spiegel wieder lesbar gemacht - ich finde er war auch zu Augsteins Zeiten lesbar. Spiegel-Leser gehörten weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart zu Zeitgenossen, die ihre Informationen nur aus dem Spiegel bezogen hätten, sie hatten und haben durchaus weitere Nachrichtenquellen.
Dass Stefan Aust mit sofortiger Wirkung abberufen und freigestellt worden ist ist vom Umgang vielleicht traurig und sicherlich Anlass für diesen Kommentar. Aber der Sachverhalt als solcher ist doch schon länger bekannt, die neue Leitungsspitze wurde schon vor längerer Zeit präsentiert. Möglicherweise ist Lotter's Kommentar genauso von Betriebswirten initiiert, wie er deren Entscheidung für den Spiegel an den Pranger stellt. Und dass Mittelmäßigkeit am Kiosk liegenbleibe - wie Lotter am Ende feststellt, stimmt gar nicht: davon können wir uns täglich an den Kiosken überzeugen - Mittelmäßigkeit geht weg wie warme Semmeln.

 
At 05 Februar, 2008 20:15, Blogger Mick meint...

nö, Mittelmäßigkeit bleibt liegen, Müll geht wie warme Semmeln. Den Spiegel zu Augsteins guten Tagen kenne ich leider nicht, so alt bin ich nun auch nicht. Ich kenne ihn aber von danach. Und dass Betriebswirte Kommentare initiieren, halte ich für komplett ausgeschlossen. Soweit denken diese Typen nicht. als jemand, der sehr genau weiß, wer die Zeitschriftenbranche mittlerweile beherrscht, kommen mir sehr viele Sachen doch reichlich bekannt vor. Habe ich selber (wenn auch in einem völlig anderen Teil des Journalismus) genauso erlebt. Dass Chefredakteuere die auf Inhalte achten und ihre Magazine nicht als verlängerten Arm der Werbewirtschaft sehen, geschasst werden, ist leider genauso war, wie bedauerlich. Vor allem der Satz "Zeitschriften sind für sie Plätze, die nützlich sind, um Menschen etwas zu verkaufen, was sie nicht wollen und nicht verlangt haben." kommt mir sehr bekannt vor und könnte direkt aus dem IDG-Marketingplan stammen. Und wahrscheinlich nicht nur da. Wie gesagt, das habe ich alles schon genauso woanders erlebt.

 
At 05 Februar, 2008 20:58, Anonymous dago meint...

Dafür kommen mir die Hefte von IDG aber recht kompetent/unabhängig vor (im Gegensatz zu einigen anderen Branchenvertretern).

Zum Thema: muss zugeben, dass ich den Spiegel nicht regelmäßig lese, aber die Befürchtung, er drifte nach rechts (bzw. zur Mitte) ab ist lächerlich. Anders ausgedrückt: Etwas besseres könnte dem Spiegel eigentlich nicht passieren.

 
At 05 Februar, 2008 21:54, Anonymous Sempai meint...

Der Spiegel ist halt mittlerweile die BILD der Nachrichtenmagazine. Ich lese zwar eher selten solche Hefte (Spiegel=Schund, Fokus=zu CDU/CSU nah, Stern=zu SPD nah),aber es ist schon schade,dass die Menschen mittlerweile nur noch Mittelmaß wollen. Kein Wunder,dass da Verdummungsblätter wie BILD florieren.

 
At 05 Februar, 2008 23:30, Anonymous Sixtus Freebyte meint...

> Vielleicht hat Aust den Spiegel wieder lesbar gemacht

Lesbarer ja, lesenswerter eher nicht.

Der Spiegel ist zu handzahm geworden, nicht mehr zu vergleichen mit dem Leitmedium, was es bis zu den 90er Jahren war.

Naja - die c't ist ja auch schon lange nicht mehr so wirklich ernstzunehmen, scheint also ein allgemeiner Trend zu sein *fg*

Sixtus

 
At 05 Februar, 2008 23:42, Blogger Mick meint...

von wegen Leitmedium der 90iger, erst unter Aust war der Spiegel endlich wieder ernstzunehmen, kein Proagandablättchen ewig Gestriger. Wirrköpfe

 
At 06 Februar, 2008 00:57, Anonymous Mash meint...

@sempai:
Mich würde interessieren, woran Du festmachst, dass der Spiegel Schund sei. Im Vergleich zu Stern (der als Fotoreportage-Magazin ja eigentlich nicht ganz dasselbe ist) und vor allem Focus ist der Spiegel - zumindest bis jetzt - ein deutlich höheres Niveau.

 
At 06 Februar, 2008 12:30, Anonymous Dietmar meint...

Wenn Aust nachträglich von Springers defizitärem Aushängeblatt "Welt" gelobt wird, MUSS er etwas falsch gemacht haben.

Ich habe den SPIEGEL übrigens nicht mehr gelesen, seit er zum neoliberalen Propagandablatt geworden ist.

 
At 06 Februar, 2008 13:24, Blogger Mick meint...

lol, neoliberales Propagandablatt. Dir ist wahrscheinlich auch die Süddeutsche zu konservativ.

 
At 06 Februar, 2008 13:56, Anonymous Mash meint...

@Dietmar:
Dir stelle ich die gleiche Frage: wo ist der Spiegel bitte neoliberal? Schaut Euch mal in den Staaten um, da gibt's Neoliberale. Dann mal das vergleichen, was die so sagen mit dem, was im Spiegel so steht, den Unterschied feststellen und dann die Aussage zurpücknehmen, der Spiegel wäre neoliberal.

Sorry, das ist schon irgendwie absurd. Der Spiegel ist sicherlich nicht der unbefleckt strahlende Leuchtturm des Journalismus, im Bereich der Wochenzeitschriften aber wohl das Beste, was zu kaufen ist. Stellt sich nur die Frage, ob das nun so bleibt.

 
At 06 Februar, 2008 15:22, Anonymous Dietmar meint...

Mir gefiel dieser Kommentar von Otto Köhler zum Thema Aust/SPIEGEL:

http://www.freitag.de/2007/49/07490203.php

 
At 06 Februar, 2008 15:34, Blogger Mick meint...

tja, Träumereien aus dem linken Gesinnungsspektrum. Und Heribert Prantl als Chefredakteur: Da könnte man das Magazin gleich in "Neues Deutschland reloaded" umbenennen. Wann wachen diese ganzen Altlinken eigentlich endlich mal auf?

 
At 06 Februar, 2008 15:58, Anonymous Sempai meint...

@ Mick: Die Wachen auf,wenn sie nie mehr aufwachen ;).

 
At 06 Februar, 2008 16:01, Anonymous Mash meint...

@Dietmar:
Mir gefiel der Kommentar nicht.

 
At 06 Februar, 2008 20:37, Anonymous dago meint...

"Wann wachen diese ganzen Altlinken eigentlich endlich mal auf?"

Evtl., wenn die Linken im Landtag nix zu stande bringen... was definitiv der Fall sein wird...

 

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