Donnerstag, 11. Oktober 2007

Nicht so nobel

Während die Entscheidungen im naturwissenschaftlichen Sektor meist nachvollziehbar sind, ist der Literatur-Nobelpreis so etwas wie der Querschläger des ehrenwerten Kommitees. Denn da werden meist eher politische Absichten (gern auch sehr wirre), statt schriftstellerische Kompetenz belohnt. Oder musste es unbedingt mal wieder ne Frau sein? Warum Doris Lessing, deren größte Leistung die Heirat mit nem deutschen Kommunisten ist, ausgerechnet den Preis bekommt, kann ich zumindest nicht verstehen, wenn Edelschreiber wie Philip Roth, John Updike oder John Irving nicht bedacht werden. Oder liegt es dran, dass die drei Herren allesamt Amerikaner sind und man in Schweden seit eh ja eher etwa links vom großen Teich gedacht und gewirkt hat? Schade drum, aber beim nächsten Mal führt an einem der drei kein Weg vorbei. Basta.

9 Comments:

At 11 Oktober, 2007 17:46, Anonymous JBird meint...

ja ich weiß, soll jeder denken was er will, finde den artikel von spon aber ganz nett dazu: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,510911,00.html

 
At 11 Oktober, 2007 18:05, Blogger wolf meint...

Ja, über die Vergabe des Literatur-Nobelpreises läßt sich trefflich streiten. Von Doris Lessing habe ich zwei Bücher gelesen: Das goldene Notizbuch und vom zweiten habe ich schon den Titel vergessen. Das goldene Notizbuch fand ich sehr beeindruckend -jedenfalls damals. Ob es heute noch eine so aufregende Lektüre ist (ist ja schon vor 45 Jahren erschienen, ich habe es Mitte der Siebziger gelesen), weiß ich nicht.
Ich vermute mal, nächstes Jahr wird der Preis an einen Autoren/eine Autorin aus einem unbekannterem Literaturland verliehen. Ich fürchte Macel Reich-Ranicki und du müssen sich noch etwas gedulden mit der Auszeichnung für Philip Roth oder John Updike, wenn sie in den Augen des Komitees überhaupt dafür in Frage kommen. Und John Irving ist vermutlich noch 20 Jahre zu jung dafür.

 
At 11 Oktober, 2007 19:37, Blogger Ulv meint...

Hmm, ich bin nicht auf dem neusten Stand. Ich muss mich unbedingt informieren...

 
At 11 Oktober, 2007 20:48, Anonymous Anonym meint...

Tja Mick, jetzt bin ich ziemlich enttäuscht von Dir!

Es scheint so, dass Du keine Ahnung von Literatur hast.

Doris Lessing hat Format, auch wenn Sie ihre besten Zeiten bereits hatte, eine würdige Preisträgerin; wenn Du Dich über "Die Mittagsfrau" ausgelassen hättest, was m. E. ein richtig schlechtes Werk ist und deren Autorin den "Deutschen Buchpreis" erhalten hat, dann, tja dann ...

... geh lieber weiter spielen ...

 
At 11 Oktober, 2007 20:55, Blogger Raven meint...

keine Ahnung von Literatur, nur weil er Doris Lessing nicht gut kennt? Meine Güte. Hab ich keine Ahnung von Musik, wenn ich Händel nur vage kenne? Keine Ahnung von Kritik, wenn man so eine platte Schlussfolgerung zieht, würde ich sagen...

 
At 11 Oktober, 2007 23:25, Anonymous Nik meint...

@raven: Die Kritik an Mick ist ja, dass er der Frau Lessing den Preis absprechen will, obwohl er sie (vielleicht) nicht so recht kennt. Der Nobelpreis ist mMn mehr so eine Auszeichnung für das Lebenswerk, wo man eher vermutet, da kommt nicht mehr viel nach.

 
At 11 Oktober, 2007 23:47, Blogger Mick meint...

@Anonym: Ich kenne die wesentlichen Bücher von Doris Lessing, genau deshalb kann ich es ja nicht fassen, dass man ihr den Literaturnobelpreis zugesprochen hat. Schriftstellerisch ist sie eben ohne Format, da wurden nur wieder politische Meinungen gewürdigt die zudem reichlich fragwürdig sind. Nochmal: Die hat den Preis nicht verdient.

 
At 12 Oktober, 2007 13:49, Anonymous Mash meint...

Da muss ich Mick mal beipflichten: Der Literaturnobelpreis (wie auch der Friedensnobelpreis) werden häufig genug nur nach politischen Vorgaben verliehen - ähnlich wie früher der Eurovision Song Contest, als er noch Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß! ;) (was ein Vergleich ...)

 
At 12 Oktober, 2007 17:34, Anonymous Anonym meint...

Ohne mich im allegemeinen Literaturbetrieb (oder gar den Gepflogenheiten der Nobelpreisvergabe) wirklich auszukennen, habe ich irgendwie das Gefühl, dass John Irving niemals einen Nobelpreis gewinnen wird.

Meinen persönlichen Literaturnobelpreis gewinnt er zwar mit fast jedem neuen Buch, aber die große Stärke seiner Bücher, die meist fantastischen, immer etwas neben der Spur laufenden Charaktere, mit denen man sich immer wieder so wunderbar identifizieren kann, auch wenn ihr Leben mit dem eigenen so gar nichts zu tun hat, sind glaube ich nichts, was einem Preise von komplett elitären Kritikerm einbringt.

 

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