Mittwoch, 3. Oktober 2007

Alle Räder stehen still...

Ich bin kein großer Gewerkschaftsfreund, war es auch nie. Aber wenn ich sehe, mit welcher Arroganz die Bahn gegen die doch sehr berechtigten Forderungen katastrophal unterbezahlter Lokführer vorgeht, kann ich nur sagen: Liebe Lokführer, zeigts den Damen und Herren in der Chefetage mal so richtig.
Mit ein bisschen Glück und Geduld wird dann auch vielleicht einer der größten Bremser und Versager in der Bahngeschichte, der Herr Mehdorn danach seinen Hut nehmen dürfen.
Was mich noch mehr aufregt: Die Kommentare einiger davon betroffenen Unternehmen, wie z. B. Porsche, die darauf pochen, das ihre Zulieferzüge auch bei Streiks pünktlich ankommen. Hallo, Aufwachen, Ihr wirklichkeitsentfremdeten Manager. Wir sitzen hier nicht im Harvard-Business-Seminar. Streik ist ein legitimes Recht zur Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen. Was können die Lokführer dafür, dass Ihr dämlichen Nasen euch vollständig auf die "Just in Time"-Produktion verlasst, ohne wie andere Betriebe auch, rechtzeitig (ja, der Streik schwelt schon länger) ausreichend Lagerbestände zu schaffen. Wie, das ist in euren Quartalsplänen nicht vorgesehen? Tja schade drum, habt ihr eben Pech gehabt. Ihr könnt ja solange mit der Märklinbahn spielen, das soll ja beruhigen.

35 Comments:

At 03 Oktober, 2007 11:06, Anonymous Anonym meint...

Mick, was verstehst Du unter "katastrophal unterbezahlt"?

 
At 03 Oktober, 2007 11:09, Anonymous Sempai meint...

@ anonym:

Naja,rund 1500 € für soviel Verantwortung und lange Arbeitszeiten sind schon wenig.Wenn sogar ich mit weniger Arbeitszeit und viel weniger Verwantwortung 1300 € bekomme,stimmt etwas nicht.
Ansonsten wird es wieder mal Zeit,dass den großen Bossen da oben gezeigt wird,dass der Turbokapitalismus mit immer mehr steigenden Managergehältern und immer mehr Entlassungen einfach nicht sein darf.

 
At 03 Oktober, 2007 11:40, Blogger Mick meint...

@anonym: Gehälter zwischen 1700 (Einstiegsgehalt) und 2500 Euro (bei maximaler Dienstzeit). Das ist schlicht lächerlich. Wie will man davon eine Familie ernähren? Die würden ja mit Hartz IV mehr kriegen. Und das bei der immensen Verantwortung eines Lokführers.
@sempai: Exakt, vor allem wenn Mehdorn mal wieder mit "Rekordumsätzen" um sich jubelt. Davon gehört ein gehöriger Schluck aus der Pulle an die Mitarbeiter zurück,

 
At 03 Oktober, 2007 12:05, Anonymous Anonym meint...

Auf Tageschau.de ist von 1.970,00 EUR zzgl. Zulagen die Rede. Ob das jetzt als Einstiegsgehalt für einen Berufsanfänger wirklich so unangemessen ist, wage ich jetzt mal zu bezweifeln.

Ein Busfahrer z. B., der jeden Tag hunderte von Menschen durch die Gegend kutschiert und im täglichen Verkehr mit Sicherheit ebensoviel Stress hat und Verantwortung trägt, wäre über ein Einstiegsgehalt von gut 2.000,00 EUR mehr als glücklich. Die Jungs träumen von so etwas.

Und beim Punkt "Familie ernähren" müsste man zumindest regionale Unterschiede mit heran ziehen. In Düsseldorf-City sieht´s da mit Sicherheit anders aus, als bei uns auf dem platten (Münster-)Land.

 
At 03 Oktober, 2007 13:28, Blogger Piano meint...

Hm...was soll ich sagen. Als Berufseinsteiger mit Bachelor und MBA verdiene ich momentan noch weniger.:-(

 
At 03 Oktober, 2007 13:42, Blogger Ulv meint...

Ich würde mich auch tierisch darüber freuen, wenn sich die Lokführer durchsetzen würden.

 
At 03 Oktober, 2007 14:13, Blogger Mick meint...

