Dienstag, 6. November 2007

Nicht zu fassen

Also wenn ich so was wie das hier lese, weiß ich echt nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Wie dreist und dumm muss eine Kassiererin in einer Bank sein, wenn sie kleinen Kindern Winzbeträge aus der Spardose klaut? Für solche Verbrechen sollte es eine eigene Form der Strafe geben. Nicht Knast oder Geld, sondern den guten alten Pranger. Die Dame sollte einen Monat lang in der Fußgängerzone der Augsburger Innenstadt mit einem Schild um den Hals stehen, auf dem zu lesen ist: »Ich beklaue kleine Kinder«. Sagen wir mal von Morgens um neun bis Ladenschluß.

27 Comments:

At 06 November, 2007 01:32, Anonymous dago meint...

Ich hab ja ma so gar nix für Kinder übrig, aber DAS is ne Sauerei... die Idee mitm Pranger is klasse!

 
At 06 November, 2007 08:29, Blogger Schlunz meint...

Das habe ich auch morgens um 7 in den Radionachrichten gehört und mich gefragt, weshalb derartige Meldungen in einer Reihe mit Pakistan oder EU-Politik kommen - aber inhaltlich ändert das nichts daran, daß Du recht hast. Man weiß ja auch, daß Kinderspardosen-Klauer in der Knast-Hierarchie auf einer Stufe stehen mit... - na ja, lassen wir das.

 
At 06 November, 2007 10:02, Blogger Tsuran meint...

Uaah, und das bei uns in Augsburg! Und dann auch noch eine Mutter mit zwei Kindern - schon traurig.

 
At 06 November, 2007 11:18, Anonymous Mike meint...

Oh Mann wie geil ^^

Werde ich gleich mal meiner Dozentin in Privatrecht vorlegen... die steht auf sowas :-D

 
At 06 November, 2007 13:48, Anonymous Anonym meint...

Tja, da gilt mal wieder: Von den USA lernen heißt Siegen lernen. In Gods Own Country ist derartiges unlängst bereits wieder eingeführt worden (nachzulesen z.B. hier http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/441/114327/)

Mich beschleicht dabei aber ehrlich gesagt ein eher ungutes Gefühl. Steht der entstehende soziale Schaden für den Delinquenten wirklich in einem angemessenen Verhältnis zur Tat?

Und selbst, wenn man meinen sollte, das müssten sich die Leute halt vorher überlegen: Wer will solche Fälle wirklich moralisch bewerten? Der Kinderspardosenfall scheint eindeutig, aber was ist z.B. mit beim Arbeitgeber "mitgenommenem" Kopierpapier u.ä.?

Ist das auch ein Fall für den Pranger, oder doch eher für eine "normale Strafe", oder ist es gar absolut OK, schließlich nimmt man es ja vom "Richtigen"?

Kurzum: Ich habe den Eindruck, mit einem mitteleurpäischen Strafrecht, wie es huer existiert, fahren wir insgesamt ganz gut. Das Mittelalter darf Mittelalter bleiben.

 
At 06 November, 2007 14:52, Blogger Mick meint...

sehe ich völlig anders. Eine Strafe soll eine Strafe sein. Und einfach ein bisschen Geld zahlen ist doch reichlich wenig. Denn die Bewährungsstrafe ist doch ein zahnloser tiger. Bei 6 Monaten taucht die nicht mal im führungszeugnis auf, also wozu dann erst überhaupt ne Bewährungsstrafe verhängen? Nee, ich bin ein großer Freund der Tatbezogenen Strafe. Wer i. B. im Verkehr andere belästigt oder rast, sollte den Straßenrand säubern. Was meinst Du stört den wohlbetuchten Mercedes-Raser mehr: wenn er eine Geldstrafe aus der Portokasse zahlt, oder vor aller Augen Müll einsammelt? Wer kleine Kinder beklaut ((moralisch deutlich schäbiger, als dem chef das Kopierpapier zu entwenden) sollte in der Innenstadt frohe Stunden verbringen. Das hat nichts mit Mittelalter zu tun, sondern einem nicht richtig funktionierenden Strafrecht, das Täterschutz über Opferschutz setzt, und vor lauter Tätermitleid den Sinn und Zweck der Strafe vergisstr. Nämlich die Abschreckung anderer. Wer sich vor Nachbarn und Freunden mit so einem Schild blamiert, überlegt sich seine Tat garantiert vorher zweimal, als wenn er ein bisschen Geld bezahl, wovon das Umfeld nichts mitbekommt.

