Mittwoch, 28. Februar 2007

Cäse von Cameron

Eigentlich könnte ich die Überschrift von gestern »Cäse aus Hollywood« heute glatt nochmal verwenden, diesmal aber mit dem korrekten »K« im »äse«. Denn was James Cameron (für die Jüngeren, der war damals Schuld am Untergang der Titanic) derzeit behauptet, ist genauso sensationell, wie haarsträubend. Man halte sich fest: Cameron hat die nicht nur die Grabstätte von Jesus gefunden, sondern gleich den passenden Sarg noch dazu, samt DNS! Das behauptet der Kerl tatsächlich, beweisen will er das in seinem »Dokumentarfilm« »The Lost Tomb of Jesus«, der bald schon bei uns ausgestrahlt werden soll. Das erinnert mich noch an seine halbgare Dokumentation über die Bismarck, von vor ein paar Jahren. Da hat er auch behauptet sensationelle Entdeckungen gemacht zu haben. Dass die bereits etliche Jahre vorher von Robert Ballard und einigen anderen gemacht wurden, unterschlug er einfach mal. Aber gegen die Jesus-Sache ist das ja eh nur kalter Kaffee. Ich bin mal gespannt, welcher Fernsehsender sich diesen Blödsinn hat aufschwatzen lassen. Ich tippe mal auf Sat 1, nee eher Pro 7. Die haben sich ja mit Galileo auch nicht entblödet nach dem Heiligen Gral zu suchen. Mhhmm... vielleicht hat Cameron den ja inzwischen auch schon gefunden, direkt neben Jesus' Sarg. Könnte ja sein...

Dienstag, 27. Februar 2007

Cäse aus Hollywood

Daß mal wieder ein deutscher Regisseur einen Oscar gewonnen hat, ist nett. Viel bemerkenswerter finde ich aber den dazugehörigen Artikel auf Spiegel Online. Am Ende steht nämlich Folgendes zu lesen:

Korrektur: Im Text wurde Sebastian Kochs Freundin zunächst Antje van Cäse genannt. Der richtige Name lautet Carice van Houten. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.


Tja, das passiert, wenn man nicht richtig zuhört, den Artikel schon mal schnell schreibt und fehlende Namen nicht aus-xt, sondern kreative Eigenerfindungen einsetzt. Natürlich mit der hehren Absicht, die eigenen Wortschöpfungen hinterher wieder gegen die richtigen Namen auszutauschen. Und dann muss mal wieder schnell, schnell gehen... und schon passiert es... Andererseits, es hätte auch schlimmer kommen können: Elsbeth de Kiffer etwa, oder Pim van de Kloeten.

Montag, 26. Februar 2007

Das ist echt fies


Nein, Ihr Raffgeier. Ich werde kein überflüssiges 5-Dollar-Monatabo abschließen, damit ich an der Warteschlange vorbei ziehen kann, um eine Demo runterzuladen. Und ja, dann warte ich eben!

Ideal pauschal

Ich hab's gemacht. Was? Na die Herr der Ringe Online Vorbestellversion .... nun ja... vorbestellt eben. Warum? Der zehn Tage früherer Zugang ist mir schnuppe. Was mich reizt ist die Option auf die Lifetime-Flatrate. Einmal Geld bezahlt, danach nie wieder. Wir Deutschen sind ja große Fans der Flatrate. Egal, ob das immer günstiger ist, oder nicht. Deshalb, wie wäre es mit Flatrates in wesentlichen Bereichen des Lebens? Zum Beispiel bei der Miete. Einmal 4000 Euro und das war's. Fände ich angemessen. Oder die Lebensmittelflatrate, bei der Rente, oder, noch viel besser: Die Arbeitsflatrate. Ich kriege eine Millionen Euro auf einmal, lege die auch nur halbwegs geschickt an kann ich nach spätestens zehn Jahren bequem davon leben. Okay, dann müsste ich ja trotzdem noch arbeiten, dafür hätte der Arbeitgeber ja schon gezahlt. Aber dann wäre man ideal vor Arbeitslosigkeit geschützt, denn man hätte die Kohle ja schon. Ich finde ein tolles System, jetzt brauche ich nur noch die Kinoflatrate und das Leben kann kommen.

