Montag, 3. September 2007

Autor gesucht

Ich lese viel und gerne. Nur eins nicht: zeitgenössische deutsche Autoren. Warum? Es gibt keine guten oder auch nur mittelmäßige. Eigentlich finden sich hierzulande nur zwei Typen:
a) der Literat: kann zwar schreiben, verkünzelt sich aber lieber in schwergängiger »Hochliteratur« (ein grausames Wort) oder akademisierter Langeweile. Wartet sehnsüchtig auf den Anruf des Nobelkomitees, während er beim Taxifahren den Hartz-IV-Antrag ausfüllt.
b) der Spannungsautor: dem fehlt es für gewöhnlich völlig am schriftstellerischen Handwerkszeug (stilistisch und/oder strukturell), weshalb auch gute Ideen meist zu grauselig schlechten Stories verwurstelt werden. Wartet sehnsüchtig (und zu recht vergeblich) auf Verfilmungsangebote aus Hollywood
Eine Sonderrolle nimmt Frank Schätzing ein: der kann schreiben und hat ein Gespür für spannende Geschichten, versemmelt sie aber stets auf den letzten 200 Seiten, manche auch schon früher.
Wer jetzt aufschreit und mir widersprechen will: Gerne, immer her mit guten Vorschlägen. Aber wer als erster Wolfgang Hohlbein oder Jason Dark nennt, muss zur Strafe ALLE Bücher (bzw. Heftromane) der beiden lesen.

43 Comments:

At 03 September, 2007 07:31, Blogger abraxa meint...

versuch mal andreas eschbach. ich finde ihn sehr angenehm. kann gut schreiben, hat eine tolle homepage. ich habe viele seiner bücher gelesen und war immer begeistert.

lg, abraxa

 
At 03 September, 2007 07:49, Anonymous Sonnenscheinguru meint...

Ugh, Hohlbein.... *grusel*
Was Deutsche angeht bleib ich bei den Klassikern wie Ende oder May. =D
Neues fällt mir ehrlich gesagt nicht ein.

 
At 03 September, 2007 07:55, Blogger Mdk meint...

Da muß ich jetzt doch auch einmal meinen Senf dazugeben:
Michael Ende wurde ja schon genannt, Erich Kästner kann man auch als Erwachsener immer noch lesen, und Sven Regener halte ich für einen sehr guten, sehr wahren Autor...

mfg
mdk

 
At 03 September, 2007 09:40, Blogger Trabbi meint...

Mite dem Schätzing hast Du ja so recht!

 
At 03 September, 2007 09:53, Blogger n00bert meint...

Ich hatte schon meine Freude am ersten und zweiten Band der "Höhlenwelt Saga" von Harald Evers.
(Traurig: xte Auflage und immernoch voll mit Rechtschreibfehlern) Für weitere Bände muss ich mir mal Zeit nehmen.
Schätzings "Der Schwarm" steht da noch im Regal... jo sonst nur Michael Crichton.

Bin nicht so der "sehr viel Leser".

Aber mir fallen noch ein paar gute, deutsche Fachbuchautoren ein (wenn die auch zählen).......

Gruß
n00bert

 
At 03 September, 2007 09:55, Anonymous Anonym meint...

Ich kenne keine gute deutsche Literatur, muss ich zugeben, darum empfehle ich dir jetzt einfach mal ungewünscht was englisches. Und zwar: Terry Pratchett.
Wenn du was für englischen Humor übrig hast und dich eine Welt voller Trolle, Zwerge und Zauberer nicht abschreckt, dann solltest du ihn lesen. Und zwar die englische Ausgabe, da die deutschen Bücher zwar immer noch sehr gut sind aber teilweise an unübersetzbaren Sprachwitzen leiden.

Ich quote einfach mal Wikipedia, da es dort schon ziemlich gut steht:
" Die Geschichten dieser Roman-Reihe spielen auf der „Scheibenwelt“, die flach ist und von vier Elefanten getragen wird, die ihrerseits auf dem Rücken einer riesigen Schildkröte stehen, welche durch das Weltall „rudert“. Bei den Scheibenwelt-Geschichten handelt es sich jedoch nicht nur um klassische Fantasy-Romane, die in einer fiktiven Welt spielen, sondern viel mehr werden in ihnen sowohl klassischen Fantasy- und Science-Fiction-Motive parodiert, als auch Themen unseres alltäglichen Lebens wie Rock’n’Roll, Filme, Glaubwürdigkeit der Presse, Religion, Philosophie, Wirtschaft, chinesische und ägyptische Geschichte, Politik (z. B. Regierungsformen), Krieg und vieles mehr."