 
At 06 November, 2007 16:39, Anonymous Sempai meint...

@Mick:

Wobei solche "Pranger" eindeutig nicht in unser Rechtssystem gehören.Kleinen Kindern das Geld zu klauen ist zwar schäbig,aber wir sind hier nicht in den USA,wo man für den Diebstahl von 2 Dollar einen Tag mit einem Schild an eine Kreuzzung gehört.

 
At 06 November, 2007 17:22, Blogger Mick meint...

und warum nicht? Gerade die Vernachlässigung der sogenannten "Kleinkriminalität" führt dazu, dass sie sich immer mehr ausbreitet. Was kann dir auch schon groß passieren. Aber so eine Demütigung ist schon eine gute Strafe und wirkt garantiert auch auf potentielle Ersttäter abschreckend! Außerdem ist diese Art der Strafe sehr kostengünstig, und belastet außer dem Betroffenen niemanden. Unser Rechtssystem versagt in vielen Bereichen, kleinkriminalität ist nur eins davon. Oder stell dir mal vor, Herr Ackermann hätte statt ein, zwei Milliönchen aus der Portokasse zu zahlen, drei Monate Parkanlagen sauberhalten dürfen. Wäre garantiert deutlich wirksamer als Maßnahme, als diese Nullstrafen, die solche Typen aus dem Portemonnaie heraus zahlen.

 
At 06 November, 2007 17:45, Anonymous Anonym meint...

>>Das hat nichts mit Mittelalter zu
>>tun, sondern einem nicht richtig
>>funktionierenden Strafrecht, das
>>Täterschutz über Opferschutz setzt,
>>und vor lauter Tätermitleid den
>>Sinn und Zweck der Strafe vergisst.

Diese Klage hört und liest man ja recht oft. Klingt gut, aber ist es auch so? Ich kann das nicht wirklich beurteilen, da ich nur über Presseberichte mit dem Thema in Kontakt komme, was selten für ein fundiertes Urteil reicht...

Ausgehend von der Menge an Kriminalität, die man hierzulande so erlebt, habe ich einfach den Eindruck, dass das Bestrafungssystem im Großen und Ganzen hier einigermaßen gut funktioniert. Nicht perfekt, aber schon ganz gut.

Und dabei ist mir immerhin bisher ein Fahrrad, einmal die Brieftasche und kürzlich ein Navi geklaut worden, was dann inkl. Schaden am Auto durchaus ins Geld geht. Trotzdem habe ich nicht das Bedürfnis, diese Herrschaften am Pranger zu sehen. Wem soll das nützen?

Letztlich bedient so etwas nur die Sensationslust - das ist zwar nicht unmodern, hat aber eben doch sehr viel mit Mittelalter zu tun. Es fällt mir äußerst schwer zu glauben, dass derartige Strafen wirklich abschrecken. Wer klaut, geht ja erst einmal davon aus, nicht erwischt zu werden. Würde die Theorie "Drakonischere Strafen = weniger Kriminalität" stimmen, dürfte es z.B. in USA praktisch keine Kriminalität geben. Stattdessen ist es deutlich schlimmer als hier.

Und abschließend noch einmal ein kurzer Einwurf zur moralischen Bewertung: Die beiden Fälle scheinen erst einmal moralisch einfach bewertbar. Aber ist es wirklich weniger schäbig, dem Chef das Kopierpapier zu klauen? Oder allgemeiner: Wer definiert was moralisch schäbig ist und was nicht? Hoffentlich nicht das gesunde Volksempfinden.

 
At 06 November, 2007 18:09, Blogger Mick meint...

es geht nicht um drakonische Strafen, sondern um welche, die die Leute davon abhalten. Denn wenn ich weiß, dass all meine Nachbarn das mitkriegen, wenn ich verurteilt werde, überlege ich mir das zweimal. also nützt der Pranger, bzw. die Öffentlichmachung durchaus. Denn drakonischer ist sicherlich eine Geld oder Gefängnisstrafe. Niemand gesteht vor Freunden und Bekannten gern Verbrechen ein, was aber dann genau gemacht würde. Profi-Einbrecher schockt das sicher nicht. Aber die machen ja nicht die Masse an dieben aus. Es sind die kleinen und vermeintlich harmlosen Diebstähle. Dabei gibt es so etwas wie harmlosen Diebstahl gar nicht.
Etwas mehr gesundes Volksempfinden stünde unserer Justiz durchaus gut an. Das Strafmaß könnte aber wie gewohnt der Gesetzgeber festlegen, mit der Prämisse, den Schimpf und Schande-Faktor möglichst hoch zu halten. Und nein, kopierpapier klauen ist auch kein Kavaliersdelikt und führt auch heute schon zur fristlosen Kündigung - ein sehr probates Mittel, wie ich finde, denn auch dadurch wird das bei den Kollegen schnell bekannt, wer geklaut hat.

