Sonntag, 17. Juni 2007

Wer alles weiß, braucht keine Erleuchtung

Ich habe ein geheimes Hobby. Nee, kein Schweinkram. Ich schreibe Bewerbungen an Redaktionen, in denen ich wirklich nichts zu suchen habe, und bin immer wieder auf die Antwortbriefe gespannt. So war ich nicht wenig überrascht, daß mich die Heute-Redaktion gleich zu einem Vorstellungstermin eingeladen hat. Auch die Antwort vom Spiegel erstaunte mich. Es war zwar die erwartete Absage, allerdings von Stefan Aust persönlich formuliert und unterschrieben. Also eindeutig nicht so ne Textbaustein-Antwort. Am meisten amüsiert hat mich die Antwort von Frontal 21. Denen hatte ich meine Mitarbeit angeboten, um » Ihre Redaktion im Bereich Computer- und Videospiele mit Fachkenntnissen zu versorgen.«, wie ich damals schrieb. Die Antwort vom Ressortleiter kam prompt: »Zur Mitarbeit bei Frontal 21 sind fundierte Sachkenntnisse im Bereich Journalismus notwendig.« Komisch, dabei hatte ich denen durchaus erklärt, was ich in den letzten 15 Jahren so alles gemacht hatte. Und weder die Heute-Redaktion noch der Spiegel schienen diese Kenntnisse zu bezweifeln. Frontal 21 wusste auch ohne weitere Recherche (oder ein Gespräch mit mir) bereits, daß mir diese Fachkenntnisse fehlen würden. Wenn die immer so arbeiten, wundert es mich wenig, daß bei denen die mit Fehlinformationen gespickten Beiträge des Herrn Fromm unverändert in den Äther gesendet werden.

20 Comments:

At 17 Juni, 2007 18:31, Anonymous Sempai meint...

Dass Herr Aust das Ding selber geschrieben hat,bezweifel ich.Ich hab auch schonmal Absagen geschrieben,die mein Chef dann nur unterschrieben hat ;).Und die Reaktion von Frontal war doch klar.Die wollen Leute haben,die auf Stürmer-Niveau berichten können und keine kompetenten Leute.

 
At 17 Juni, 2007 18:37, Blogger Mick meint...

das war aber keine blöde Textbausteinantwort. Und warum sollte der andere sowas tippen lassen und dann trotzdem selbst unterschreiben? Das wäre reine Zeitverschwendung. Sowas lassen solche Leute sonst von der Personalabteilung regeln.

 
At 17 Juni, 2007 19:06, Blogger Der Graf meint...

Ich hatte mal was ähnliches (nur ähnlich, nicht dasselbe).
Da hat bei mir jemand unter dem Namen "claus kleber" kommentiert. Unter dem Link kam man auf ein Profil des Nachrichtensprechers des ZDFs.
Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er tatsächlich bei mir kommentiert haben soll.

 
At 17 Juni, 2007 19:08, Anonymous Bernd Hohmann meint...

Mach Dir nichts draus. So alle 5 Jahre schreib ich aus Jux Bewerbungen damit ich im Training bleibe. Es ist interessant, was man für Absagen bekommt und was man in den Vorstellungsgesprächen erlebt. Dass bestimmte Unternehmen überhaupt noch existieren, ist ein wahres Wunder und nur mit dem Glauben der Kunden an Grossunternehmen zu erklären.

Aber naja - Frontal21 ist überall :-)

 
At 17 Juni, 2007 20:21, Blogger Kr33p1ND3atH meint...

Hmm...dann scheinen Killerspiele etc. ja wirklich böse zu sein. Schließlich arbeiten da ja nur Redakteure mit fundierten Fachkenntnissen.

 
At 17 Juni, 2007 20:58, Blogger Dos Corazones meint...

Ach sei doch froh, ich meine, wer will schon bei Frontal 21 arbeiten? Aber natürlich hast du Recht damit, dass Frontal 21 als einziger deine journalistischen Kenntnis anzweifelt. Aber du machst doch eh schon etwas in Richtung PC Spiele auf ZDF.

 
At 17 Juni, 2007 21:12, Blogger Jehuty meint...

Guter Test, Mick! Ich glaube, gerade WEIL du denen erklärt hast, was du die letzten 15 Jahre getrieben hast, bist du gleich auf Granit gestoßen. Schließlich soll es doch nur ketzerische Beiträge zum Thema "Bildschirmspiele" geben.

 
At 17 Juni, 2007 21:54, Blogger bd_1979 meint...

Bei Frontal 21 sagt doch schon der Name dass die da mit voll karacho was machen wollen, wenn die dann Leute mit Fachkenntnis hätten würde dennen ja einer sagen dass die viel Müll von sich geben und schon hätten einige schlechtes gewissen mit den "Hau-Drauf-Geschichten".
Glaub schon dass der Aust den Inhalt im selbst verfasst hat, der will ja wissen was für Leute in seiner Redaktion arbeiten, bei der Personalabteilung dürftest du mit deinem Lebenslauf schon weiter gereicht worden sein.
Wenn keine Absage vom Spiegel gekommen wäre - wärst du zum Gespräch gegangen ?