Sprich, er nimmt sich die Fantasy, parodiert sie und setzt unsere Welt in die Scheibenwelt hinein.

Achja: Besondere Freude habe ich an TOD, der SO SPRICHT.

Und schlussendlich noch eine Empfehlung: Thud! /Klonk! (Gewisse Vorkentnisse aus vorhergehenden Romanen der Wächterserie sind zwar nicht nötig, doch hilft es gewisse Personen besser zu verstehen)

 
At 03 September, 2007 10:26, Blogger LeChuck meint...

irgendein Germanistik-Studenten-Freund hat mir mal gesagt, dass in Deutschland, mehr oder weniger seit Fontane, die Lust am Erzählen einer Geschichte, der Lust am Erzählen von selbstrefferenteillem Befindlichkeitscheiß gewichen ist (z.B. Grass, Walser & Co.). Meinem ersten Impuls nach würde ich ihm Recht geben.

 
At 03 September, 2007 10:28, Anonymous Anonym meint...

andreas pflügers "operation rubikon"!

 
At 03 September, 2007 10:29, Anonymous Dod meint...

Walter Moers - der kann nämlich nicht nur kleine Arschlöcher zeichnen und ist auch alles andere als der weichgespülte Blaubär-Kinderbuchautor. Seine Zamonienromane sind einfach nur toll, zum Totlachen genauso wie zum Gruseln. Und alles andere als Kinderbücher, auch wenn man vielleicht anderes erwarten mag.

Ansonsten gebe ich der süssesten Bloggerin der Welt (abraxa) recht mit Andreas Eschbach. :)

 
At 03 September, 2007 10:41, Blogger Mick meint...

@abraxa: Waaah, das ist doch dieser schlimme Mensch mit dem grausam schlecht geschriebenen Jesus-Video. Vielleicht mal, wenn er einen erfolgreich bestandenen Kurs in Rechtschreibung, Grammatik und Dialoggestaltung nachweisen kann. ;-)
@mdk: Kästner und Ende sind ja keine zeitgenössischen Autoren. Diesen Sven Regner kenne ich gar nicht. Was schreibt der denn so?
@n00bert: gute deutsche Fachbuchautoren? Nee, die gibts auch nicht. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.
@anonym: Es geht um DEUTSCHE Autoren ;-)
@lechuck: dem möchte ich mich vorbehaltlos anschließen.
@anonym2: Kenne ich auch nicht. Werde beim nächsten Buchkauf mal drauf achten.
@dod: nee, ist mir zu abgedreht.

 
At 03 September, 2007 11:14, Blogger Mdk meint...

Sven Regener ist der Sänger von Element of Crime, 2 Bücher bisher: Herr Lehmann (nichtmal schlecht verfilmt mit Christian Ulmen) und Neue Vahr Süd (die Vorgeschichte zu Herrn Lehmann).

mfg
mdk

 
At 03 September, 2007 12:07, Blogger Knurrunkulus meint...

So richtig gute deutsche Autoren sind irgendwie wirklich recht schwer zu finden. Kann aber auch daran liegen, dass ich bisher immer meine Scheu davor hatte, meinen Horizont diesbezüglich zu erweitern. Aus noch nicht allzu vergangener Jugendzeit ist mir höchstens noch Ralf Isau ein Begriff, und der war eigentlich immer ganz empfehlens-und lesenswert. Liefert halt auch vor allem Fantasy, aber das alles andere als schlecht.

Falls es mal in französische Gefilde gehen darf, möchte ich dir abseits vom Thema gerne Fred Vargas empfehlen. Unglaublich toll geschriebene Krimis mit großartigen Dialogen und tollen Charakteren. Und dazu noch gescheit deutsch übersetzt. In deren Schreibe habe ich mich echt verguckt.

 
At 03 September, 2007 12:42, Blogger LeChuck meint...

@mdk
Ich mag Sven Regener auch sehr (die Bücher und die Musik) aber "Neue Vahr Süd" fand ich eher mittel. Der Stil geht mir bei so einem langen Buch doch irgendwann auf den Sack.
Aber der Hinweis auf Poplitaratur ist gut. In dem Bereich gibt es doch viele ganz unterhaltsame deutsche Autoren.

