Dienstag, 18. September 2007

Durchblick beim Amt

Mein Verhältnis zu Behörden war nicht immer ungetrübt... Halt, Moment mal, das hatten wir doch schon mal. Auch heute war ich mal wieder bei nem Amt... und wurde positiv überrascht. Unter dem Namen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte stellt man sich genau das vor, was diese Anstalt ist: ein gigantischer Molloch, mit dem ich schon einige interessante Briefwechsel wegen allem Möglichen hatte. Heute hatte ich einen Beratungstermin in München. Und oh Wunder, statt des erwarteten verschnarchten Amtmanns traf ich auf einen sehr engagierten jungen Mann, der mir binnen einer Stunde mehr übers Renten- und Steuerrecht verraten und auch anschaulich erklärt hat, als ich in den letzten 40 Jahren zuvor gelernt habe. Nachdem er mir lang und breit Vor- und Nachteile von Eichel-Rente, Riester-Rente und Rührup-Rente erklärte, konnte er sogar meinem müden Kalauer über die Schröder-Rente (»die bezahlt Gasprom«) ein Grinsen abgewinnen. Aber Scherz beiseite: Solche Leute will ich ab sofort überall haben. Dürfte ich den Mann beurteilen, kriegte er ne Eins plus mit Sternchen. Wäre doch eigentlich mal ne gute Idee: Vom Publikum bewertete Amtsleute und Gehalt nach Leistung. Dann wäre sowas in Zukunft eine Selbstverständlichkeit.

21 Comments:

At 18 September, 2007 18:07, Anonymous Dod meint...

Dann würden die armen Jungs und Mädels in den diversen Bußgeld- und Beschwerdestellen ja gar kein Geld mehr bekommen..

 
At 18 September, 2007 19:13, Anonymous Anonym meint...

Hallo Mick, ich stimme Deinem Blog voll zu; es steht und fällt mit dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin.

Was mich mal interessieren würde; wie stehst denn mit Chefredakteur, da kennst Du Dich doch sicherlich aus; ich würde z. B. Martin Deppe eine 1+ geben, dem Leni eine 2 und dem Langer eine 5 (und ich sage dies, weil ich alle mal kennenlernen durfte)!

Also, es ist wie immer, es steht und fällt mit dem Menschen!

So, wenn Du nun einen "Wie war/ist denn nun mein Chef"-Blog aufmachst, dann registriere ich mich umgehend!

LG

 
At 18 September, 2007 19:51, Blogger bd_1979 meint...

Ne das wäre keine gute Idee, schließlich liefe des zum Teil auch in Richtung Bestechung .. sprich du versuchst immer Leute glücklich zu machen und bei Bußgeld, oder Sozialhilfe wärst du da schnell nimmer objektiv.
Vielleicht ist der junge Mann auch einfach noch nicht lange genug dabei und hat noch "Glaube" in seine Arbeit

 
At 18 September, 2007 19:58, Blogger Der Graf meint...

Ein netter Amtsmann? Hmm, Außenseiter gibt es wohl überall ;-)

 
At 18 September, 2007 20:21, Anonymous Sempai meint...

Ein motivierte junger Mann O.o .Ich bin ja auch jung,aber alles andere als ein motivierter Angestellter im öffentlichen Dienst.Solche Kerle sind für den altbekannten Ruf der öffentl. Einrichtungen alles andere als gut.Soll sich was schämen.

 
At 18 September, 2007 20:22, Anonymous Sempai meint...

@ anonym:

Wieso würdest du dem Jörg eine 5 geben?Meiner Meinung nach ist er bisher der beste Redakteur eine Zeitschrift.

 
At 18 September, 2007 20:33, Blogger wolf meint...

Schreib doch dem Dienststellenleiter eine E-Mail und lobe den Mitarbeiter. Im Öffentlichen Dienst werden ab diesem Jahr Leistungsprämien bezahlt, dafür bekommt jeder Mitarbeiter weniger von seinem Weihnachtsgeld. Dieses Geld kommt in einen großen Topf und wird über die Leistungsprämie wieder ausgeschüttet. Die guten Leute bekommen dann hoffentlich etwas mehr als sie reingegeben haben und die anderen eben nicht - das könnte ja motivierend wirken, auf die Guten und die anderen auch. Ach so in den nächsten Jahren wird darüber das Weihnachtsgeld komplett abgebaut, hat sich doch Verdi und Schäuble was schönes einfallen lassen.

 
At 19 September, 2007 00:20, Blogger Mick meint...

@dod&bd: Doch, das würde klappen. Die jeweiligen Mitarbeiter erfahren natürlich nicht, wer ihnen welche note gegeben hat.
@anonym: Ich werde mich hüten, ehemalige Kollegen hier öffentlich zu bewerten. Aber bei IDG ist es z. B. Usus, dass die Mitarbeiter ihren Chef in Fragebögen bewerten.
@sempai: Wieso bist Du nicht motiviert? Ist doch eigentlich schade, dann macht die Arbeit viel mehr Spaß.
Zum Thema: Bewertung: Er bewertet ja nicht Jörg als Redakteur, sondern als Vorgesetzten. Und wie gesagt, ich gebe keine öffentlichen Bewertungen hier ab.
@wolf: Gute Idee, ABER, ich weiß nicht ob ich ihm damit wirklich einen Gefallen tue. Hinterher kriegt er noch einen drüber, weil er sich soviel Zeit für mich genommen hat.

 
At 19 September, 2007 10:43, Blogger Hazamel meint...

Also wenn du einen Beratungstermin bei der BfA hattest, dann hat man dich ganz schön verarscht...^^

Lies hier

 
At 19 September, 2007 10:45, Blogger wolf meint...