@anonym: Das ist nicht das Einstiegsgehalt sondern das Durchschnittsgehalt. Und wie gesagt bei rund 2500 Euro ist Ende der Fahnenstange. Die Verantwortung eines Lokführers ist aber extrem hoch und fast mir der von Piloten zu vergleichen. Busfahrer verdienen zwar auch nicht gerade viel, aber deren Verantwortung liegt auch deutlich darunter. Früher wurden Lokführer ja auch mal anständig bezahlt, doch Meister Mehdorn hat das in den letzten Jahren imemr weiter gekappt und jetzt darf er die Suppe auslöffeln. Und noch eins: Die meisten Lokführer müssen in teueren Ballungszentren leben, weil eben von dort aus der größte Teil des Schienenverkehrs organisiert wird. Außerdem verdient die Bahn gut, da gebietet es der Anstand, dass die Mitarbeiter daran beteiligt werden. Sowas nennt man soziale Marktwirtschaft.
@pia: aber das kann ja später unendlich viel mehr werden. Außerdem werden dir ja nicht hunderte Menschenleben anvertraut.
@ulv: ja, ich mich auch, Verdient hätten sie es, schließlich haben die in den letzten zehn Jahren am meisten geblutet.

 
At 03 Oktober, 2007 14:28, Anonymous Anonym meint...

argument "familie ernähren" zieht nicht. schließlich ist jeder schuld, wenn er heiratet oder sogar kinder bekommt.

 
At 03 Oktober, 2007 14:40, Blogger Mick meint...

@anonym: Super Argument und so weitsichtig. Ist ja auch jeder selbst schuld wenn er keine Kinder in die Welt setzt und später dann eben keine Rente kriegt.

 
At 03 Oktober, 2007 14:41, Blogger Mick meint...

@anonym: und noch was: Vielleicht weißt du es nicht, aber der Schutz der Familie ist im Grundgesetz verankert. Denk mal drüber nach...

 
At 03 Oktober, 2007 15:06, Blogger Taluien meint...

Ich finde es auch vollkommen borniert mit welcher Einstellung die Bahn und eventuell von einem Streik betroffene Unternehmen der ganzen Sache gegenübertreten. Ich finde die Verantwortung dieser Leute und der vor allem durch die langen Arbeitszeiten entstandene Stress sollte weit besser vergütet werden. Ich fahr auch des öfteren Bahn, und ich möchte nicht das der Mensch, der am Steuer sitzt sich wegen schlechter Bezahlung oder sonst was sorgen machen muss.

Tja... ich hoffe das da mil, mit den Worten der Bundesangina "ein Ruck durch Deutschland geht". Nämlich der Ruck wennse wirklich mal nen Streik machen. Wenn der ganze Pendelverkehr, die Frachtlieferungen und alles andere ausfallen, wird Herr Mehdorn wohl nicht umhinkommen, die Forderungen zu erfüllen. Und hoffentlich ändert sich dann mal grundlegend was in dieser Deutschen Bahn AG.

 
At 03 Oktober, 2007 15:14, Blogger Dos Corazones meint...

Ich denke jetzt mal wie mein Erdkundelehrer, den ich letztes Jahr hatte. Die Wirtschaft boomt im Moment, die großen Firmen bekommen mehr Geld, die Firmenbosse haben wieder mehr Geld, doch den Arbeitern wird nichts von diesem Aufschwung abgegeben. Da stimmt etwas nicht in unserem System. Und das ist nicht nur bei der Bahn so. Überall werden Kürzungen in Gehältern oder Abbau von Arbeitsplätzen vorgenommen - so kann es doch nicht weitergehen!

 
At 03 Oktober, 2007 15:18, Anonymous Mash meint...

Dass Porsche nun darauf besteht, dass ihre Sachen pünktlich geliefert werden, da habe ich aber schon noch Verständnis für.

Gerade Porsche ist eine Firma, wo eben nicht das klassische Quartalsdenken herrscht, sondern mit Vision und Sachverstand eine Zukunftsperspektive geschaffen wird. Die werden umsonst eben nicht am Dax gelistet, weil Porsche keine Lust darauf hat, nur zur Befriedigung von ein paar Aktionären unbedingt in jedem Quartal Riesengewinne scheffeln zu müssen. Bei denen zählt eher, was letztendlich rauskommt.

 
At 03 Oktober, 2007 17:14, Blogger bd_1979 meint...

