Donnerstag, 31. Januar 2008

Film im Kasten

Jetzt wird aber mächtig aufgerüstet. Kaum ist die Nachricht von Messer-Michelinos Wahlkampftricks rum, legt der Spitzenkandidat der CSU, Robert Niedergesäß, kräftig nach. Der verschickt nämlich keine schäbigen Tombola-Lose, sondern gleich eine komplette DVD. Produziert wurde das Ganze von dem »langjährigen Gemeindemitglied« Thomas Stein. Genau, der Couchbeisitzer von Olli Geißen in so ziemlich jeder Chartshow. Da heißt es für die anderen Kandidaten vor lauter B-Promipower: nicht resignieren, sondern nachlegen. Eine schöne Steigerung wäre statt ner schnöden Werbe-DVD mit Steins Thomas ein kompletter Film, gern auch auf Blu-Ray. Für die Grünen würde sich: The Green Mile anbieten. Die SPD könnte mit Die rote Zora punkten und für die Freien Wähler bliebe Das Beste kommt zum Schluss, nicht dass ich dem Wahlergebnis vorausgreifen möchte. Ich wähle denjenigen, der mir Rambo 4 vor Kinostart in den Postkasten schmeißt. Ist das ein Deal?

Dienstag, 29. Januar 2008

Michelino an die Macht

Bei uns sind ja demnächst irgendwann mal Kommunalwahlen und da landet schon mal die eine oder andere Kandidatenbewerbung im Postkasten. Mein bisheriger Favorit ist Michelino Capezutto-Zehetmeier. Das liegt weniger am äußerst beeindruckenden Namen, sondern vielmehr, weil er am besten verstanden hat, wie Politik und Geschäft miteinander verbandelt werden. So hat Freund Michelino (ich bin mal so frei und nenne den guten Kerl einfach beim Vornamen, die Amis machen das mit Hillary ja genauso.) die Gunst der Stunde erkannt und wirbt auf Seite 1 seiner Wahlbroschüre brav für sich um Gemeinderat und Kreisrat. Seite 2 nutzt der geschäftstüchtige Dachdecker und Spenglermeister gleich für seine eigene Firmenwerbung. Brav so, wenns nicht mit der Wahl klappt, dann eben vielleicht mit dem Geschäft. Merke: Auch der linkeste Sozi, der liberalste Freiwähler oder der alternativste Öko braucht ein trockenes Dach. Und um ganz auf Nummer Sicher zu gehen veranstaltet Michelino auch noch eine Tombola auf eigene Kosten. Das ist Spitze, endlich eine Wahlveranstaltung, die sich lohnt. Deshalb liegt seiner Wahlwerbung gleich ein Los bei. Das verbindet Politik und Geschäft, wie es uns die Butterfahrtenbranche seit Jahren erfolgreich vorzelebriert. Das einzige was mich ein bisschen verwirrt, sind die Gewinne. Weniger der Kochkurs auf Platz 1 (für eine Person, die pünktlich um 18.30 Uhr im Elektrofachgeschäft S. Ruth anzutreten hat), sondern die Plätze 2 bis 20: Das sind ausschließlich Messer. Da wird doch wohl nicht Michelinos italienische Seite zum Vorschein kommen?

Montag, 28. Januar 2008

Übersinnlicher Hirntod

Letztens im Restaurant neben mir: So ein hippes Pärchen, sahen beide so Marketingagentur-mäßig gegelt aus.
Sie: »Also ich glaube schon sehr an Übersinnliches. Letztens wollte ich eine Freundin von früher anrufen, doch ich wusste ihre Nummer nicht mehr. Dann ist sie mir Nachts im Traum erschienen und hat sie mir verraten.«
Ich (in Gedanken): Ja klar, oder haste im Halbschlaf die Auskunft angerufen, du doofe Nuss?
Er: Ja, was es nicht alles gibt. Ich konnte früher meinen Herzschlag selbst regulieren und ihn dabei völlig abstellen.
Ich (in Gedanken) : Sicher, du Spinner, und bis heute hat niemand deinen Hirntod bemerkt.
Manchmal kann man gar nicht glauben, was für Torfnasen es doch gibt. Glauben die tatsächlich, daß ihnen einer diesen Blödsinn abnimmt? Andererseits, mir hat mal ne gute Bekannte am Telefon todernst erzählt, ihr Vater könnte levitieren. Das wäre früher völlig normal gewesen. Seitdem habe ich deutlich seltener mit ihr gesprochen.

Donnerstag, 24. Januar 2008

WiSim gesucht

Gibt es derzeit eigentlich noch richtige Wirtschaftssimulationen? Egal auf welchem System. Mir will partout keine einfallen.