 
At 03 September, 2007 12:49, Anonymous Lindsch meint...

Ich würde auf jeden Fall Rainer M. Schröder empfehlen. Ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingsautoren

 
At 03 September, 2007 13:52, Blogger Mdk meint...

@lechuck
Ich weiß nicht, ich fand den Stil im Vergleich zu Herrn Lehmann ohnehin abgeschwächt, und die Stimmung war meiner Meinung nach das ganze Buch durch sensationell. Dieses leicht wurschtige Schweben mit dem permanenten Gefühl von "Das können die doch nicht ernst meinen..." im Hinterkopf...

mfg
mdk

 
At 03 September, 2007 14:40, Blogger Lucius meint...

Markus Heitz! (z.B. Die Zwerge, Ulldart Reihe etc...)
Den find ich gut. Hab nen haufen Bücher von ihm.

 
At 03 September, 2007 14:43, Blogger LeChuck meint...

@mdk
mir ging es so, dass sich der Stil über die Länge des Buches abgeschleift hat. Aber zugegeben: Es ist auch etwas unfair von mir, das Buch mit "Hr. Lehmann" zu vergleichen. Auch wenn ich es nicht so gut fand wie den Vorgänger ist "neue Vahr Süd" immer noch ein super Buch. Bald kommt übrigens der dritte Teil raus, der zeitlich zwischen beiden Büchern angesiedelt ist.

 
At 03 September, 2007 15:58, Blogger wolf meint...

Als gelernter Literaturwissenschaftler muss ich dir leider Recht geben - eine zeitgenössische literarische Gallionsfigur hat Deutschland im Moment nicht. Von ihren literarischen Fähigkeiten gefallen mit Friedrich Christian Delius und Hanns-Josef Ortheil (hier besonders sein Roman-Erstling Schwerenöter) eigentlich ganz gut. Und immer wieder tauchen in meiner Lektüre sogenannte Kinder- und Jugendbuchautoren wie Gudrun Pausewang oder Cornelia Funke auf. Für mich ein Muss sind Eifel-Krimis, dabei nehme ich sämtliche Schwächen eines ehemaligen Spiegel-Journalisten in Kauf. Aber im Krimi greife ich dann doch auf angelsächsisches zurück. Bei Fantasy und SF sind die deutschen "Vielschreiber" allzu häufig eine Qual. Markus Heitz lese ich gerne, weil gute Ideen und Plots hat - sie im Regelfall jedoch zu Tode schreibt. Hier vermisse ich einen Stanislaw Lem, der mich intellektuell packte, aber auch literarisch fesselte.
Literarische Entdeckungen mache ich immer wieder mit Autor/innen des ehemaligen Ostblocks, aber das sind eher Zufallsprodukte.
Als Vielleser könntest du uns ja teilhaben lassen an deiner Lektüre, in dem du einfach die Bücher auflistest, die du gerade liest/gelesen hast.

 
At 03 September, 2007 16:36, Blogger Mick meint...

@Wolf: Besten Dank für die Tipps, ich werde bei Gelegenheit mal danach sehen.
Meine Liste der zuletzt gelesenen Bücher: Gern: Matthew Reilly: Das Tartarus-Orakel: leider grauenhaft schlecht und da in jeder Hinsich. Inhaltlich, stilistisch und von der Übersetzung her.
James Rollins: Feuermönche: Deutlich besser als erwartet. Kein lahmer Dan Brown-Abklatsch, die Spannung fällt aber ab der Mitte deutlich ab. Aber für einen netten Nachmittag okay.
Peter F. Hamilton: Der Stern der Pandora. Sehr lange, sehr epische SF-Opera. Allerdings deutlich langweiliger als der brillante Armageddon-Zyklus vom selben Autor.
Demnächst ist Vince Flynn dran mit "Die Gefahr", mein Lieblings-Ami-Faschistenautor. ;-)

 
At 03 September, 2007 17:03, Blogger Dr.Best meint...

warte noch ca. 5 jahre dann bekommst du geballte geschichtenpowa von toni schiplock alias toni storch im bücherregal stehen ^^ ein klassenkamerad der texte auf fabian siegismund niveau schreibt. jedesmal zum schießen

 
At 03 September, 2007 18:50, Blogger Chernaya Akula meint...

Deutsche Autoren? Schwer, habe ich in letzter Zeit gar nicht gelesen.