Eins vorweg, also so 10%-15% mehr und je nachdem wieviel mehr vielleicht noch eine "Erfolgsbeteiligung" von ca. 1,5 Monatsgehältern sollte schon drinn sein unter Beachtung des gestiegenen Gewinns und der Nullrunden.
Vielleicht ist der Druck von Prosche etc so groß dass die Bahn doch sich wieder an den Tisch setzt ... oder irgendein doofes Gericht verbietet es wieder.

Andererseits würde ich nicht behaupten das ein Lokführer die gleiche Verantwortung und Risiken trägt wie ein Flugzeugpilot und ein Busfahrer. Lokführer haben eine feste Strecke (Schienen) und nur wenige Stellen wo Interaktion mit anderen Fahrzeugen entsteht (Bahnübergänge - wobei Zug vorfahrt hat, Bahnhöfe). Anzahl der Personen ist auch so eine Sache, ein Busfahrer mit kurzer Strecke (z.B.: 15 Min. Hin Strecke) in einer aktiven Strecke z.B.: in München wird auch an die Anzahl Personen kommen und muss sich noch mit Autofahrern, Baustellen etc. ärgern.

 
At 03 Oktober, 2007 18:47, Blogger Mick meint...

@mash: Porsche ist soo "innovativ" dass ihre Produktion zum Erligen kommt,wenn einen -Tag lang die Bahn streikt... kein sehr gutes Konzept.
@bd: Zum Lokfahren gehört weitaus mehr, als man sich so am märklintrafo denken mag. Da fährt man nicht einfach auf den gleisen gerade aus und hält an den signalen. Außerdem gibt es noch den großen Bereich des anspruchsvollen Rangierverkehrs, wo Tausende QWaggons jeden Tag von Hüh nach hott umrangiert und geschoben werden. Die Verantwortung ist scho nsehr hoch. Busfahren ist nicht viel schieriger als Autofahren, Bahnfahren ist da etwas ganz anderes.

 
At 03 Oktober, 2007 18:55, Anonymous Uli meint...

Was mich besonders ärgert ist die Prozesshanselei der Bahn. Streik ist, bei Einhaltung der gültigen Regeln, ein legitimes Mittel des Arbeitskampfes - da wird auch ein Herr Mehdorn hoffentlich nicht dran vorbeikommen. Wenn es erstmal soweit ist, dass man Streiks einfach verbieten kann, sind bald alle Arbeitnehmer auf das Wohlwollen ihrer Brötchengeber angewiesen.

Was den Vergleich mit Piloten angeht, naja deren Job ist schon noch um einiges komplexer. Das Wetter spielt eine viel grössere Rolle, und einfach stehenbleiben wenn was kaputt ist geht ja nun auch nicht.

 
At 03 Oktober, 2007 18:58, Anonymous Maniac meint...

Also dass außegerechnet die Bahn, der letzte große nicht börsennotierte Staatsbetrieb, als Kapitalismusmonster dargestellt wird - ich weiß ja nicht.

Meines Wissens mag die Bahn zwar bilanziell Überschüsse erwirtschaften, aber dafür bezahlt ihr der Staat auch quasi die komplette Infrastruktur. Im Grunde verheizt sie also immer noch das Geld der Steuerzahler.

Was die Lokführergewerkschaft da macht hat mMn nicht viel mit sozialem Gedankengut zu tun, das man ja gemeinhin den Gewerkschaften unterstellt. Da hat sich eine Gruppe von Angestellten, die zur Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs notwendig ist, zusammengetan höhere Gehälter zu erpressen, als das zusammen mit den übrigen Angestellten in den großen Gewerkschaften möglich gewesen wäre.

Deswegen haben die Lokführer gute Chancen sich zumindest teilweise durchzusetzen, während z.B. die Telekomangestellten eher schlecht abgeschnitten haben.

Wenn es wirklich so ist, dass die Gehälter speziell von Lokführern mal wesentlich höher waren, auch relativ zun denen der anderen Bahnangestellten, dann hätte ich vieleicht sogar etwas Verständnis für den Streik, sonst sicherlich nicht.

Und sorry, mit der Arbeit eines Piloten ist die Arbeit eines Lokführers oder eines Busfahrers nun wirklich nicht zu vergleichen, die Zahl der Passagiere mag die gleiche sein, die Anforderungen an die Person sind aber ganz andere.

 
At 03 Oktober, 2007 19:10, Anonymous jutsch80 meint...