Müde geht die Welt zugrunde

Boah ey, früh ins Bett gegangen, spät aufgestanden und trotzdem müde wie ein Hamster zu Allerheiligen. Ich glaube ich habe die Schlafkrankheit. Obwohl für ne Krankheit macht mir das Schlafen viel zu viel Spaß...

Mittwoch, 23. Januar 2008

Dumm gelaufen

So ein Pech aber auch: Da hatte der gute Heath Ledger so eine absolute Killeridee, um mal wieder in die Schlagzeilen zu kommen. Stirbt er doch tatsächlich und denkt sich dabei sicher noch: Ah, morgen früh stehe ich garantiert in der Bild auf Seite 1. Und was passiert? DJ Tomekk hebt am Ar... der Welt den Arm zum freundlichen Gruß, singt ein fröhlich Lied und schon hat er die Schlagzeile.

In der Ruhe liegt die Kraft

Ah, herrlich, seit drei Wochen der allererste Tag komplett ohne Arbeit. Tief durchatmen, alles schön langsam angehen und in aller Ruhe dem süßen Nichtstun frönen. Dazu viel Spaß mit fremder Leuten iPhones, paramilitärischen Skihelmen und dem wohl wahrscheinlich unfreundlichsten Italokellner Süddeutschlands. Nee, aufgeregt habe ich mich trotzdem nicht, dafür war mir meine Ruhe heute viel zu wichtig. Ha, so sollte es jetzt bis mindestens Juni weitergehen...

Samstag, 19. Januar 2008

Spaß mit Diktatoren

Heeeeh, RTL, aufgepasst: Wenn eure Dschungelshow mal die Quote nicht mehr erfüllt, wie wärs dann mit der Variante: »Ich bin Diktator, holt mich hier raus."« Für die erste Staffel würden sich der Herr mit dem langen Namen aus dem Iran, Kim Jong-Il, Meister Putin, Gadaffi, Osama Bin Laden und Fidel Castro als Alterspräsidenten anbieten. Den Rest der Plätze könnte man wahllos mit ein paar Selbstmordattentätern oder sonstigen Fanatikern auffüllen. Jeden Tag wählt die UNO einen aus, der die Dschungelprüfung (Atombombenweitwurf oder so was) bestehen muss. Können die sich nicht einigen, also eigentlich immer, übernimmt das Publikum oder im Zweifelsfall George Bush die Entscheidung. Die Insassen von Guantanamo Bay dürfen dann jede Woche einen rauswählen, der zu ihnen einquartiert wird. Als Gaststars werden zeitweise Monsieur Sarkozy und Signore Berlusconi dazu gesteckt. Schwups, schon ist das Übel der Welt auf wenige Quadratmeter Urwald reduziert. Und wenn darauf, also so ganz aus Versehen, ein besonders dicker Knallkörper fallen würde, würden die Herrschaften sicherlich niemandem wirklich fehlen. Ich werde morgen mal einen Brief an RTL schicken. Wäre ja gelacht...

Mittwoch, 16. Januar 2008

Nomen est Omen

Wenn ein Ort wie Baldham einen Bürgermeister mit dem schönen Namen Niedergesäß hat, braucht sich niemand zu wundern, wenn Herr Fickenwirth jetzt auch ins Rathaus will.

Dienstag, 15. Januar 2008

Drucksachen

Eben am Briefmarkenautomaten: Ich will eine Briefmarke ziehen, schmeiße die 55 Cent ein und das Ding fängt an zu rödeln und zu rödeln und zu rödeln... Bis plötzlich die Meldung kommt: »Weil der Drucker defekt ist, kann dieser Automat die Briefmarke leider nicht ausdrucken. Wenden Sie sich bitte an den Postschalter. Ein Beleg wird für sie ausgedruckt.« Äh, ich dachte der Drucker ist kaputt...

Montag, 14. Januar 2008

HD wider Willen

Endlich ist alles aufgebaut. Nach einem durchhämmerten Sonntagnachmittag (»Wie, die Löcher für die Rollen sind nicht vorgebohrt?«) und viel Kartonrumräumerei stehen endlich der Rolltisch und der darauf gehörende Fernseher harmonisch an ihrem Platz. Mein Pornogerät mit 94 Zentimeter Bildschirmdiagonale und Full-HD habe ich ja eigentlich nur gekauft, um auf Xbox 360 und PS3 endlich in HD spielen zu können. Woran ich vorher nicht gedacht habe: Mit der PS3 habe ich ja auch einen Bluray-Player, theoretisch und eigentlich auch praktisch könnte ich ja jetzt Filme in HD gucken. Praktischerweise kosten die zum Ausleihen in unserer Videothek nicht mehr, als normale DVDs. Ich vermute mal, ich bin nicht der einzige, dem das so ergeht. Man kauft HD für die Konsole, erst dann kommt man auf die Idee mit den Filmen. Schlechte Karten für Toshibas HD-DVD-Standard (Waaah, dieses Namenswirrwarr), denn dafür muss man ja entweder noch nen Extraplayer kaufen oder dieses laute Laufwerk von Microsoft. Deshalb wage ich mal die Prognose: Damit wird sich Bluray wohl tatsächlich auf die Dauer durchsetzen, denn die Zahl der PS3s samt HD Fernsehen dürfte schon recht hoch sein. Allerdings sind meine Prognosen bei solche Sachen immer mit Vorsicht zu genießen: Ich habe ja auch mal behauptet, Video 2000 wäre das System der Zukunft...

