Donnerstag, 28. Februar 2008

Mussolinis Friseur

Seit die Barbarella von Bagdad weg ist, gehe ich immer zu einem älteren Herrn aus Italien. Der ist mindestens Mitte Siebzig und hat wahrscheinlich schon dem Duce die Haare geschnitten. Anders als die irakischen Schnellscherer, die einem mit Langhaarschneider binnen zehn Minuten wie ein Schaf um die Haarpracht erleichtern, braucht der Signore schon ein halbes Stündchen. Dafür macht er das aber alles aus der Hand nur mit Kamm und Schere. Dabei ist Perfektion höchstes Gebot, dazu erkundigt er sich stets nach dem Wohlbefinden seines Kunden, bietet Kaffee an, während er mit Präzision sogar die Augenbrauen nachschneidet. Man merktes dem Mann an, er schneidet gern Haare und das auch noch gut. Und zum Schluß wird wirklich jedes kleinste Härchen vom Pullover gebürstet, danach dem Kunden in die Jacke geholfen und persönlich zur Tür geleitet.
Und das alles für sensationelle 8 Euro.

Samstag, 23. Februar 2008

Da licht' n Stein

Nach dem Ende des Kalten Krieges und Saddams Abgang fehlte uns ja in den letzten Jahren ein klares Feindbild. Son richtig fieser Schurkenstaat. Und jetzt ist endlich wieder einer da: Liechtenstein. Ich finde es ungemein aufregend, wenn da auf weltpolitischer Ebene von Frau Merkel mit »Konsequenzen« gedroht wird, sollten dieser Erbprinz und sein Minister oder wem auch immer dieses Land gehört nicht gefälligst parieren. Haben wir eigentlich auch so schöne War Control Räume mit tollen Monitoren und Weltkarte, wie man sie aus 80iger Jahren Actionsfilmen kennt, in der Miss Merkel dann mit versteinerter Miene die Truppenbewegungen Richtung Liechtenstein kontrolliert? Und wen schicken wir da hin? Die Bundeswehr ist ja schon in Afghanistan überlastet (»Nachtflüge? Nee, davor haben wir Angst. Schießen, also so in echt mit Munition und so? Nein, lieber nicht, da könnten wir ja die Mittagsruhe stören!«) Wahrscheinlich wird deshalb der militante Zweig der freiwilligen Feuerwehr von Lindau in Marsch gesetzt gen Vaduz. Ja, richtig gelesen, Vaduz, so heißt deren Hauptstadt da unten. Wobei ich mich frage, wieviel Umland wohl zu einer Hauptstadt gehört, wenn im ganzen Land gerade mal 33.000 Leute leben, Ausländer inklusive. Da wohnen in Baldham-Süd ja mehr.
Aber immerhin hätten wir dann endlich auch mal nen eigenen War on Terror, einen schönen heimeligen Kriegsschauplatz, von dem besorgt blickende, embedded Journalisten berichten können. (Ich sehe jetzt schon Tine Hitler.. äh Wittler live berichtend, vom Sturm auf den liechstensteinschen Ikea-Markt ,in dem sich die letzten Freischärler hinter der Kötbullar-Theke verschanzen.) Das Schöne daran aber wäre, dass dabei nicht ein einziger Schuss abgefeuert wird und es deshalb auch keine Toten gibt. Denn schließlich ist die Lindauer Feuerwehr zwar mit Äxten, aber nicht mit Gewehren ausgestattet. Ob Liechtenstein überhaupt eine Armee hat, wage ich mal zu bezweifeln. Wahrscheinlich schicken sie den anrückenden Truppen nur ein paar Bankiers und Finanzbeamte entgegen.
Ich weiß, das klingt alles ziemlich abgefahren. Aber hinter all dem vermute ich eine noch viel unglaublichere Wahrheit: Es gibt Liechtenstein überhaupt nicht. Hand aufs Herz: Wer kennt einen Liechtensteiner oder jemanden, der einen kennt, der zumindest mal dort hin gefahren ist? Wahrscheinlich existiert dieses angebliche »Fürstentum« nur als Ordner auf einer Festplatte der Deutschen Bank. DAS wäre mal eine Nachricht, die tatsächlich einer Spiegel-Titelstory würdig wäre.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Allianz mit Apple

Mhhhmmm... ich habe gerade gelesen, dass mein Motorola-Handy unter Linux läuft. Das würde auch erklären, warum es beim Anschluss an meinen PC automatisch die iTunes-Software lädt. Wahrscheinlich sucht mein armes Handy nur einen Verbündeten gegen Windows.

