Dienstag, 29. Mai 2007

Post Traumatisch

Die ehemaligen Staatsmonopolisten Telekom und Post heulen ja gern über Kundenschwund, trotz doch ach so gestiegenem Serviceangebot und Kundenfreundlichkeit. Nun ja, bis Baldham scheint sich das auch noch nicht rumgesprochen zu haben. Eigentlich wollte ich nur ne Briefmarke kaufen. Also gehe ich zum Automaten. Der verkündet daß ich mir gefälligst ne Geldkarte besorgen soll, Bares will er nicht annehmen. Ah, klar, sicher. Nee, mache ich nicht. Also gehe ich in die Post rein. Drinnen am Schalter: »Eine 55 Cent-Marke, bitte«
Posttusse: »Das macht 5,50 Euro«
Ich: »Äh, nein, ich will nur eine Marke, nicht den ganzen Staathaushalt.«
Sie: »Einzelne Briefmarken gibts nur am Schalter nebenan.«
Ich: »Sie glauben doch jetzt nicht, daß ich mich da nochmal anstelle, nur für eine Briefmarke?
Sie reagiert einfach nicht.
Ich: »Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder sie geben mir einfach meine Briefmarke und ich bin dann innerhalb einer Minute weg. Oder ich bleibe einfach so lange hier stehen, bis Sie mir eine geben. Das dauert dann aber für uns beide länger.«
Sie: »Einzelmarken gibt es nur am anderen Schalter«
(Dieser andere Schalter ist von ihr rund 15 Zentimeter, also in Armreichweite entfernt.)
Ich: »Dann fragen sie mal ihren Kollegen, ob er uns nicht ne Marke geben will.«
Sie: »Das geht nicht. Ich bin nicht verantwortlich für die Regularien. Ich stehe hier nur....«
Da tippt ihr Kollege sie auf die Schulter und reicht ihr eine Marke hinüber.
Sie guckt verwirrt, legt sie mir dann aber doch hin und ich gebe ihr im Austausch die 55 Cent.
Mannomann, wie kann man nur derart stur sein. Ich kapiere aber auch nicht, wieso an dem einen Schalter nur das eine, am anderen nur andere Sachen gehen sollen. Vor allem, weil sie ja sogar Briefmarken hat, die aber nur im Zehnerstapel verkaufen will. Man fragt sich wieso? Im HL Markt kriege ich ja auch an jeder Kasse alles. Also, liebe Post: Hier habt Ihr noch Optimierungspotential. Bevor Ihr das nächste Mal wieder über Kundenschwund heult.

19 Comments:

At 29 Mai, 2007 13:00, Anonymous GreenStorm meint...

Man sollte sie alle schlagen...

 
At 29 Mai, 2007 13:07, Blogger huGn meint...

Die haben alle nicht kapiert, dass sie nichtmehr verbeamtet sind

 
At 29 Mai, 2007 13:32, Anonymous Anonym meint...

wenn sie schon länger dabei sind, sind sie noch verbeamtet... ;-)

man konnte deren Status ja nicht aufheben, denn Beamten sind unkündbar *seufz* *an die DDR denk*

naja, aber gut so Mick, ich glaub ich wäre zum anderen Schalter gegangen, weiß auch nicht warum

 
At 29 Mai, 2007 14:31, Blogger Michi meint...

Die Weltstadt Poing geht da sogar noch einen Schritt weiter, hat die Postfiliale geschlossen und die Schalter an den örtlichen Rewe verfranchist. Da sind die zum Postbeamten beförderten Regalaushilfen aber mindestens genauso inkompetent.

 
At 29 Mai, 2007 15:07, Blogger Dos Corazones meint...

Von wegen Service bei Telekom! Wir haben uns dieses T-Home Paket geholt, wollten uns aber vorher beraten lassen. Der Mann beim T-Punkt gab uns ein Prospekt mit den Angeboten, wir suchten unser gewünschtes heraus. Er erzählte uns zwar was darüber, jedoch nichts richtiges, wie wir mit Hilfe des Prospekts feststellten.

Telekom sollte erstmal die eigenen Leute aufklären, bevor diese dann die Kunden aufklären sollen!

 
At 29 Mai, 2007 15:11, Blogger Der Graf meint...

Vielleicht sollte man solche Leute richtig ausbilden und nicht einfach von der Straße auflesen.
Es heißt nicht umsonst "Servicewüste Deutschland" (so heißt es doch, oder? ;-) )

 
At 29 Mai, 2007 15:16, Anonymous Anonym meint...

>> Die haben alle nicht kapiert, dass sie nichtmehr verbeamtet sind

Das stimmt sicher oft, hier ist aber eher das Gegenteil der Fall: Die famose Briefmarken-Nur-Im-Zehnerpack-Strategie ist wohl die Erfindung von BWLern, die mittlerweile auch bei der Post im Hintergrund die Fäden ziehen. Der Einzelverkauf rechnet sich nämlich nicht. Was kümmern da noch unzufriedene Kunden...

 
At 29 Mai, 2007 15:17, Blogger Mick meint...

ja das erzählen sie gerne. Aber warum geben sie dann nicht das Briefmonopol freiwillig auf? Eben, weil es eben doch ne irrsinnige summe Geld einbringt.

 
At 29 Mai, 2007 15:36, Blogger ich mittendrin meint...

Die Bahn ist au nich netter. Vor allem da man die meisten Schalter geschl9ossen hat und durch Automaten ersetzt hat. nun spart das nerven am Schalter (der ja nicht mehr vorhanden ist) aber es kostet nerven zu sehen wie sich ein haufen rentner um das ding stellen und damit überhaupt nich klarkommen weil sie Schalterverwöhnt sind

 
At 29 Mai, 2007 15:55, Anonymous Sempai meint...