@Mick: Wie kann man was gegen die Gewerkschaft haben? Irgendwer muss doch die Interessen der Arbeitnehmer vertreten, auch wenn das Aufgrund der Lobbyarbeit der Konzerne in der Politik fast schon unmöglich ist und die Angestellten und anschließend die Kunden immer den Kürzeren ziehen werden.

 
At 03 Oktober, 2007 19:31, Anonymous Sven meint...

Dass die Bahnfahrer mehr Lohn wollen ist ja wohl ein schlechter Witz.
Klar, Verantwortung ist schon da, aber warum sollen die mehr bekommen als ein normaler Bus- oder Straßenbahnfahrer?

Die Ausbildung ist die gleiche und die dauert vor allem nicht lange... Ich habe diesen Sommer meinen Straßenbahnschein gemacht (fahre als Student in den Semesterferien für die KVB in Kölle) und dafür braucht man nicht lange.... Mein Chef hat sich tierisch darüber aufgeregt, "der Bahnschein ist nicht schwer und warum kriegen die mehr als ich wenn ich S-Bahn fahre).

Also an alle Befürworter des Streiks:

Wieso soll man Lokführer (die keinen Uniabschluss, keine Lehre und keine lange oder komplizierte Ausbildung haben/brauchen) besser bezahlen als Busfahrer oder Fahrer von Straßenbahnen/S-Bahnen?

=> Der Streik der Lokführer ist großer großer großer BULLSHIT ein kleiner Gruppe von Leuten in WIRKLICHEN Machtpositionen. Nur redet da keiner von Machtmissbrauch, das sind immer "die bösen Manager"...

 
At 03 Oktober, 2007 19:33, Anonymous Sven meint...

Hm, da steigert man sich echt in was rein ^^

Naja, musste heute für ein Appel und ein Ei den ganzen Tag mit meiner Bahn durch Köln Nord schleichen... Von wegen Feiertag :-D

 
At 03 Oktober, 2007 19:53, Anonymous Uli meint...

Das andere noch weniger kriegen kann ja wohl kein Argument sein. Man findet immer eine Berufsgruppe, die noch schlechter dran ist.

 
At 03 Oktober, 2007 20:04, Anonymous Jutsch80 meint...

@Sven: Es sind aber immer die "bösen Manager" an Gehalts und Mitarbeiterkürzungen schuld weil sie selbst ihren Job verlieren würden wenn sie nicht genug Gewinn für das Unternehmen erwirtschaften.

 
At 03 Oktober, 2007 20:49, Anonymous Sven meint...

"Böse Manager" hin oder her - wenn die Lokführer mit ihrem Streik durchkommen, dann kommen sie immer wieder damit durch. Das einzige was Mehdorn & Co machen können, ist es einfach auszusitzen, Maggie Thatcher Style.

btw: Alles auf "böse Manager" schieben ist sowas von Bild-Zeitung... ein Feindbild erspart Nachdenken ;)

 
At 03 Oktober, 2007 21:24, Anonymous Uli meint...

Sven, erklär mir doch bitte mal, warum ausgerechnet die Lokführer nicht streiken dürfen, deiner Meinung nach. Die Piloten, die Fluglotsen, die Ärzte haben auch gestreikt oder damit gedroht, um ihre Interessen durchzusetzen, und die Republik ist davon nicht untergegangen. Und was heisst "wenn sie damit durchkommen", ein Streik ist nichts Ungesetzliches, wenn man sich an die Regeln hält.

 
At 03 Oktober, 2007 21:51, Anonymous Anonym meint...

Also die Lokführer haben schon einen schweren Beruf man muss seinen Zeitplan einhalten.
Habt ihr euch schon mal überlegt das viele Lokführer abgestumpft sind wenn sich jemand vor den Zug wirft muss der Zug weiterfahren egal was ist das stumpft doch einen Menschen ab.
Es ist heut zu Tage so man muss immer Flexibler sein als Arbeitnehmer immer erreichbar das sollte auch honoriert werden das wird es aber nicht nein man streicht das Urlaubs und Weihnachtsgeld komplett so sieht es heut zu Tage bei uns aus.
Ich hoffe die Lokführer Streiken mal so wie die Franzosen das mal alles still steht.
So wird der Bahnchefs die Augen geöffnet.
Wenn ich dann Leute höre die sich beschweren über die Streikst könnte ich mich aufregen.

 
At 03 Oktober, 2007 22:18, Blogger Mick meint...