 
At 17 Juni, 2007 22:00, Anonymous GreenStorm meint...

Wann startet eigentlich deine Sendung ?

 
At 17 Juni, 2007 22:01, Anonymous Sempai meint...

Kann allerdings auch sein,dass Hr. Aust begeisterter Computerspieler und Leser diverser Zeitschriften ist,wodurch er Mick kennt:
"Was?Dr. Test hat sich beworben?Mist,leider hab ich für den keinen Job.Verdammt."^^

 
At 18 Juni, 2007 01:45, Blogger Mick meint...

@Graf: mein Brief war aber tatsächlich vom Spiegel :-)
@Bernd: allerdings, das stimmt :-)
@kr: exakt, nur Leute mit "fundierten Fachkenntnissen" ;-)
@dos: da wollte ich auch wirklich nicht hin. War nur so ein Test.
@jehuty: mmhmm.. hat Recht, das könnte die Erklärung sein.
@bd: nee, wahrscheinlich nicht. Ich habe ja auch bei Heute abgesagt. Das ist einfach nicht meine Branche.
@greenstorm: Am duke-Nukem-Tag ;-)
@sempaui: Huc, auf die Idee bin ich ja noch gar nicht gekommen. Das wäre ja mal echt ein ding ;-)

 
At 18 Juni, 2007 10:12, Blogger Piano meint...

Ohhhhh jaaa! Vorstellungsgespräche habe ich ganz besonders gern. Und man sollte dankbar sein, wenn man überhaupt eine Absage bekommt. Ich habe meine Unterlagen teilweise nie wieder gesehen und keine Antwort erhalten. Das ist mal unverschämt.

 
At 18 Juni, 2007 12:09, Blogger Schlunz meint...

Ich schreibe Absagen für Azubis und Fachangestellte auch nicht selbst, unterschreibe sie aber. Das hat genau den positiven Eindruck, den der Aust-Brief auf Dich gemacht hat (nicht, daß ich mich mit Herrn Aust vergleichen will, aber Du dachtest ja auch, "immerhin nimmt er sich kurz Zeit"), ohne daß ich unnötig viel Zeit damit verbringen muß. Und natürlich kann gutes Personal auch Absagen *ohne* Textbausteine schreiben. Wir haben zum Beispiel in unserer Kanzlei überhaupt keine Textbausteine ;)

 
At 18 Juni, 2007 12:52, Blogger Mick meint...

Absagen von Chefredakteuren (ob selbst verfasst oder nicht) sind extrem selten, bzw. kommen eigentlich gar nicht vor. In unserer Branche bedeutet das, dass der jeweilige Chefred. das Schreiben zumindest zur Kenntnis genommen hat. Für gewöhnlich mit einem gewissen Wohlwollen. sonst kommen in unserer Branche Absagen generell von der Personalabteilung. Das mag bei Anwälten anders sein.

 
At 18 Juni, 2007 15:23, Anonymous Anonym meint...

Gehst du denn zum Vorstellunggespräch zur Heute-Redaktion hin? Ist ja wahrscheinlich nicht gerade um die Ecke...

 
At 18 Juni, 2007 16:38, Blogger huGn meint...

sich mit killerspielen wie barbies pferdewelt zu beschäftigen entspricht halt nich den erwartungen für einseitigen frontal21 journalismus. es wäre doch schlimm wenn du dich auf tatsachen und nicht auf einbildungen berufen würdest.

 
At 18 Juni, 2007 23:14, Blogger bd_1979 meint...

In der E-Tech Branche ist es auch üblich die Personalabteilungen die Absagen schicken zu lassen und nur die Leute die Eingeladen werden oder interessant sind gehen an die Labore.
@mick : Ach beim Spiegel gibts doch bestimmt auch interessante Resorts für dich, aber ist jetzt ja eh egal.

 
At 19 Juni, 2007 01:10, Blogger Mick meint...

@anonym: nee, ich habe natürlich keinen Termin mit denen vereinbart. Ich will da ja schließlich auch gar nicht hin.
@hugn: Wie? Tatsachen? Was ist das denn? ;-)
@bd: ja, das Ressort: Meine Lieblingsspiele ;-)

 
At 19 Juni, 2007 21:38, Anonymous dante meint...

Warum nimmst du diese Chance nicht wahr? Ich meine, was hast du zu verlieren? Mir ist zwar nicht ganz bewußt, wo die Heute-Redaktion eine Position für einen ehmaligen Games-Redakteur sieht (worauf hast du dich überhaupt beworben?), aber es wäre doch wesentlich gehaltvoller dort zu arbeiten, als von einem Übersetzungsauftrag zum Nächsten zu springen.

 
At 21 Juni, 2007 17:44, Anonymous Anonym meint...

Versuchs mal mit Panodrama *lol*

 

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