Dienstag, 29. Januar 2008

Michelino an die Macht

Bei uns sind ja demnächst irgendwann mal Kommunalwahlen und da landet schon mal die eine oder andere Kandidatenbewerbung im Postkasten. Mein bisheriger Favorit ist Michelino Capezutto-Zehetmeier. Das liegt weniger am äußerst beeindruckenden Namen, sondern vielmehr, weil er am besten verstanden hat, wie Politik und Geschäft miteinander verbandelt werden. So hat Freund Michelino (ich bin mal so frei und nenne den guten Kerl einfach beim Vornamen, die Amis machen das mit Hillary ja genauso.) die Gunst der Stunde erkannt und wirbt auf Seite 1 seiner Wahlbroschüre brav für sich um Gemeinderat und Kreisrat. Seite 2 nutzt der geschäftstüchtige Dachdecker und Spenglermeister gleich für seine eigene Firmenwerbung. Brav so, wenns nicht mit der Wahl klappt, dann eben vielleicht mit dem Geschäft. Merke: Auch der linkeste Sozi, der liberalste Freiwähler oder der alternativste Öko braucht ein trockenes Dach. Und um ganz auf Nummer Sicher zu gehen veranstaltet Michelino auch noch eine Tombola auf eigene Kosten. Das ist Spitze, endlich eine Wahlveranstaltung, die sich lohnt. Deshalb liegt seiner Wahlwerbung gleich ein Los bei. Das verbindet Politik und Geschäft, wie es uns die Butterfahrtenbranche seit Jahren erfolgreich vorzelebriert. Das einzige was mich ein bisschen verwirrt, sind die Gewinne. Weniger der Kochkurs auf Platz 1 (für eine Person, die pünktlich um 18.30 Uhr im Elektrofachgeschäft S. Ruth anzutreten hat), sondern die Plätze 2 bis 20: Das sind ausschließlich Messer. Da wird doch wohl nicht Michelinos italienische Seite zum Vorschein kommen?

12 Comments:

At 29 Januar, 2008 21:33, Blogger Eresthor meint...

Was mich viel mehr schockiert: Menschen mit ausländisch klingendem Namen und dunklen Haaren dürfen für die CSU kandidieren? Ich denke, Beckstein und Co wollen solche Menschen lieber gleich ungefragt ausweisen. Oder wenigstens zünftig diskriminieren!
Aber vielleicht ist dieser Herr hier ja auch nur das Alibi, damit die ganzen Rechtsextremen nicht so auffallen...

 
At 29 Januar, 2008 22:59, Blogger Mick meint...

Hmmm... und schon wieder Bedenken meinerseits.. diesmal haste den Gag nicht kapiert...

 
At 30 Januar, 2008 06:09, Anonymous skywalker meint...

Ja der Mann hat einfach eine Praktische Einstellung! muß man doch mal Loben... oder nicht?:)

Einen Großen Fehler darf ich noch anmerken: in Amerika Bedeutet es, wenn man eine Person mit dem Vornamen nennt, etwas völlig anderes als in Europa

 
At 30 Januar, 2008 07:48, Blogger Maak meint...

haha, den kochkurs im elektroladen würd ich gerne sehen. was passiert wohl wenn da mehrere leute zu der uhrzeit auftauchen?

 
At 30 Januar, 2008 09:29, Blogger Mick meint...

@skywalker: nö, absolut nicht. Das wird mittlerweile hüben wie drüben gleich gemacht. Ein Vorname in Amiland ist vergleichbar mit einem hiesigen Vorname plus das förmliche "Sie".

 
At 30 Januar, 2008 09:33, Blogger wolf meint...

Solche Wahlzettel sind wirklich eine wahre Freude: "Wählen Sie nicht x-beliebig" Auf dem Wahlzettel muss man dann trotzdem "X" machen. Oder: "Ich bitte Sie um Ihr Vertrauen und Ihre 3 Stimmen". Gleich mit der Tür ins Haus - ich hab zwar kein Programm, aber Vertrauen setzt ja nicht unbedingt Wissen voraus. Wieso habt ihr eigentlich nur 3 Stimmen, wenn bei uns Kommunalwahlen sind, habe ich über 40 Stimmen (ganz kleines Dorf). Da lohnt sich der Urnengang wenigstens, denn mit dem Ausfüllen ist man schon 5 Minuten beschäftigt.

 
At 30 Januar, 2008 13:00, Anonymous klaus meint...

wir haben auch mehr als drei stimmen, allerdings darf man nur maximal 3 pro kandidat abgeben... versuchs mal mit 4, dann ist der zettel ungültig... allerdings sieht das nach nem alleingang aus, normalerweise verweisen die schwarzen doch darauf, dass man unbedingt die csu-liste ankreuzen soll, das mit der stimmverteilung erledigen die dann schon selbst... gott bewahre, wenn man den wähler über die möglichkeit des panaschierens aufklären würde...

 
At 30 Januar, 2008 16:49, Blogger Der Imperator meint...

@Mick
Meine Stimme bekommt er jedenfalls nicht. Diese Messergeschichte ist mir zu dubios ;-). Ab wann zählt Eigenwerbung eigentlich als Spam?

Prinzipiell bin ich ja nicht besonders gut auf den Großteil unserer Politiker zu sprechen. Der ein oder andere hat in einem wachen Moment mal eine sinnvolle/nützliche Eingebung, wird aber dann von der Mehrheit seiner Kollegen ignoriert oder ausgelacht.
Muss es denen nicht zu denken geben, wenn die Wahlbeteiligung bei einem Volksentscheid größer ist, als die z.B. bei einer Oberbürgermeisterwahl (Gerade eben passier im Wahllokal um die Ecke ^^).

 
At 30 Januar, 2008 21:18, Blogger Phan-Thomas alias "Professor Chaos" meint...

@Mick: Meinst, das ist so ein Solozzo? -um mal den Paten zu zitieren... *g*

 
At 31 Januar, 2008 00:31, Anonymous Alandur meint...

Die Düfte in der Müllpresse auf dem Todestern waren auch betörend. Ohne mich. ;P

 
At 31 Januar, 2008 09:57, Anonymous Anonym meint...

das beste an Purfing ist wenn die Rückseite des Ortsschildes an einem vorbei zieht

 
At 31 Januar, 2008 20:04, Blogger ich mittendrin meint...

ich würd ja nicht so viele Messer an die Massen verteilen. Der Wahlspruch ist bestimmt : Messer für Massen ^^

 

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