Sonntag, 25. Februar 2007

Zeit zum Arbeiten

Los Mick, Du musst noch was schreiben, hast noch Arbeit zu erledigen. Aber wie immer schiebe ich das bis zum letzten Drücker vor mir her. Eben habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich freiwillig gespült und gewischmopt habe, nur, um diesen Artikel nicht schreiben zu müssen. Der ist eigentlich nichts besonderes, wahrscheinlich in ein, zwei Stunden machbar. Aber irgendwie will ich einfach nicht. Jetzt sitze ich am Rechner, surfe hierhin, dorthin. Kenne diverse Blogs mittlerweile auswendig, selbst die Anordnung der Reklame auf Spiegel.de habe ich intus. Aber jetzt lege ich los, lasse mich nicht mehr ablenken... ich guck nur mal kurz bei Amazon vorbei, ob's neue DVDs gibt... aber dann, ganz sicher...

Samstag, 24. Februar 2007

Ausverkauft? Daß ich nicht lache.

Meinen ersten Eindruck von der Seriosität der Arbeitsweise von Journalisten, erhielt ich, als ich so 14 Jahre alt war. Unsere Klasse guckte bei einer Gerichtsverhandlung zu, bei der ein Arbeiter dem anderen mit einem Eisengrat das Auge ausgestochen hatte. Am nächsten Tag in der Zeitung war aber von einem Stück Eisendraht zu lesen, dass der eine mutwillig dem anderen ins Gesicht gestoßen hätte. Mag man Grat und Draht noch durch unaufmerksames Zuhören vertauschen, so ist die Mutwilligkeit frei erfunden gewesen, schließlich endete der Prozess mit einem Freispruch, weil es als Unfall gewertet wurde. Schon damals wunderte ich mich sehr, wie schludrig in Zeitungsredaktionen mit der Wahrheit umgegangen wurde.
Viel später wurde ich an diese Arbeitsweise erinnert. Ich hatte gerade das erste GameStar-Konsolenheft beendet. Die Playstation 2 erschien offiziell in Deutschland. Da erhielt ich die Anfrage eines Radiosenders nach einem Interview zur Verfügbarkeit von Sonys neuer Konsole. Pflichtbewusst, wie ich war, durchstöberte ich einen Nachmittag davor diverse Elektromärkte und stellte fest: Zumindest in München gab es offensichtlich genug davon. Das erzählte ich dann am nächsten Tag auch im Interview. Kaum gesagt, brach der Radiomensch auch schon ab. Ob ich mir da sicher sei, seinen Informationen nach wäre die PS2 überall restlos ausverkauft. Ich widersprach, zählte mehrere große Läden aus, die die PS2 in ausreichender Stückzahl hatten. Als er mich nicht vom Gegenteil überzeugen konnte, beendete er das Gespräch. Kurze Zeit später erfuhr ich, daß das Interview mit dem Kollegen eines Konkurrenzmagazins gesendet wurde, der, oh Wunder, bestätigte brav, daß die PS2 »restlos ausverkauft sei«. An mir selbst zweifelnd ging ich wieder in mehrere Läden, wo ich nach wie vor meine komplette weitläufige Verwandtschaft mit PS2s hätte ausstatten können. Nicht viel später meldete sich eine Münchener Boulevardzeitung mit derselben Frage. Brav antwortete ich wie zuvor. Auch hier war man an der Wahrheit nicht sehr interessiert. »Haben Sie nicht ein bisschen O-Ton à la Das Ding gibt es derzeit nirgendwo mehr? hakte der Zeitungsmensch nach. Als ich verneint, war er auch nicht mehr an einem weiteren Gespräch interessiert. Sein Artikel wiederum behauptete aber das Gegenteil, immerhin ohne dass sich noch ein Kollege mit dem Blödsinn zitieren lies. Stattdessen kam der Einkaufsleiter eines Großversenders zu Wort.
Daran muss ich immer wieder denken, wenn irgendeine neue Konsole herauskommt. Angeblich ist die immer gleich am ersten Tag ausverkauft, nicht mehr erhältlich und erstmal der Renner. Beim nächsten Mal sicher bei der PS3. Manchmal entblöden sich Journalisten nicht mal, künstlich Menschenschlangen zu inszenieren, wie ich es in einem Mediamarkt beim Wii-Launch letztens gesehen habe. »Stellen Sie sich doch dazu, kommen Sie auch in die Zeitung« war der Satz, mit dem mich ein Journalist (oder war es nur der Photograph) aufforderte eine solche Szene nachzustellen. Denn eine echte Schlange gab es gar nicht. Aber klar: »Konsole XYZ komplett ausverkauft, Menschenmassen prügeln sich darum« klingt natürlich besser als »Bescheidener Start der Okano GameSphere«. Und wenn schon bei so unbedeutenden Meldungen derart geschummelt (oder besser gesagt, betrogen) wird, was ist dann mit den richtigen Nachrichten? Was stimmt da alles nicht? Ehrlich gesagt, glaube ich mittlerweile keinem einzigen Medium mehr auch nur ein Wort... außer dem Wetterbericht.