Dienstag, 19. Februar 2008

Sinnkrise

Bin ich eigentlich der einzige, der ab und zu glaubt, dass alles um ihn herum nicht wirklich echt ist? Dass man in einer wahnwitzigen Seifenoper gefangen ist, und zwar als unbedeutender Nebendarsteller, der einer Horde arroganter Stars nur die Stichworte reicht? Also der Typ, den zwar jeder kennt, der es aber nie in den Vorspann geschafft hat und selbst auf Fan-Conventions der Serie nicht eingeladen wird. Wenn ja, nistet sich offensichtlich der Wahnsinn in meine Hirnwindungen ein. (»Herzlich willkommen in der Welt der Narren.«)
Oder ist das nur ein Zeichen für vorübergehenden Irsinn, an dessen Ende man sich mittellos an einer Autobahn zwischen Böblingen und dem Kamener Kreuz wiederfindet, mit einer Alditüte voller Trockennudeln und keine Ahnung hat, wie man da hinkommt und wieso es zwischen diesen beiden Orten plötzlich eine Autobahn gibt? Oder, und das hoffe ich mal ganz stark, handelt es sich nur um eine momentane Regung, ausgelöst durch exzessiven Kohlendioxidmissbrauch, die spätestens bis zum Sandmännchen wieder weg ist?

Lichtspiel-Luxus

Da ich gerade schon mal beim Thema Kino bin: Ich war ja schon ein Weilchen nicht mehr da und war deshalb nicht so auf dem aktuellen Stand. Aber sind 7,50 Euro für eine einzige Karte nicht ein klein wenig viel? Zusammen mit der Fahrkarte für die S-Bahn bin ich da fast 14 Euro, sprich 28 Deutsche Mark los. Wohlgemerkt, nur fürs Hinfahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Film gucken. Dafür kann ich die DVD ja schon kaufen wenn ich zwei, drei Monate warte. Oder ich leihe mir fürs selbe Geld gleich vier Filme in der Videothek aus. Wenn die weiter so Apothekenpreise haben, brauchen sich die Kinogeier nicht wundern, wenn keiner mehr kommt. Vor allem, weil zuhause im kuscheligen Wohnzimmer auch noch das unangenehme Popcorn-Geknabbere der Nebenleute und die Dauerquassler wegfallen.

Montag, 18. Februar 2008

Die Kino-Verschwörung

Ich glaube, ich bin einer ganz großen Sache auf der Spur. Einer internationalen Kinoverschwörung. Denn: Offensichtlich zeigt kein einziges Kino in München ab dem 21.2.08 noch sein normales Programm. Kartenreservierungen sind unmöglich und das in allen drei Großkinos. Stichproben in anderen Städten offenbaren dasselbe. Nur: Was steckt dahinter? Besondere Filmfestivals laufen derzeit keine und dass es zum kollektiven Kinostreik kommt, glaube ich auch einfach mal nicht. Aber woran liegt es dann? Ich habe keine Ahnung, befürchte aber mal das Schlimmste: Außerirdische haben die Kinoindustrie übernommen und zeigen ab Donnerstag nur noch deutsche Autorenfilme aus den 70igern.

Sonntag, 17. Februar 2008

Schneid dir mal die Haare...

... ist seit Jahren einer der Lieblingssätze meiner Mutter. Und irgendwie hat sie ja recht. Was in den 70igern noch als jugendlicher Protestlook durchgehen konnte, sieht mittlerweile eher wie ein frühzeitig ergrauter Wischmopp aus, der auf meinem Kopf nistet. Na gut, dann will ich mal zum Friseur gehen... irgendwann, wenn's wärmer wird. Bis dahin tausche ich schon mal das Profilbild gegen was Präsentables aus. Die Haarlänge müsste Mutters Vorgaben eigentlich genügen...

Freitag, 15. Februar 2008

In eigener Sache

Ich muss mal kurz übers Wochenende nach Liechtenstein, dort ein... äh... paar Dinge eben regeln und meinen Umzug auf die Bahamas klären. Falls wer fragt: Ich wars nicht und habe immer brav alle Steuern gezahlt... ich schwör's... (Mist, ich kann die Postbankaktien gerade nicht finden, die ich der Mick-Schnelle-Stiftung großzügig übereignen wollte...)

Donnerstag, 14. Februar 2008

Der Countdown läuft

Okay, es ist mal wieder soweit. Irgendwo hat mal wieder einer wo rumgeballert. Die ersten hektischen Politikerforderungen erwarte ich spätestens morgen früh um 7 Uhr. Und bis um 12 hat sich auch Kollege Pfeiffer wieder gemeldet, wetten dass?