@sven: Du weisst schon, dass es Unterschiede bei Lokführern gibt, oder? Straßen- und S-Bahn ist etwas ganz anderes als der echte Lokrangierbetrieb und ICE-Fahren, die sich mit etlichen Loktypen auskennen müssen und auf jedem einzelnen eine Prüfung ablegen müssen. Dafür reichen nicht mal ein paar Wochen. Jeder richtige Lokführer hat vor seiner Ausbildung eine richtige handwerkliche Lehre absolviert. Von diesen Leuten reden wir und nicht von Aushilfen bei der S-, Straßen- und U-Bahn.
@jutsch: Nun ja, einige Gewerkschaften haben es in den 80iger Jahren gehörig übertrieben, Stichwort: 35 Stunden Wochen und unserem Land damit nachhaltig geschadet.

 
At 03 Oktober, 2007 22:22, Blogger Mick meint...

@sven: Ach ja: Thema böse Manager: ich habe nicht böse, sondern unfähig gesagt. Diese Typen denken quartalsweise, was in sich schon absurd ist. Wer dann noch wie Meister Mehdorn di eigenen Kunden für Verspätungen verantwortlich macht, sich den Börsengang von Steuerzahlen finanzieren lassen will und zudem die eigenen Angestellten wie Hungerlöhner behandelt und legale Streiks durch advokatische Winkelzüge verhindern will, gehört eigentlich aufs Abstellgleis geschoben - ohne Abfindung, selbstverständlich.

 
At 03 Oktober, 2007 22:52, Anonymous Mash meint...

@mick:
Naja, Porsche produziert so wie so ziemlich alle anderen auch. Ich glaube auch nicht, dass es da auf einen Tag ankommt. Ich kann mir jetzt aber nicht vorstellen, dass die nur einen Tag streiken wollen.

Porsche selber kann man aber nun wirklich nicht vorwerfen, an der üblichen Beutelschneiderei beteiligt zu sein. Deswegen würde ich mir schon denken wollen, ob ich es mit mit denen verscherzen möchte.

Wenn die nun tatsächlich streiken, wird halt mehr auf die Straße verlagert. Und vielleicht stellt der eine oder andere dann fest, dass das ja viel billiger und flexibler ist. Und da Umweltbelange in Bilanzen ja meist keine allzu große Rolle spielen ...

Bei einem Streik wird hier vor allem einer verarscht: Der Fahrgast. Der darf dann auf den ÖPNV verzichten, damit er dann in Zukunft noch mehr zahlen muss. Ganz toll.

Und es stimmt schon. Lokführer sind keine Piloten.

 
At 03 Oktober, 2007 23:04, Anonymous Anonym meint...

Wow, das sind viele Kommentare.
da les ich die erst gar nicht durch sondern sag gleich was ich denke.

Wenn die Lokführer streiken, und dadurch die Regionalbahnen ausfallen, juckt das den Herrn Mehdorn erstmal ziemlich wenig.
Sein Unternehmen wird dadurch zwar nicht beliebter, aber dank Monopolstellung und das die Pendler auf die Bahn angewiesen sind, wird ihm das wohl sehr egal sein, was man auf der Straße über ihn denkt. Zumindest kurzfristig.

Porsche und andere Unternehmen hingegen haben aber langfristige Verträge mit der Bahn. Wenn denen die Produktion ausfällt, weil die Bahn nicht fährt, müssen die im schlimmsten Fall die Kosten dafür übernehmen und Konventionalstrafen zahlen.
Durch solche Kommentare wie Porsche sie also abgegeben hat, wird Herr Mehdorn gezwungen, schneller einzulenken.

Viel mehr regen mich hingegen die Millionen und Milliarden Steuersubventionen auf die Herr Mehdorn dem Herrn Tiefensee aus der Tasche greifen will.

Viele Grüße,

Sebastian

 
At 03 Oktober, 2007 23:05, Anonymous Anonym meint...

arrrg, jetzt kann ich meinen Eintrag nichtmals editieren um die Fehler zu verbessern x-)

 
At 03 Oktober, 2007 23:48, Blogger Hazamel meint...

