Sonntag, 3. Februar 2008

Kunst und Kommerz

Herr I. war früher Kunstlehrer an unserem Gymnasium. Der gute Mann sah tatsächlich so aus, wie man sich einen bildenden Künstler vorstellt. Wirres Kraushaar, dicke Brille, dazu sein schleppender östereichischer Singsang. Herr I. fühlte sich auch nicht in erster Linie als Lehrer, sondern als Künstler. Dabei zählten für den etwas wirren Schmierfinken aus Wien schon immer mehr die Menge an möglichst unterschiedlichen Farbklexen auf dem Bild, als klare Strukturen und Proportionen. »Ich treibe die Mathematik schon noch aus euren Köpfen raus!« war einer seiner Lieblingssprüche. Als ich darauf mal erwiderte »Na ja, auch Künstler brauchen Mathematik, zumindest um
ihren Sozialhilfebescheid kontrollieren zu können« verfiel er seinerzeit in einen Tobsuchtsanfall. Mich würde sehr interessieren, wie er heute wohl darauf reagieren würde, dass ausgerechnet ich zahlendes Mitglied in der Künstlersozialkasse bin.

5 Comments:

At 04 Februar, 2008 01:20, Anonymous el tommso meint...

tòuche

 
At 04 Februar, 2008 06:18, Anonymous Sempai meint...

Ist man als freier Redakteur bei der Künstlervereinigung?

 
At 04 Februar, 2008 08:44, Blogger Der Imperator meint...

@Mick
Und, hat er es jemals geschafft, die Mathematik aus Deinem Kopf zu vertreiben?

 
At 04 Februar, 2008 10:29, Blogger Marco meint...

Yeah, diese Kunstlehrer. Bei uns gibts da einen, der Farbe isst...krankes Zeug...^^

 
At 04 Februar, 2008 12:08, Blogger Mick meint...

@el: allerdings .-)
@sempai: ja, zwangsweise
@imperator: das hat mein naturwissenschaftliches Studium viel besser hingekriegt.
@marco: äh... hoffentlich wenigstens bleihaltige ;-)

 

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