 
At 06 November, 2007 18:31, Anonymous Anonym meint...

>>Etwas mehr gesundes Volksempfinden
>>stünde unserer Justiz durchaus gut an.

Vorsicht vor der (zugebenermaßen absichtlich ausgelegten) Eva-Hermann-Falle ;-). Für diesen Satz in dieser Form würde man heutzutage umgehend aus jeder Talkshow ausgeschlossen.

Und mit dem "Gesunden Volksemfinden" ist ja auch wirklich nicht zu spaßen, da würden sonst schneller als man gucken kann öffentliche Hinrichtungen wieder eingeführt...

Letzter Satz zur trotzdem ganz netten Diskussion: Ich glaube der wirklich Hauptunterschied unserer Ansichten ist, dass ich nicht wirklich an die Wirksamkeit derartiger Maßnahmen glaube, sondern sie eben eher so einschätze, dass damit höchstens ein paar sensationsgierigen Idioten Futter geboten wird. Da werden wohl heute auch nicht mehr einig.

 
At 06 November, 2007 19:38, Blogger Dr.Best meint...

uff... schäbig

 
At 06 November, 2007 22:24, Anonymous Alandur meint...

Für eine Handvoll €... pffft.

 
At 07 November, 2007 00:14, Blogger Mick meint...

@anonym: Wenn man dafür aus ner Talkshow rausfliegen würde, wäre das nur der endgültige Beweis dafür, wie weit es mit der Meinungsfreiheit her ist und ein guter Grund, die dinger allesamt abzusetzen mit der Begründung: Durch das viele Geschwalle dort tritt zu viel heiße Luft aus, und das ist schlecht fürs Klima. Was man mit der armen Eva Hermann gemacht hat, ist eh wieder so ein Sonderkapitel für sich. Wenn sogar die Süddeutsche und der Spiegel Partei für sie und gegen Kerner ergreifen, spricht das Bände.
zum Thema Strafe: Du läßt Dir ne Menge origineller Strafen entgehen. Ich bin mir sicher, unsere Herren Richter hätten an den kreativen Möglichkeiten meines Systems ihren Spaß.

 
At 07 November, 2007 09:09, Blogger Schlunz meint...

Spaßig wär's, aber wenn Du Strafverteidiger wärst, würdest Du auch all diejenigen Fälle mitbekommen, in denen jemand "unverschuldet" in die Mühlen der Staatsanwaltschaft gerät, und zwar Leute wie Du und ich, keine typischen "Verbrecher". Die sind schon jetzt dem "gesunden Menschenverstand" des Staatsanwalts und des Amtsrichters sehr weit ausgeliefert. Und auch in Fällen, die mit Sicherheit vorsätzlich geschehen sind, muß die Strafe aus gutem Grund schuldangemessen sein.

Der Artikel in der SZ "Wenn der Staatsanwalt unter die Theke schaut" vom 5.11. war ein hervorragendes Beispiel dafür, wie allein Ermittlungen jemanden sozial und beruflich erledigen und faktisch weit über das Maß hinaus bestrafen können, das tatangemessen wäre.

Es ist ein kriminologisches Faktum, daß keine Strafandrohung gleich welcher Art die Begehung einer Tat verhindern kann, insbesondere nicht - das ist logisch - fahrlässige Straftaten.

Und ich bin absolut nicht naiv, und ich habe sicher nicht zuviel Mitleid mit Straftätern. Aber die persönliche Erniedrigung der Täter, die Du forderst, liegt näher an der Schadenfreude als an der Abschreckung anderer.

 
At 07 November, 2007 09:24, Blogger Mick meint...

genau das wäre in meinem System ja berücksichtigt. Verbrechen sind nichts, das man anonym halten sollte. Das hat mit Schadenfreude nix zu tun. Was wäre für die Spardosendiebin angemessener: 1800 Eure Strafe (wie geschehen) oder die Nummer mit dem Schild um den Hals? Du gehst von vornherein von Fehlurteilen aus, aber das hat ja mit der Form der Strafe nichts zu tun. Was meinst du überhaupt mit "fahrlässige Straftaten" Diebstahl geschieht doch nicht "fahrlässig"?