Isch abe gar kein Auto

Ich schaffe es nicht ein einziges Mal. Immer, wenn ich in einen Elektromarkt komme, kann ich einfach nicht daran vorbeigehen. Ich schaue sie mir an, drücke die Knöpfe, bewundere die mittlerweile zahllosen Funktionen, gucke mir die Bildschirme an... und stelle sie doch immer wieder ins Regal zurück. Denn ohne Auto braucht man gar kein Navigationsgerät. Aber die sehen immer soooo interessant aus...

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wii, zu müde?

Ich bin gerade ja beruflich ein gaaanz klein wenig arg eingespannt und deshalb derzeit jeden Tag praktisch dauermüde. Ausgerechnet jetzt kommt nach wochenlanger Bestelldauer endlich das Wii an, die weltweit einzige Konsole, die einem eine gewisse Frische abverlangt, will man die Fuchtelei länger als zehn Minuten durchhalten. Ich fürchte, ich kriege das Ding nicht mal aufgebaut (ist etwas fummelig bei mir unterm Fernseher) und es steht mindestens noch zwei Wochen hier rum, bis ich mit meinem Zeugs endlich fertig bin. Dabei warten Trauma Center und Metroid hier schon ne ganze Weile auf mich. Die Welt ist böse...

Dienstag, 12. Februar 2008

HD-Stallone oder warten?

Weil wir gerade so schön beim Thema sind: Ich habe gerade entdeckt, dass bei Amazon Frankreich die Rambo-Trilogie ungekürzt und auch auf deutsch für nur 50 Tacken zu haben ist. Und zwar in HD, leider nur in HD-DVD, statt Blu-Ray. Und das wird sich auf absehbare Zeit ja nicht ändern. Jetzt liebäugle ich mit dem Xbox-HD-Laufwerk, dass ja derzeit recht günstig zu haben ist. Aber für drei Filme gleich ein neues Laufwerk kaufen, für ein Format, das wahrscheinlich in einem Jahr keine Rolle mehr spielt? Hmmm... ich bin unentschlossen.

Montag, 11. Februar 2008

Indiziert und dann kopiert

Liebe FSK, BPjMs und andere selbsternannte Weltverbesserer: Wann kapiert Ihr es endlich? Ihr seid nur eine Horde zahnloser Tiger, die glauben mit ihrem Schnitt- und Indizierungswahn erwachsene Menschen gängeln zu können. Ja, Ihr lest richtig: erwachsene Menschen. Das bedeutet, dass die selbst entscheiden können, was sie sehen und spielen wollen.
Und während Ihr Euch früher zumindest daran aufgeil.. erfreuen konntet, dass Ihr mal wieder nen Film kaputtgeschnipselt oder ein schönes Spiel
unter die Ladentheke verbannt habt, ist Eure Macht doch heutzutage quasi nicht mehr existent. Kaum ein Film oder Spiel lässt sich nicht vom freundlichen Österreicher, Engländer oder meinetwegen aus Übersee besorgen. Dank fortgeschrittener digitaler Kopierkunst dann auch jedermann zugänglich gemacht, der's haben will. Die Dummen sind nur deutsche Publisher und Verleihe, die finanziell in die Röhre gucken. Und natürlich wir, die Kunden, die diese Umwege gehen müssen. Gesehen und gespielt werden die Titel doch, oder gerade deswegen. So wirkt z. B. die Rumschnipselei an Rambo 4 (samt schwer jugendgefährdend-Auszeichnung) doch nur wie gut platzierte Werbung. Die wirkt viel besser als das Prädikat "besonders wertvoll" samt Freigabe "ab 6 Jahren", die Rambo 3 seinerzeit zu Anfang erhalten hatte.
Mein Wunsch an Euch: Setzt meinetwegen alles, was Euch nicht in den Kram passt auf eine 18er-Wertung, aber lasst ansonsten Eure Finger von der Film- und Spielekunst. Ich bin erwachsen, ich darf das sehen und spielen.

Samstag, 9. Februar 2008

Du kommst hier net rein

So ein Mäccie auf dem Lande ist doch was anderes als in der Stadt. Das musste zumindest gestern so ne rumkrakelende Krass-Türken-Rapper-Gang mit laut aufgedrehtem Ghettoblaster und Bierpullen in der Hand erleben. Es dauerte exakt 2:47 Minuten bis sie vom Restaurantleiter rausgekickt wurden. Dabei hatten die noch Glück, denn spätestens nach 5 Minuten greift das Landvolk hier draußen selber durch.