Wenn es spannend und zeitgenössisch sein soll, dann, immer wieder gern empfohlen, Andy McNab! Klasse, der Mann!

 
At 03 September, 2007 21:40, Anonymous Der mit dem gnu im schuh meint...

Ich weis ja nicht, was für Fachbücher Du liest, aber Frau Birkenbihl habe ich es zu verdanken, dass sich mein English von 4,x auf 1,x verbesserte - weswegen sich bei mir eine Art ewiger Dankbarkeit eingeschlichen hat.

Leider hat sie ihren schöpferen Höhepunkt überschritten (oder ich bin einfach nicht mitgekommen).

 
At 03 September, 2007 22:24, Blogger Mick meint...

@gnu: die kenne ich gar nicht. Aber ich meine hauptsächlich auch naturwissenschaftliche Lehrbücher ab Uni-Niveau. Die von den amis oder Briten sind um klassen besser und verständlicher geschrieben, als die von den Deutschen. Man merkt den Ami-Büchern an, dass der Autor gern seinen Lesern etwas beibringen will. Bei deutschen Autoren habe ich oft den Eindruck, dass sie mit ihrem unsäglichen Schreibstil nur von inhaltlichen Schwächen ablenken wollen.

 
At 04 September, 2007 06:55, Blogger Mike meint...

Hi Mick,

Cornelia Funke: Tintenherz und Tintenblut (Tintentod erscheint demnächst)

Grüße
Mike

 
At 04 September, 2007 09:15, Blogger PropheT meint...

Will nur mal anmerken dass Markus Heitz Gott ist.

 
At 04 September, 2007 10:44, Blogger Fabulom meint...

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Viele Größen gelangten erst zu spätem Ruhm, sei es in der Malerei (van Gogh) oder Schriftstellerei (Hesse). Von daher erwarte ich keine zuverlässige Einschätzung der Qualität deutscher Autoren. Die doch sehr abfällige Skizzierung der zwei Grundtypen wirkt auch eher wie eine bewusste "Kleinmachung". Je nach eigenem Bedürfnis, warum oder worüber man liest, dürften einem auch viele gute Autoren einfallen, selbst wenn man abseits vom bekannten Mainstream liest und Autoren mit geringer Auflage berücksichtigt. Aber selbst bei hohen Auflagen: Ob Grass (nicht so mein Fall), Handke (toll) oder Herbert W. Franke (um mal SF zu erwähnen), das sind alles noch lebende Autoren internationalen Renommes.

 
At 04 September, 2007 10:57, Blogger Mick meint...

"internationales Renomee" sagt ja nichts über die Qualität aus. Und gerade Grass und Handke sind ja diese von mir kritisierten Befindlichkeitsautoren, denen es nie um den Leser geht, sondern stets um die eigene Selbstdarstellung, um nicht zu sagen: literarische klugscheißerei à la "Seht her, wie kritisch ich doch bin". Diese Autoren leben hauptsächlich davon, dass Schüler genötigt werden ihre bücher für den Unterricht kaufen zu müssen. fiele das weg, hätten die kaum Verkäufe...

 
At 04 September, 2007 16:40, Anonymous Dietmar meint...

Markus Heitz wurde schon zweimal erwähnt. Meine Frau liest dessen Bücher sehr gerne.

 
At 04 September, 2007 17:02, Blogger Arne meint...

Eigentlich würde ich ja jetzt die zwei Bände der Geralt-Saga von Andrzej Sapkowski oder die Bücher von Steven Brust nennen, aber es geht ja um deutsche Autoren... hm, Mist.
Vielleicht Hans Bemmann? Sein "Stein und Flöte" fand ich sehr gelungen. Oder Christoph Marzi? "Lycidas" und die Folgebände sind zwar stark (an der Grenze zur Dreistigkeit) an Neil Gaimans "Niemalsland" angelehnt, aber eigentlich auch sehr gut.

Mir fällt auf, ich nenne nur Phantastik und Fantasy - gut so :)

 
At 04 September, 2007 17:40, Anonymous Anonym meint...

Da du ja selbst Hamiltons epische SF- Opera in die Runde geworfen hast: Alastair Reynolds (Unendlichkeit, Chasm City, Die Arche, Offenbarung). So ziemlich das beste was ich bislang an Sci-Fi gelesen habe

 
At 04 September, 2007 17:45, Anonymous Jongleur meint...