 
At 07 November, 2007 11:57, Blogger Schlunz meint...

Fahrerflucht geschieht zum Beispiel auch zwangsläufig nur vorsätzlich; trotzdem ist es nach praktischer Erfahrung das Delikt, bei dem eine Vielzahl Unschuldiger verurteilt wird, nämlich diejenigen, die bei Parkplatz-Rangier-Unfällen andere Fahrzeuge berühren und wegfahren, ohne es zu bemerken.

Ohne zu viele fachliche Details: Ich will nur etwas sensibilisieren und davor warnen, an eine Besserung durch Erhöhung des Strafmaßes zu glauben. Und wenn die Prangerstrafe nicht höher, sondern nur anders sein soll, dann muß ich widersprechen. Denn Du willst sie ja, *weil* sie dem Täter mehr schadet, also für ihn schlimmer ist. Und der "Ungerechtigkeits-Effekt" bei denjenigen, die jegliche Strafe eh schon relativ zum Delikt hart trifft, wäre noch viel größer.

Und ich wäre nicht so sicher, ob nicht 1800 Euro "für ein Sparschwein" auch schon einigermaßen geeignet sind, auf die Täterin einzuwirken. Wobei der Eurobetrag wie immer nichts aussagt, sondern nur die Anzahl der Tagessätze aufschlußreich ist, weil der Rest vom Monatseinkommen abhängt. Gerade dieses Verfahren dürfte wohl kostendeckend sein, denn die Verfahrenskosten trägt die Verurteilte ja sowieso zusätzlich.

 
At 07 November, 2007 13:16, Blogger Mick meint...

sehe ich anders, weil meine Variante ja eher die Gerechtigkeit zum Ziel hat. Während unser Strafsystem eher die Verwaltung und Handhabung von Delikten zum Inhalt hat. Ein gravierender Fehler. Der schöne Spruch "Recht und Gerechtigkeit sind nicht dasselbe" trifft leider praktisch immer zu. Für Juristen scheint das Rechtssystem ein akademischer, virtueller Raum zu sein, den man verwaltet und bewirtschaftet Aber Normnalsterblichen wie mir geht es viel mehr um Gerechtigkeit als juristische Abwicklung. Das wird leider komplett übersehen und führt gern zu Selbstjustiz.

 
At 07 November, 2007 14:48, Anonymous Anonym meint...

>>Was man mit der armen Eva Hermann
>>gemacht hat, ist eh wieder so ein
>>Sonderkapitel für sich.

Langsam hätte es sich doch fast gelohnt, sich anzumelden. Nächstes mal...

Da muss ich noch kurz themenfremd einschieben, dass wir in der Beurteilung von Talkshows im allgemeinen und dem peinlichen pseudo-betroffenen Getue in Bezug auf Frau Herman mehr oder weniger einer Meinung sind.

Mrs. Proper als armes Opfer zu shen, fällt mir aber auch nicht ganz leicht. Ich habe eher den Eindruck, das die Beste mit ihrem "Frauen zurück an den Herd"-Thema lediglich dabei war, eine Goldmine zu plündern, selbst aber nicht wirklich glaubt (und/oder weiß?), was sie sagt. Insofern war es kein Schaden, sie weitgehend aus der Öffentlichkeit zu entfernen.

 
At 07 November, 2007 16:00, Blogger Mick meint...

ob und/oder was die Hermann tatsächlich wollte, ist mir mehr oder weniger egal. Was mich stört ist dieses reflexhafte "Nazi-Nazi"-Gebrüll aus den wohlbekannten Quellen, sobald einer mal was sagt, was einigen selbsternannten Zeitgeistlern nicht in den Kram passt. Und wenn sich dem auch noch B- und C-Promis anhängen, damit sie mal wieder wo erwähnt werden, ist das schon reichlich peinlich. Vor allem daß sich ausgerechnet die Schreinemakers so aufplustert ist doch schon reichlich lächerlich, die wurde ja schon mehrfach vom Bildschirm entsorgt, wann kapiert die das endlich mal?

 
At 07 November, 2007 17:25, Anonymous Sempai meint...

@ Mick:

Nur wo kommen wir hin,wenn wir aus Rache andere Menschen an den Pranger stellen - wortwörtlich oder im übertragenden Sinn? Es hat schon seinen Grund,dass unparteiische Richter urteilen und nicht der kochende Volksmob.

