Dienstag, 13. November 2007

I-gitt

Gibt's eigentlich heutzutage noch irgendwo dieses blöde große Emanzen-I? Wer's nicht mehr kennt: Das war in den 80igern Mode und galt in gewissen Kreisen als extrem fortschrittlich. Deshalb wurden z. B. in Bochum über Nacht alle Studenten plötzlich zu StudentInnen, und das völlig ohne wichtige Teile von männlichen Fachschaftlern zu entfernen. Zum Glück ist dieses Verbrechen an der Rechtschreibung dann wieder weitgehend verschwunden. Oder findet man das heute doch noch irgendwo? Heute ist es ja eher umgekehrt. Der Trend geht zum kleinen Apple-i. Also iPod oder iPhone. Aber auch das ist in 20 Jahren wieder weg. Wetten daß?

26 Comments:

At 13 November, 2007 00:29, Blogger wolf meint...

Klar gibt es das "I" in der Mitte von Worten. Die andere Variante ist die Klammer-Variante z.B. Mitarbeiter(innen) noch schöner Kolleg(inn)en. Aber die schönste Stilblüte finde ich Wortschöpfungen wie GästInnen.

 
At 13 November, 2007 00:37, Blogger Ulf meint...

Mein Ipod ist toll. Upps, falsch rum geschrieben...

 
At 13 November, 2007 00:53, Blogger Mick meint...

@Wolf: Wer schreibt denn "GästInnen" auf eine Einladung und erwartet dann auch noch, das jemand kommt?

 
At 13 November, 2007 09:42, Anonymous Mash meint...

Nicht zu vergessen die schöne Firma Interactive Magic, die Mitte bis Ende der Neunziger mit dem kleinen "i" große Erfolge feierte - wer erinnert sich nicht an "iF-22", "iF/A-18", "iPanzer '44" und "iM1A2"?

Wer sagt da "Hä?" ;)

 
At 13 November, 2007 09:55, Anonymous Basileus meint...

Und wie es das gibt. Der Fachterminus lautet übrigens "Binnen-I".
Den Höhepunkt pseudo-emanzipatorischen Schwachfugs erlebte ich im übrigen Anfang der 90er an der Universität Düsseldorf, wo die Einladung zu einer Veranstaltung mit dem Datum "4. Julia" angegeben war und nein, das war nicht scherzhaft gemeint.

 
At 13 November, 2007 09:56, Anonymous Anonym meint...

http://de.wikipedia.org/wiki/Binnen-I

 
At 13 November, 2007 10:00, Blogger Mick meint...

@basileus: ich kenne nur eine Julia und die ist ziemlich hübsch ;-) Aber wenn die 4. Julia derjenigen ähnlich ist, lasse ich mich gern von ihr einladen. ;-)
Aber dieses "Binnen-I" wird doch nirgendwo mehr verwendet. Feministinnen gibts doch auch nur noch auf dme Papier. (und unter den Emma-Abonenten. :-)

 
At 13 November, 2007 12:56, Anonymous dago meint...

doch... wird es... an Unis mit extrem linken ansätzen! kommt ma nach lüneburg... ^^

 
At 13 November, 2007 13:09, Blogger Mick meint...

komisch, ich dachte diesen linken Unis geht das Geld aus mangels
Eliteförderung...

 
At 13 November, 2007 13:52, Blogger Schlunz meint...

*haha*, sehr schöner Seitenhieb. Wir sind uns mal wieder einig; nicht immer, aber hier schon. - Meine Erfahrung ist, dass dieses "Binnen-I" (sehr schöner unpolitisch-grammatischer Begriff) sich zwar nicht mehr oft hervortraut, wenn aber doch, dann allgemein erkannt und akzeptiert wird. Man weiß, was es ist; man hat den Widerstand aufgegeben; man muß es nicht mehr in jedem Einzelfall ausdiskutieren. Insofern haben die genannten Emanzen ja doch was erreicht. Denn wer will, kann es verwenden.

 
At 13 November, 2007 16:39, Anonymous Anonym meint...

Ein I könnte man euch als Phallusymbol verstehen. Ein i ist darum das modere, emanzipierte und politisch korrekte I.

 
At 13 November, 2007 19:04, Blogger .hugn meint...

Willst du mit der letzten Frage etwa auf die neue Rechtschreibung anspielen?
Ich möchte mich nicht schonwieder umgewöhnen...
1. Klasse Neue
2. Klasse Alte
3. Wieder Neue

Das reicht.

 
At 13 November, 2007 19:25, Blogger ich mittendrin meint...

ich sage das kleine i ist nächste Jahr schon wieder out ^^

 
At 13 November, 2007 22:47, Blogger Flo_the_G meint...