Ohne jetzt intensiv alle Kommentare durchgelesen zu haben, muss ich sagen, das mir der gute Herr Schell nach dem SZ-Interview während der ersten Warnstreiks ziemlich unsympathisch geworden ist.
Da kam nämlich die unverblümte Aussage, dass es ihm gar nicht mal so sehr ums Geld fürs fahrende Personal (ja, das ist mehr als nur der Lokführer. Dazu gehört auch die "Saftschubse" im Bistro) ginge und er sehr wohl wüsste, dass sie mit den 30 % nicht durchkommen würde. Nein, es ginge ihm um den eigenständigen Tarifvertrag, für den er seit Jahrzenten kämpfen würde.
Und da der gute Mann nächstes Jahr in den Ruhestand gehen will ist das für mich ein bisschen der Beigeschmack, dass sich hier einer ein goldenes Denkmal bauen will, bevor er abtritt.
Überraschenderweise gabs letztes Jahr nämlich schonmal Verhandlungen mit der GDL. Damals wars aber nur eine kleinere private Bahn. Da hat man sich mit ein paar Prozent zufrieden gegeben. Warnstreiks und Medienrummel: Fehlanzeige!

Meiner Meinung nach ist der Typ genauso ein Schaumschläger wie das was von der Bahnseite kommt. Da wird mit allen Tricks gearbeitet und zwar von beiden Seiten. Die Bahn klagt sich das Streikrecht weg und die GDL lehrt den Briefkasten net!
Und wer trägt am Ende die Kosten und den Ärger? Der Fahrgast und die Wirtschaft.... Sehr sinnvoll!

 
At 04 Oktober, 2007 10:16, Anonymous Christian meint...

Lieber Mick,
Streik ist ja schön und gut. Wird aber ziemlich schnell für ziemlich viele Menschen ziemlich kacke, wenn sie tagtäglich auf die Bahn angewiesen sind und auch sonst keine Alternative haben um etwa zu Arbeit zu kommen.
Wie ich etwa. Besonders schön: Meine PRobezeit hat grad erst angefangen. Wird spannend zu sehen, wie hier auf permanente Verspätung reagiert wird, Streik hin oder her.

 
At 04 Oktober, 2007 10:24, Blogger Mick meint...

@christian: na ja, eine Firma die Dich für solche Verspätungen, zu denen du ja nichts kannst, verantwortlich macht, wäre eh kein guter Arbeitgeber. und nur wenn möglichst viel Ärger entsteht lohnt sich der Streik ja auch. Wenn es keine Nachteile für die Bahn gäbe, würde sich ein Streik ja nicht lohnen.

 
At 04 Oktober, 2007 11:32, Anonymous Sven meint...

@Mick: Das mit den "bösen Managern" ging ja gar nicht gegen dich ;-)


Natürlich hat jeder das Recht zu streiken um eine faire Bezahlung zu bekommen. Das ist ja (Gott sein Dank!) deutsches Recht und das gibt es nicht überall auf der Welt.

Aber die Lokführer wollen sich doch hier einfach nur bereichern. Es geht nicht um FAIRE Bezahlung, hier versucht einfach nur eine kleine Gruppe von Arbeitern (meiner Meinung nach) ungerechtfertigt mehr Geld zu bekommen und das wird auf dem Rücken der Kunden ausgetragen...
Ein Streik soll Druck auf die Firma ausüben, nicht auf die Kunden. Und wie es jetzt aussieht, bereichern sich die Lokführer und wir Kunden müssen mehr zahlen. Und bei der nächsten Tarifrunde wird weiter gestreikt. Die Herren Schell & Co werden dann wieder mehr wollen. Und da stinkt doch was gewaltig.

und zum Thema Ausbildung der Bahnfahrer: Jahrelange, komplizierte Ausbildung? Ja genau... Schonmal im nem ICE vorne in der Kabine gesessen? Da ist rückwärts einparken mit nem Hänger am Auto schwerer...

 
At 04 Oktober, 2007 13:27, Blogger Mick meint...

ich glaube nicht, dass man jemandem mit 2500 euro brutto "Bereicherung" vorwerfen kann. Und ein Streik ruft natürlich Druck auf die Firma aus über die Kunden. Wei gesagt, sonst hat es ja keinen sinn. Thema Lokführer: Hast Du je davon gehört, dass es "Aushilfslokführer" gibt? Nee, sowas gibts nur bei Straßen- und U-Bahn. Das hat auch mit Lokfahren nichts zu tun. Sonst könnten Mehdorn und seine Schergen die ja auch viel leichter mit billigen Streikbrechern aushelbeln. Wie gesagt, allein die Befähigungen für die ganzen Lok-Baureihen zu haben ist eine Sache für sich, die nicht jeder hat.

 

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