Konzerte aus der Gruft

Gerade habe ich irgendwo gelesen, dass The Who wieder auf Tournee gehen. Das finde ich sehr merkwürdig, war ich doch bis vor wenigen Minuten noch felsenfest überzeugt davon, dass die alle mittlerweile tot sind. Ganz ehrlich. Obwohl, wahrscheinlich macht es eh keinen Unterschied aus, ob die noch lebend oder längst einbalsamiert sind. Waren wahrscheinlich 1973 das letzte Mal nüchtern, und sind seit Jahren eh stocktaub. War Pete Townsend nicht derjenige, der sich vor ein paar Jahren mal über MP3s mockiert hat? Dass man von lautem iPod-Hören Schäden davon tragen könnte? Und das von nem Typen, der sein Leben neben 100.000 Gigawattanlagen verbracht hat, lol. Na egal, die Eintrittspreise sind mit 88 Euro aber deutlich den modernen Zeiten angepasst. Für eine mumifizierte Rentnerband eindeutig zu teuer, auch wenn alle tatsächlich noch leben sollten. Mhhmmm... ich könnte eigentlich mal wieder Quadrophenia auflegen, die habe ich noch als richtige Doppel-LP. Wenn ich nur wüßte, ob ich noch ne Nadel habe. Um nicht falsch verstanden zu werden, es geht hier um PLATTENNADELN, nicht irgendwas anderes.

Mittwoch, 21. Februar 2007

Böse Menschen bei Haribo

Als wenn meine heraufziehende Erkältung nicht schon genug wäre. Haben diese bösen Menschen bei Haribo es doch glatt gewagt, meine kleinen grünen Lieblinge umzubenennen. Statt »Fröschli«, wie früher, heißen die jetzt »Quaxi«. Wie klingt denn das, wenn ich jetzt in den Laden gehe und sage »Einmal Quaxi bitte, Frau Lange«... öhm.. ähm... ne, das war jetzt glaube ich gar nicht ich, sondern der Junge aus dieser alten Storck-Riesen-Reklame. Egal, das »Quaxi« muss runter von der Packung, da reicht es auch nicht, dass mittlerweile auf den ganz neuen Verpackungen zusätzlich »Mein Fröschli« drauf steht. Wahrscheinlich aus schlechtem Gewissen. Nee, liebe Haribos, so nicht. Zurückändern, aber zackig.

Dienstag, 20. Februar 2007

Wie supreme ist dieser Commander?

Hunderte Einheiten, gigantische Schlachten, ganz viel Spaß? Leider nein, lest bei Völlig Verspielt selbst, warum der Test von Supreme Commander nicht der erwartete Spaß war.

Montag, 19. Februar 2007

Such ma Schiene

Da sag noch mal einer Suchmaschinen wären unpersönlich. Ich werde ab und an mal bei Ms. Dewey vorbeigucken. Man versuche mal Begriffe wie »Linux« oder »Britney Spears«.

Sonntag, 18. Februar 2007

Das Wort zum Sonntag...

... überlasse ich heute mal Peter Ahrens vom Spiegel, der dieses treffliche Zitat geschrieben hat: »Der Irrtum ist bekanntlich das Lebenselixier des Journalismus. Das ist ja das durchaus Schöne an unserem Beruf, das wir irgendetwas frei weg behaupten können und Monate später das genaue Gegenteil davon - und wenn wir Glück haben, merkt es noch nicht einmal jemand.«
Ja, so sind wir Journalisten eben... und schämen uns nicht mal dafür. :-)