Eschbach: "Jesus Video" ist vielleicht auch nicht gerade das beste Beispiel. "Eine Billion Dollar", "Quest" oder "Haarteppichknüpfer" sind mal direkt um Längen besser.

Bemman: "Stein und Flöte" ist wahrhaftig ein mittlerer Geniestreich, aber sonst kenne ich gar nix von ihm...?

Marzi und Heitz sind Kommerzautoren, imho nicht wirklich weit über Hohlbein anzusiedeln.

Ansonsten fällt mir spontan noch Kai Mayer ein, wobei da das Gesamtwerk ja mittlerweile auch ausufernd ist und ich echt nicht mehr sagen kann, was gut und was schlecht ist. Also auf eigene Gefahr.

Und die selbsternannten Hochliteraten á la Grass, Walser, Handke oder auch Christa Wolf (bibber) lieber mal keines Blickes würdigen. Man wundert sich nur, wofür in diesem Lande Preise und Feuilletonplätze vergeben werden.

 
At 05 September, 2007 08:22, Anonymous Anonym meint...

Ich würde es mal mit Max Goldt versuchen. Das ist ein sehr guter deutscher Autor. Schreibt meistens eher aufsatzartige Kurztexte, ist dafür aber auch sehr komisch.
Außerdem fallen mir noch Walter Moers und Wolf Haas (okay der ist eigentlich Österreicher) ein. Vor allem Haas' Krimis sind sehr lesenswert.

 
At 05 September, 2007 11:56, Blogger Fabulom meint...

"Internationales Renomee sagt ja nichts über die Qualität aus" - seit wann ist das so?? Seiten wie Metacritic, die das Gesetz der großen Zahl als Gültigkeitsindikator nehmen, wären entsetzt, wenn tatsächlich mehrheitlich positive Urteile nichts über die Qualität aussagen würden.

Empfehlungen wie "lieber mal keines Bickes würdigen" - wow. Bei so viel geballter Kritikerkompetenz hat ein Nicht-Fantasy-Autor es natürlich schwer, in Deutschland Anerkennung zu finden, lol...

 
At 05 September, 2007 12:12, Blogger Mick meint...

Eine Milliarden fliegen finden Scheiße toll, Millionen deutsche lesen die Bildzeitung...
Außerdem hat das absolut nix mit Fantasy zu tun. Nur: Ein Autor schreibt nicht für sich allein, sondern imemr für ein Publikum. Sonst braucht er seine Werke ja nicht zu veröffentlichen. Und die Grass und Hadkes dieser Welt interessiert der Leser nicht, sondern nur ihre Meinung. die wollen nicht unterhalten, die wollen belehren. Und das mit stets erhobenem Zeigefinger als letzte Hüter der moral. solche Befindlichkeitsjammerer finde ich zum kotzen. Mal davon abgesehen, dass beide stilistisch nicht gerade zu den Perlen ihrer Zunft zählen. In Amiland gibt es Autoren vom Kaliber eines John Irving, der es spielend schafft Anspruch mit Unterhaltungswert zu vereinen. Einen Philip Roth, Jonathan Lethem oder Don deLillo. Allesamt autoren, denen man anmerkt, dass sie gerne schreiben, ihr Publikum nicht aus den augen verlieren und trotzdem allesamt was zu sagen haben. Solche Literaturtitanen wirst du hierzulande nirgends finden.

 
At 06 September, 2007 23:02, Anonymous Ralf meint...

Hmmm....ein spannendes Buch von einem deutschen Autor?
Amokspiel von Sebastian Fitzek hat es mir absolut angetan. Es gehört definitiv zu den Büchern, das man nicht mehr aus der Hand legt bis man es durchgelesen hat.
Unter http://www.sebastianfitzek.de/?s=leseprobe-amokspiel gibts auch eine Leseprobe.

Mein absoluter Lese-Geheimtipp dieses Jahr!

 
At 07 September, 2007 14:57, Blogger Taluien meint...

Hmmm.... ich würde dir ja mal Jacques Berndorf ans Herz legen. Ist meiner Meinung nach einer der lesenswerteren deutschen Autoren.

Was internationales angeht, rate ich mal zu Philip Kerr und zu Henning Mankell. Schreiben beide ganz gut.