Ist das nicht verrückt: Wir sind mit einer Leistung zufrieden und gleichzeitig ist der Gedanke da, kann Lob der Person eventuell schaden? Ich habe mich entschieden, darauf keine Rücksicht zu nehmen: Als Bahn-Vielfahrer informiere ich das Unternehmen über besonders Positives, aber auch Negatives.

 
At 19 September, 2007 10:49, Blogger Aufklärungszentrale meint...

Aber was wird dann aus dem guten alten PAssierschein A 38 wenn nur noch solche Leute einen helfen? Das wär das Ende unseres Staates.

 
At 19 September, 2007 17:40, Blogger Mick meint...

@hazamel: Warum? Nur weil die sich jetzt anders nennen? Ich sage ja auch immer noch Arbeitsamt.

 
At 19 September, 2007 17:41, Blogger Mick meint...

oder Bürgersteig oder Stoßstange oder Raider...

 
At 19 September, 2007 20:21, Blogger bd_1979 meint...

@mick:
Toll wenn man Busgeldärer verteilt bzw. ALGII ist man immer der Buh-mann, da ist es Wurst ob man weiß wer einen Bewertet hat, da man eh nie die Mehrheit der Leute richtig befriedigen kann ohne gegen das Interesse des Amtes zu handlen und das ist für mich das selbe wie Bestechung. Eine bekannte hat mal bei der ALGII Verteilung gearbeitet, entweder die Leute haben versucht Geld zu unterschlagen, haben gelogen oder haben eh nichts verstanden, weil sie die Sprache nicht konnten. Und die Ausnahme waren Leute die zurecht anfragen gestellt haben und das Geld auch berechtigter weise kriegen sollten.

Andresrum darf es natürlich auch nicht sein, das jemand der ein harter "Kerl" ist belohn wird wenn er/sie viel Geld im Amt lässt.

 
At 20 September, 2007 01:06, Blogger Raven meint...

Also was die hier immer alle mit Jörg haben...der muss ja echt schlimm sein. So aus GameStar-Artikeln und Kommentaren kam der mir eigentlich immer ganz nett vor. Er mag außerdem Strategiespiele, das is doch ein äußerst positiver Punkt ;)

was den Text angeht: Also ich würde wohl auch noch faul sein, wenn ich deswegen weniger Geld bekäme...da kann man einfach nix machen :(

 
At 20 September, 2007 07:53, Blogger Hazamel meint...

@mick: Ja... aber wir hören das nicht mehr so gerne... ;) Wir sind doch jetzt alle ein grosse Familie.

Was den Mangel an jungen motivierten Mitarbeiter angeht, ist das ein hausgemachtes Problem. Zum einen sind da noch die alten Beamten und zum anderen das junge Gemüse, für das man aber, auch wegen der Fusion, keinen Platz hat. Die werden denn von jetzt auf gleich (oder von Mittwoch auf Montag) quer durch die Republik versetzt umd sie möglichst effektiv los zu werden. Das ist ein bisschen so als würde man die in München sagen, dass du ab Montag in einer Kleinstadt in Niedersachsen arbeitest.
Dass die dann gehen, ist mehr als verständlich

 
At 20 September, 2007 10:55, Blogger Mick meint...

@bd: Wenn alle Antragsteller betrügen heißt das doch nur, das am System was nicht stimmt. Und wenn man mit dieser Einstellung an die Arbeit geht, braucht man sich über einen schlechten Ruf nicht zu wundern. Mit Kompetenz und Freundlichkeit geht es immer besser, man muss es nur wollen.

 
At 20 September, 2007 20:16, Anonymous Peter meint...

@mick Das Problem sind wirklich nicht Menschen die einfach verstehen, dass der einzelne Mensch bei einer Behörde die Gesetze macht und maximal (was eigentlich selbstverständlich sein sollte) kompetent freundlich und hilfsbereits sein kann. Manche Menschen reicht das leider nicht und das sind überlicherweise die, die am lautesten schreien über das Geschehene.

 
At 20 September, 2007 21:02, Anonymous Choplifter meint...

@Mick: Schön, dass du Wert auf guten Service legst und anerkennst. Letztendlich arbeiten in der "Anstalt" ja auch nur Menschen wie du und ich.
(übrigens heissen wir ab Oktober 2005 "Deutsche Rentenversicherung bund". Wegen dieser kleinen Änderung konnte ich 2005 keinen Urlaub nehmen - grrrr... - soviel zu den faulen Amtsmännern ;-) )

 
At 22 September, 2007 04:21, Anonymous Dietmar meint...

@mick

Wir beide haben biografische Gemeinsamkeiten. Etwa gleiches Alter, beide abgebrochenes Chemiestudium.
Ich bin verheiratet, ein Kind, Hausmann, Frau in einem ziemlich krisenfesten Arbeitsverhältnis. Also halbwegs sichere Verhältnisse.
Wie lebt es sich aber als Freelancer? Kannst Du auch in 15 Jahren noch von Spieletests und Übersetzungen leben?

 
At 22 September, 2007 14:30, Blogger Mick meint...

Freiberufler leben immer gefährlich, das ist ja Teil des Spaßes. Maximale Freiheit, minimale Sicherheit. Deshalb mache ich mir um die Zeit in 15 Jahren keine Gedanken. Ich kann gut mit Geld, finanzielle Sorgen habe ich auch nicht und wenns nötig ist, bin ich ein Stehaufmännchen, das wie Schimmel immer wieder kommt. Mal gucken was so kommt, es bleibt spannend :-)

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home

kostenloser Counter