Samstag, 17. Februar 2007

Pakete auf der Flucht






Ich kriege ja für mein Leben gern Pakete. Deshalb bestelle ich wohl auch so viel. Noch viel toller finde ich, daß man heutzutage ja auch immer nachverfolgen kann, was das eigene Paket so gerade treibt. Ob es gerade mit ein paar verspäteten Valentins-Päckchen flirtet oder sich ganz schamlos an die Großbriefe ranschmeißt. Zumindest habe ich das geglaubt. Aber bei GLS (den Paketdienst kannte ich noch gar nicht) bekommt man nur den oben abgebildeten kryptischen Bandwurmsatz. Klingt als hätte das ein informeller Mitarbeiter des Geheimdienstes verfasst. Sehr gut gefällt mir die »vollzogene Wiegung«. Das stelle ich mir in etwa so vor: (Im Hintergrund dramatische Musik)
»Aktivieren sie die Wiegung.«
»Ja, Sir, Wiegung aktiviert. Treten sie zurück. Energie!«
»Captain, wir habe nicht genug Energie, die Wiegung ist gefährdet«
»Scotty, hol alles aus der Kiste raus.«
»Ich versuche, was geht, aber mehr als 120 Prozent geht nicht.«

Sehr witzig auch: »Die Einschleusung in das GLS-System«. Mhhhmmmm... das stelle ich mir äußerst subversiv vor, wie mein Paket sich à la Sam Fisher am Master-Paket-Controller vorbeischmuggelt, stets jede Deckung ausnutzend, die »Eingangserfassung« ausschaltet, um dann ungesehen das Fließband zu entern. Mann, hat das eine spannende Nacht vor sich, auf der Flucht vor den GLS-Sicherheitsorganen. Und morgen kommt der tapfere kleine Kerl hoffentlich unbeschadet bei mir an. Herrlich, der Alltag kann so spannend sein, wenn nur alle Paketdienste so spannend geschriebene Tracking-Meldungen hätten...

Freitag, 16. Februar 2007

Zitat des Tages

»Wir tendieren dazu, kurzfristige Veränderungen überzubewerten und langfristige zu unterschätzen.« Das hat Warren Lieberfarth gesagt, der war mal König bei Warner Home Video und seinerzeit einer der Hauptverantwortlichen für die Einführung der DVD. Lieberfarth bezog diesen Satz nur auf seine eigene Branche. Ich finde, der gute Mann hat damit etwas Universalgültiges in Worte gefasst. Deshalb ernenne ich es einfach mal zum Zitat des Tages.

HdR statt DDR

Das ich's mir eh gerade mit den Ossis verderbe, kann ich auch noch einen draufsetzen. Vor etlichen Jahren habe ich mal einen Brief an den damaligen Kanzler Kohl geschrieben. Darin habe ich ausgeführt, wie man aus dem ehemaligen sozialistischen Paradies einen florierenden Themenpark machen könnte. Und zwar die ganze DDR als Mordor, mit dem Schicksalsberg in Bitterfeld. Damals war der Hype um den Herrn der Ringe noch bei weitem nicht so hoch, wie heute. Wahrscheinlich hat mir der Kohl deshalb nicht darauf geantwortet. Was hätte man später für Geld machen können. Die Filme wären statt in Neuseeland in Neubrandenburg entstanden. Vielleicht hätte es mittlerweile sogar für ein Stückchen Auenland gereicht...

Donnerstag, 15. Februar 2007

Hotelgeschichten

Preisfrage: Wo befindet man sich, wenn selbst in einem Mittelklasse-Hotel ab der zweiten Etage der Wasserdruck nicht mehr zum Duschen ausreicht, es zum Frühstück trockene Brötchen mit Käse gibt und dazu noch »Where the Wild Roses Grow«, ein Lied über einen Mädchenmörder, aus der hoteleigenen Entertainment-Anlage dudelt? Exakt, in Ossiland. Immerhin gibt's da um die Ecke noch den 1-Euro-Döner, liebevoll von ner 1-Euro-Kraft zubereitet...