 
At 08 September, 2007 13:37, Anonymous jongleur meint...

danke Mick, du hast es mir erspart, die Antwort ausformulieren zu müssen. Es muß doch eigentlich auch so schon auffallen, wenn exakt diese Sparte Autoren sich regelmäßig in Diskussionen einschaltet, zu denen sie nix zu sagen haben, mit dem gleichen belehrenden Gestus oben vom Elfenbeinturm. Nee, danke.

Aber wenn du in Irving/Roth-Dimensionen in .de suchst, wird es wirklich verdammt schwierig. Ich weiß nicht, was rauskommen würde, wenn der gute Herr Goldt seine Texte mal länger als drei, vier Seiten gestalten würde, aber ansonsten fällt mir da wahrlich nicht viel ein :/

 
At 08 September, 2007 19:41, Blogger Eldest meint...

Also ich würde dir mal den Herrn Markus Heitz empfehlen, von dem sind unteranderem die Zwerge Trilogie und die Ulldart Reihe. Sehr gute Bücher und seine Horror Sparte hat er mit Ritus und Sanctum auch erweiter. So einen Autor muss ich noch nennen, auch wenn er ein alter deutscher ist, der leider nicht mehr unter uns weiht, nämlich: Friedrich Dürrenmatt. Tolle Bücher die sich flott und spannend lesen, vor allen "Der Richter und sein Henker", "Der Verdacht" und "Das Versprechen", seine wohl bekanntesten Werke, aber er hat noch viele amüsante und auch kritische Bücher geschrieben. Auch vorzügliche Hörbücher wie "Die Panne".
Kann ich dir nur empfehlen.

 
At 09 September, 2007 09:22, Anonymous Dliessmgg meint...

Ich würde noch was schweizerisches empfehlen: "Die Putzfraueninsel" von Milena Moser.

 
At 10 September, 2007 02:08, Anonymous ADorante meint...

Kennt jemand in der Runde den Fantasy-Autor Tobias Meißner? Mir war er bis vor kurzem unbekannt. In dem knapp anderthalbstündigen Interview im Deutschlandfunk klang sein Werk ziemlich interessant: Die auf 10-12 Bände angelegte Serie "Im Zeichen des Mammuts" (Kriegergruppe als Greenpeace im Fantasyland driftet von political correctness ins Düstere) und die Serie "Hiobs Spiel" (Magier in Berlin geht eine Wette mit dem Teufel ein und erlebt dabei ziemlich unappetitliche Dinge). Ausserdem soll der Autor eine Kolummne in der GEE haben.

 
At 11 September, 2007 00:51, Blogger innereslicht meint...

hallo,


du hast da was sehr zutreffendes erkannt, die meisten autoren sind berufsschriftsteller, acht stunden tag, nicht besonders viel erlebt, handwerklich solide aber total einfallslos, da muss man sich nur mal die buchtitel ansehen, das langt schon meist, doch klar will man never a book by his cover judgen und blickt rein, was passiert, auch mist.
die handwerksschreiberlinge schreiben 500 seiten voll mit ausschmückungen und einfallslosen stilistischen mitteln,
ABER

wenn du bock auf ein wirklich gutes buch hast, voller ideen und scharfsinn, wenn du den nachfolger goethes lesen willst, meld dich unter meiner msn:

errorscan@hotmail.com


UND DU bekommst mein buch mal kostenlos zugesendet

 
At 20 Dezember, 2007 21:01, Anonymous PudelDesTodes meint...

Kann dem bisher gesagten nur zustimmen und noch einmal betonen, das Marcus Heitz wirklich hervorragend schreibt, auch wenn die Cliffhänger am jeweiligen Ende der Uldartbände verdammt böse sind. Er verfügt über einen interessanten Stil, weiß zwar nicht, ob es überall so ist, aber bei "Die Zwerge" und noch stärker bei der Ulldartreihe hat er sich auch sehr mit der Gesinnung und den Zielen der Völker auseinander gesetzt, so dass eine interessante Politik dabei entsteht, die den Hintergrund einer solchen Geschichte deutlich erweitert.

 
At 03 Januar, 2008 05:23, Anonymous Anonym meint...

Für mich war der Hauptgrund ein Buch von Markus Heitz zu lesen (nämlich Aeternitas und einige seiner SR-Romane), dass er in der Kleinstadt (Homburg) geboren wurde, in der ich lebe und diese in seinem SR-Roman Aeternitas schildert. Zu anderen Büchern des Autors kann ich mich nicht äußern, fand aber die SR-Romane durchaus unterhaltsam.

 

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