Dienstag, 5. Februar 2008

Und raus bist Du

Heute habe ich meine ICQ-Liste entrümpelt. Alle Chatpartner, die mit mir das folgende Gespräch, so oder ähnlich, innerhalb des letzten Jahres geführt haben, sind raus. Jetzt ist wieder schön kurz und sehr übersichtlich.
10:21 Uhr Ich: »Na, wie isses?«
10:47 Uhr Gesprächspartner XY: »Och ja.«
10:48:Ich: »Weisste was mir passiert ist, da kommt doch,, [und hier erzähle ich was Lustiges, über zwei, drei Sätze.]
11:23: XY: »Hehehe«
11:24: Ich: »Letzte Woche hat doch glatt [wieder was Spannendes/Interessantes/Komisches über zwei, drei Sätze]
11:43: XY: »Ah.«
11:44: Ich: »Wann biste denn mal wieder in der Gegend?«
Ende des Gesprächs.

Spiegel-Gefecht

Der treffendste Kommentar zur Personalie Stefan Aust stammt von Wolf Lotter von Welt Online. Sehr lesenswert, das gilt auch für die reichlich dämlichen Kommentare einiger Leser, die unter dem Artikel zu finden sind.

Montag, 4. Februar 2008

Eine DVD für alle Fälle

Ich habe gerade eine etwas aufwändigere Übersetzung laufen, und dabei passiert es immer wieder mal, dass man sich so richtig vergaloppiert, das Hirn sich verknotet und selbst simpelste Denkprozesse zum Stillstand kommen. Immer wenn das passiert, greife ich zur DVD und gucke mir was Gutes an, was nicht zuviel Zeit in Anspruch nimmt. Tja, und was habe ich letzte Woche erspäht? Genau, Colt Seavers ist endlich auf DVD draußen. Seit heute gönne ich mir meine Auszeiten mit Colt, Howie und natürlich Jodie zur Entspannung. Herrlich markige Chauviesprüche, zigarrerauchende Helden und Frauen, die wenn sie stören, aus dem Bild gehen. So glorreich waren sie, die 80iger Jahre. Ach ja, falls sich der eine oder andere Fan besorgt fragt, wie ist es denn mit der neuen deutschen Synchronisierung? Die ist gut gelungen und fällt eigentlich gar nicht auf, da man eh die Originalsprecher engagiert hat. Und wer jetzt sagt, gucks's doch auf englisch, darf den Rest vom dicken Roman, den ich derzeit in der Mache habe, für mich zuende übersetzen.

In den Krallen des Faschings

Also mir als Nicht-Bayer, für den Krapfen nun mal Berliner sind, waren die hiesigen Karnevals-, sprich Faschingsbräuche komplett unbekannt. Vor allem wusste ich nicht ,dass in München nicht der Rosenmontag gefeiert wird, sondern der Dienstag, samt Umzug und allem, was so dazu gehört. Damals, so um 1993 herum, war ich frisch hier hergezogen und brauchte dringend eine Fernsehantenne. Als ging ich, clever wie ich war natürlich nicht am Rosenmontag los, sondern natürlich am Dienstag. Tja, und dann stand ich da, in der überfüllten S-Bahn, bayerische Jecken links und rechts, es wurde geschunkel und gedrängelt, nichts ging mehr für mehrere Stunden oder so. Und das bei meiner Karnevalsphobie. Seitdem meide ich die Innenstadt einfach an beiden Tagen... und sämtliche Kneipen und Restaurants schon mindestens eine Woche vorher.

Sonntag, 3. Februar 2008

Kunst und Kommerz

Herr I. war früher Kunstlehrer an unserem Gymnasium. Der gute Mann sah tatsächlich so aus, wie man sich einen bildenden Künstler vorstellt. Wirres Kraushaar, dicke Brille, dazu sein schleppender östereichischer Singsang. Herr I. fühlte sich auch nicht in erster Linie als Lehrer, sondern als Künstler. Dabei zählten für den etwas wirren Schmierfinken aus Wien schon immer mehr die Menge an möglichst unterschiedlichen Farbklexen auf dem Bild, als klare Strukturen und Proportionen. »Ich treibe die Mathematik schon noch aus euren Köpfen raus!« war einer seiner Lieblingssprüche. Als ich darauf mal erwiderte »Na ja, auch Künstler brauchen Mathematik, zumindest um
ihren Sozialhilfebescheid kontrollieren zu können« verfiel er seinerzeit in einen Tobsuchtsanfall. Mich würde sehr interessieren, wie er heute wohl darauf reagieren würde, dass ausgerechnet ich zahlendes Mitglied in der Künstlersozialkasse bin.

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