Samstag, 12. Januar 2008

Ja, ja, jahaaa...

... die Straußen werden ihm den Rest geben.Wenn ich mit meiner nächsten Prognose wieder richtig liege, kriege ich sogar Angst vor mir selber. Ach ja, liebes RTL: Bitte mehr Isabell-Dusch-Badeszenen mit ein wenig Weichzeichner. Vielen Dank!

Bübchen an die Front

Was ist die Nachricht des Tages: Daß Klinsmann demnächst die Bayern in Trance redet? Nein, das interessiert mich nicht. Viel wichtiger ist, dass dieses Softy-Bübchen die übernächste Dschungelprüfung absolvieren soll. Durch die nächste mampft sich ja schon das DSDS-Moppeldingens. Aber danach sollte unbedingt die Boygroup-Heulsuse ran. Ich hoffe mal, dass dessen Fans so blöd sind und auch noch glauben ihm einen Gefallen zu tun, wenn sie das Weichei wählen. Und wenn nicht, investiere ich eben selber 50 Cent um dafür zu sorgen. Das ist mir den Spaß wert. Danach geht er sicher freiwillig zurück zu Mama, wetten? Denn die vollen 16 Tage ertrage ich das Gummibärchen nicht. Und wer Dschungelkönig wird? Natürlich Bata Illic, fordert zumindest das FBI (Freunde Bata Illics).

Mittwoch, 9. Januar 2008

Plan B

Wenn man, wie ich, bereits 15 Jahre in der selben Branche arbeitet, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man überlegt, mal was anderes zu machen. Die Stelle als Chef bei Blizzard (siehe Posting weiter unten) ist mir noch zu nah am alten Beruf. Und den Job als Stripper in einem russischen Tanzlokal, den mir eine besorgte Seele ans Herz gelegt hat, fällt wegen Rheumabeschwerden auch aus. Aber wie wärs denn, wenn ich mich als postkommunistischer Schöngeistautor verdingen würde? Am besten in England, die haben so ein herrlich laxes Sozialsystem. Dann lege ich mir noch so einen bescheuert verniedlichten Namen zu, wie »Puddy Percwick«, »Wolly Worthley-Winteringham« oder »Bertie Batholomae Brewsterfield« und widme die ersten fünfzig Jahre meines Lebens der Verherrlichung des Sozialismus in elendlangen, zum Sterben öden Romanen. Mein restliches Leben gebe ich mich dann der Trunksucht hin. Mit 70 kriege ich wahrscheinlich den Nobelpreis und mit 80 eine neue Leber, aber nur posthum. Also die Leber, nicht den Nobelpreis. Klingt doch nach ner anständigen Art, sich schon zu Lebzeiten ein Denkmal zu setzen. Und ich könnte in der freudigen Gewißheit sterben, daß etliche Schüler meine langweiligen 1000-Seiten-Schinken während ihrer Schullaufbahn durchackern müssten. Herrlich!

Patent-Daumen

Peinlich, peinlich: Beim Übersetzen eines Comics nach Originalvorlage habe ich mit dem Daumen eine komplette Sprechblase verschmiert. Der Text war nicht mehr zu Lesen. Dabei lag der Finger höchstens eine Minute darauf. Was tun? Beim Auftraggeber anrufen und ein neues Heft anfordern? Zu peinlich. Eine aberwitzige Konstruktion aus zwei Halogenlampen, die das Heft aus verschiedenen Winkeln beleuchtete, sorgte zum Glück für Abhilfe. Schräg gegen das Licht gehalten konnte ich die Worte unter dem Geschmier doch noch erkennen. Vielleicht sollte ich mir das Ding patentieren lassen.

Sonntag, 6. Januar 2008

Wenn man nach fast drei Wochen...

... zurück aus dem Urlaub ist, kann es sein, daß, auch wenn auf der Packung im Kühlschrank »Frischkäse« draufsteht, darin das verschimmelte Grauen lauert.

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