 
At 07 November, 2007 18:08, Blogger Mick meint...

wer redet von Rache? Ich nenne das angemessene Bestrafung. Und wer redet von unparteiischen Richtern? Wer mit denen mal zu tun hatte, redet eher von uninteressierten Berufsakademikern. Mir geht es nicht um Rache, und von einem "Volksmob" war auch nie die Rede. Ich rede von einer Überarbeitung unseres Rechtssystems, das auf Gerechtigkeit, statt akademisierten Fallstudien basiert. Denn wenn erst mal sich die Meinung manifestiert, dass von der Justiz keine Gerechtigkeit zu erwarten ist, DANN ist allerdings tatsächlich mit einem Volksmob zu rechnen. Wei gesagt, seit den 70iger Jahren rangiert in Deutschland (und so ziemlich nur bei uns) Täterschutz vor Opferschutz. Ein Problem, auf das auch schon Fachleute wie Eduard Zimmermann immer wieder hingewiesen haben. Aber unsere Justizbeamten, Richter etc. haben an Gerechtigkeit keinerlei Interesse. Denen geht es um befolgung von Gesetzen, wie al0bern die auch sein mögen. Sie betrachten das Rechtswesen als bewirtschaftbares Feld, das für ihr Einkommen sorgt, oder als akademischen Spielball, statt als bittere Realität. Guck dir nur mal die Urteile an, über die so berichtet wird und die allesamt völlig legitim sind. Dann kann man schon mal ins Grübeln geraten und über andere Lösungen nachdenken. Und meine Variante ist ja völlig unblutig. Dabei kommt ja niemand zu Schaden. Was ist so schlimm daran, wenn ein Firmenchef wegen massiven zu schnell fahrens statt Geld zu bezahlen, mal den Straßenrand säubern muss? Das ist für den Mann bedeutend schlimmer, als die Geldbuße. Andersherum könnte man einen Hartz-IV-Empfänger tatsächlich eher beim Geldbeutel packen. Das müsste man eben von Fall zu Fall entscheiden, immer mit der Prämisse im hinterkopf, welche Strafe bleibt am besten haften. Und unterstell mit Platitüden wie "wütender Volksmob" o. ä. bitte nicht Sachen, die ich gar nicht gesagt habe.

 
At 07 November, 2007 20:00, Anonymous Anonym meint...

ich würd da nicht so schnell so hart urteilen. Wer sowas macht ist doch bestimmt krank. Hat also evtl. Kleptomanie oder sowas.

by Sebastian

 
At 07 November, 2007 21:38, Anonymous Sempai meint...

@Mick:

Wobei "Gerechtigkeit" sehr subjektiv ist ;)

 
At 08 November, 2007 08:54, Blogger Schlunz meint...

Und hast Du Dir mal überlegt, daß vielleicht bevorzugt über das halbe Promill der Urteile am liebsten berichtet wird, die völlig aus dem Rahmen fallen, zum Beispiel *weil* der Richter sich total verrannt und allen Prozeßbeteiligten vielleicht seine vorgefaßte Meinung aufgezwungen hat?

Und beispielsweise das Fahrverbot als Maßnahme bei zu schnellem Fahren schadet sehr vielen Betroffenen sehr intensiv, bis hin zu Verlust des Arbeitsplatzes, Entfall des Jahresurlaubs oder des faktischen Umgangs mit ihren (Scheidungs-)Kindern für ein oder zwei Monate, ohne daß deswegen vom Fahrverbot abgesehen würde.

 
At 08 November, 2007 10:28, Blogger Mick meint...

und was sollte man Deiner Meinugn nach mit solchen Leuten machen? Sei einfach weiterfahren lasse und sich und andere in Gefahr bringen? Wohl kaum, oder?

 
At 08 November, 2007 11:39, Anonymous Mash meint...

@Mick:

Immer schauen, was angemessen ist. Ich bin ja schon eher der Meinung, dass Strafe etwas sein soll, was den Betroffenen die Chance lässt, weitermachen zu können. Und natürlich den Rest abschrecken soll, auch sowas zu machen.

Die Kassiererin ist IMHO schon damit bestraft genug, dass sie ihren Job verloren hat und der Vorfall mit Sicherheit Eingang ins Arbeitszeugnis findet, womit auch eine weitere Anstellung vermutlich nicht mehr in Frage kommt.

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home

kostenloser Counter