Man merkt,dass Mick noch nie das Vergnügen hatte,beim Staat zu arbeiten.

Eine Situation,wie ich sie immer wieder mag:

"Tut mir leid,meine Kollege ist gerade nicht da,gehen Sie bitte in Zimmer x einen Stock tiefer."

- 10 Minuten später,Bürger kommt zurück,da der andere Kollege den Fall auch nicht bearbeiten konnte -

"Oh,ich muss Ihnen leider sagen,dass mein Kollege eben kurz da war und jetzt auf Außendienst ist und vor 16 Uhr nicht mehr zurückkommt.Leider schließen wir um 15.30 Uhr,kommen sie daher morgen wieder."

Ich LIEBE Staatsunternehmen und -verwaltungen.Ein Traumjob :-) .

 
At 29 Mai, 2007 17:10, Blogger PropheT meint...

Abbau der Bürokratie - das wäre dochmal Stoff für nen Fantasy-Roman!

 
At 29 Mai, 2007 21:02, Blogger Eresthor meint...

Hej Mick!
Also, da kann die Dame ja nun wirklich nichts dafür, wenn die Regularien nunmal so sind. Und sei doch froh, es hätt ja auch sein können daß sie nur für 45ct.-Marken ausgebildet gewesen wär...

Spaß beiseite, gut daß du stur geblieben bist. Wenn daß jeder Kunde bei ihr so macht, wirds ihr vielleicht selber irgendwann zu blöd.

Gruß, Eresthor

 
At 30 Mai, 2007 00:33, Blogger Mick meint...

@ich: gegen Automaten hätte ich gar nix, wenn die denn tatsächlich Bargeld annehmen würde...
@sempai: och, das kennt man auch 8und erst recht) wenn man nicht beim Staat arbeitet, aber mit Ämtern zu tun hat. ;-)
@prophet: klasse Idee, Titel des Buchs: "Der Fluch des violetten Formulars" ;-)
@eresthor: genau, wir werden gewinnen! :-)

 
At 30 Mai, 2007 01:35, Blogger RasPutina meint...

Bei uns in Nürtingen nimmt der Automat tatsächlich Bares an, ja sogar 1- und 2cent Münzen, die andere Automaten ja gerne verschmähen.

 
At 30 Mai, 2007 03:55, Blogger Chernaya Akula meint...

Auf die Gefahr hin mich mal wider in die Nesseln zu setzen: Das hat nichts mit Beamtentum zu tun!

Entgegen landläufiger Meinung sind Beamte nicht so unkündbar wie immer dargestellt wird. Man ann sie nicht einfach so entlassen, ABER man kann sie jederzeit im Bundesland IRGENDWOHIN versetzen. Bei Landesbeamten. Bunddesbeamte können gar in ganz Deutschland versetzt werden.
Dagegen kann man als Beamter nichts machen. Völlig egal ob man irgendwo ein Haus hat oder Familie - wenn die Verwaltung sagt du gehst, dann gehst du. Wer sich zweimal weigert, wird rausgeschmissen. Der Beamte hat in dem Fall seine Dienstpflicht verletzt - und das Beamtenverhältnis gilt damit als beendet.

So, versuch mal als Verwaltung einen Angestellten ohne triftigen Grund zu versetzen. Der hetzt dir die Gerichte auf den Hals.

Und wenn du wegen Unfreundlichkeit am Schalter versetzt wird, lacht das Gericht deinen Arbeitsgeber aus.

Also nich immer von vornherein auf den Beamten rumhacken!

Ein Tip: Nie nach dem Vorgesetzten fragen, sondern nach dem Vorgesetzten des Vorgesetzten!
Weil: Wenn du mit einem Schalterfuzzi oder so ähnlich Ärger hast und nach dem Vorgesetzten fragst, kommt der zwar, hört sich das an, gibt dir sogar recht. Aber ändern wird sich nichts! Weil er sienen Kollegen ja beschützen muss. Wenn man aber den Vorgesetzten des Vorgesetzten "belästigt" ärgert der sich, dass er von seinem Schreibtisch weggeholt wird, gibt dir recht und scheisst seinen "Untergebenen" an, welcher dann wiederum den Schalterfuzzi anmachen wird, weil er von oben Ärger gekriegt hat.

 
At 30 Mai, 2007 11:10, Blogger Schlunz meint...

Also meine Testläufe haben gezeigt: In Regensburg gibt's 'ne echt "nette Post", sowohl am Domplatz (groß) als auch am Jakobstor (klein, mit Bäckerei). Kauf hier Deine Briefmarke! ;)

 
At 30 Mai, 2007 18:06, Blogger Mick meint...

@chernaya: ach ich bleibe einfach bei meiner bewährten Ich-bleibe-so-lange-stehen-bis-die-machen-was-ich-will-Methode ;-)
@schlunz: okay, aber dann muss ich mir ein Bahnticket nach Regensburg kaufen. Am Automaten oder am Schalter? ;-)

 
At 01 Juni, 2007 13:58, Blogger Schlunz meint...

Ich kann Dir Deine Briefmarke auch schicken. Ich würde nur das Porto dafür verlangen, dh. ich kleb' sie dann außen drauf. :P

 
At 01 Juni, 2007 19:20, Anonymous Mibran meint...

Hättest es wie Michael Douglas im der Burger-Bude machen sollen, als man ihm verkündet hat, daß es seit wenigen Minuten kein Frühstück mehr gibt, weil der Zeiger den Zenit überschritten hat...

Gut, der hat sich dann erst noch zu einem Burger breitschlagen lassen, aber beim Anblick desselben ... ;-)

 

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