Ach das ist nur an Unis mit extrem linken Ansätzen so? Dann sollte ich meinen Glauben an die Menschheit wohl doch nicht nicht vollends aufgeben.
Bei uns an der Uni Hamburg grassiert das nämlich ungehemmt, ist immer und überall anzutreffen, und erregt höchstens in seltenen Fällen durch seine Abwesenheit Aufmerksamkeit...

 
At 14 November, 2007 01:20, Blogger Mick meint...

@schlunz: nö, das wird offiziell nirgendwo anerkannt. Wenn ich irgendwo einen Artikel mit diesem Emanzen-I anbieten würde, hätte ich binnen Sekunden sämtliche Textchefs Deutschlands auf dem Hals. :-)
@flo: Bist du etwa stolz darauf auf ner Leistungsverweigerer-Uni... äh, so ner linken Kaderschmiede zu sein. Sowas macht sich doch nicht gut im Diplom. ;-)

 
At 14 November, 2007 14:03, Anonymous Anonym meint...

Ich finde das i beim iPod schon optisch interessanter als ein Ipod. Ist einfach stylischer. Gibts denn schon einen "iPod 2.0"? ;)

 
At 14 November, 2007 14:27, Blogger Hazamel meint...

Nenn das Ding iMer, klei ein Apple-Logo drauf und das Dinger verkauft sich für 50€ wie geschnitten Brot ;)

 
At 14 November, 2007 15:02, Blogger Avantenor meint...

Das Binnen-I wurde zu meinen Schulzeiten noch regelmäßig bei den Rundbriefen unserer Schulleitung verwendet. Und das ist noch kein Jahrzehnt zurück.

Allerdings sind mir inzwischen schon Meinungen von Frauen begegnet, die der Meinung waren, daß diese überbetonte Trennung in männlich und weiblich die Geschlechterdiskriminierung nur gefördert hätte.

 
At 14 November, 2007 17:21, Blogger Stefan meint...

Es gibt hier in Leipzig (ich weiß, Du liebst diese Stadt) immer noch HinterwäldlerInnen, die darauf bestehen, dass der StudentenRat weiterhin als StudentInnenRat bezeichnet werden soll. Jegliche Anregungen und Kritik meinerseits gingen bisher völlig unter.
Es wird sich wohl noch eine weile halten.

http://www.stura.uni-leipzig.de/index.php?id=20

 
At 14 November, 2007 19:14, Blogger Eldest meint...

Ein Highlight welches mir mal unter die Augen gekommen ist, war SchulleiterInnen

 
At 14 November, 2007 20:36, Anonymous dago meint...

"komisch, ich dachte diesen linken Unis geht das Geld aus mangels
Eliteförderung..."

Hmm... nuja, sagen wir so: den "extrem" linken Studenten geht bald das Geld für die "extremen" Studiengebühren aus ;) Aber nach 20-30 Semestern muss ja auch ma Schluss sein... xD

Und Eliteförderung... pah! Wir sitzen auf 12 Millionen Studiengebühren, die wir dank rechtlicher Einschränkungen kaum ausgeben dürfen. xD

 
At 15 November, 2007 01:33, Blogger Flo_the_G meint...

@mick: Stolz? Gott bewahre. Lässt sich ja aber doch nicht ändern, zumindest nicht wenn man beim Studieren noch Hotel Mama in Anspruch nehmen will. ;)
Aber Diplom... die Zeiten sind vorbei, man kann hier praktisch nur noch auf Bachelor studieren. Allerdings ohne Rose.

 
At 15 November, 2007 15:46, Blogger Steffen meint...

naja, das ist heutzutage meist ähnlich obskuren Partizip-Konstruktionen gewichen - die guten "Studierenden" gibt's jetzt überall. Genauso albern, spätestens wenn man ein weiteres Partizip in den Satz packt ("essende Studierende"?). Obs jetzt auch Lehrende oder Gastende gibt, entzieht sich meiner Kenntnis...

 
At 15 November, 2007 21:58, Blogger Dr.Best meint...

Sitzen 2 FeministInnen am Frühstückstisch...
>>Reichst du mir mal bitte
die SalzstreuerIn?<<

O_o ich weis das is nich witzig
aber ich konnt's mir beim besten
Willen nicht verkneifen.

 
At 16 November, 2007 15:19, Blogger PropheT meint...

Das schlimmste sind die Leute, die das so doppelt Sprechen, also "Liebe Schüler...und Schülerinnen", finde ich unnötig.

 
At 23 November, 2007 16:53, Anonymous Uli meint...

Auch schön: am Theater gibts keine Schauspielerinnen mehr, sondern nur noch Schauspielinnen. Gesehen hier: http://www.theater-rudolstadt.com/www/theater/ensemble/mitarbeiter/
Demnach dürfte auch Schülinnen statt Schülerinnen möglich sein, und Schulleitinnen, wo wir schon dabei sind :-)

 

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