Mittwoch, 14. Februar 2007

Welt der KriegsKraft

Eigentlich bin ich ein Fan deutscher Übersetzungen. Ich mag es, wenn fremdsprachliche Texte gut eingedeutscht und wenn möglich sogar noch verbessert werden. Aber manche Sachen gehen nun echt nicht. Wie Blizzard in WoW mit unserer schönen Sprache umgeht, ist fast schon ein Fall für die Vereinten Nationen. Da wurde zum Beispiel aus Grom Hellscream Grom Höllschrei. Waaah, so gut hätte des der gute alte Babelfisch wohl auch hingekriegt. Oder aus dem Warsong-Clan wurde der Kriegshymnenklan. Der Brüller: Jaina Proudmoore, die Heldin aus dem von mir übersetzten Roman Teufelskreis, mutierte inzwischen zu Jaina Prachtmeer. Hilfeee, das wäre mir selbst in meinen finstersten Stunden nicht eingefallen. Dafür bleiben die Orcs nach blizzardscher Rechtschreibung weiterhin Orcs, statt sich korrekterweise in Orks zu verwandeln. Aber Clans werden zu Klans. Hu Hu, Logik (oder Logic?), wo bist Du?

Montag, 12. Februar 2007

Veteranentreffen

Ich habe gerade einen alten Freund besucht. Der ist nicht mehr der jüngste, die Frau ist ihm gestorben. Er ist aber ein klasse Kerl. Das erste Mal habe ich ihn 1982 getroffen. Ich weiß es noch wie heute. Damals hatte er gerade Probleme mit einem fiesen Typen namens Clubber Lang. Seit der Zeit sind wir beide gute Kumpels, Rocky und ich. Die ersten beiden Teile habe ich mir dann damals in einer der neu eröffneten Videotheken ausgeliehen und war hellauf begeistert. Boxen interessiert mich bis heute nicht die Bohne, aber die Rocky-Filme waren immer was besonderes. Wann immer ich mal etwas Motivation brauchte, verhalf mir etwas mentales Training mit dem italienischen Hengst zu neuer Zuversicht. Dadurch habe ich auch den grausam schlechten Teil 4 und den langweiliger 5er gut überstanden. Und heute Abend, gut 25 Jahre nach unserem ersten Treffen, habe ich Mister Balboa mal wieder einen Besuch abgestattet. Alt ist er geworden, aber immer noch ein netter Kerl. Einer, den man auch in 100 Jahren noch klasse findet. Und auch (Achtung, jetzt kommt ein Spoiler!) wenn er (echt, jetzt kommt ein Spoiler) seinen letzten Kampf verloren hat (ich habs ja gesagt, beschwert euch nicht), ist er einer, der mich farblose Matrix-Bürschchen, alberne Superhelden und irgendwelche knuddeligen Rendertiere ratzfatz vergessen lässt. Ja, die rund 100 Minuten haben sich echt gelohnt, ein Wiedersehen, daß ich sehr genossen habe. Mach's gut, alter Junge... und nächstes Jahr habe ich einen weiteren Veteranentermin... mit John Rambo.

Vachmann vür Versicherungsfragen

Ich schwadroniere hier ja immer wieder mal gern über die Rente. So richtig lustig wird es aber erst, wenn man mal mit der echten Deutschen Rentenversicherung zu tun hat. Dazu muss man wissen: Aus der Versicherungsnummer, die auf jedem Schreiben oben prangt, kann man sehr leicht mein Geburtsdatum erkennen. Zumindest jeder geschulte Sachbearbeiter sollte das können, mir gelingt das ja auch. Offensichtlich ist das aber nicht so. Wie sonst sollte ich mir die Fragen erklären, die die hochverehrte Rentenversicherung plötzlich an mich hat.
Etwa: »Waren Sie vor dem 1. 7. 1969 selbstständiger Handwerker?« Ja klar, da habe ich mit fünf Jahren im Sandkasten meine preisgekrönten Ritterburgen mit der Schüppe handgekloppt. Zählt das auch?
Sehr schön ist auch diese Frage: »Hatten Sie eine versicherungsfreie Lehrzeit vor dem 1.3. 1957?« Tja, da fällt mir die Erinnerung ein wenig schwer. Damals war ich ja noch flüssig, aber ich habe zusammen mit den anderen paar Millionen Spermien sicherlich viel gelernt, das kann ich Ihnen versichern.
Oder die hier: »Haben Sie sich nach der Vollendung des 15. Lebensjahrs in den Niederlanden aufgehalten?« Hüstel, hmpf, nun ja, ich war mal mit ein paar Freunden in Amsterdam, aber daran können wir uns allesamt nicht mehr so genau erinnern.
Weiter geht's: »Haben Sie Beschäftigungszeiten in Polen zurückgelegt?« Ähm, ja, 400 Kilometer.
Und zum Schluß noch: »Haben Sie auf einem Rheinschiff eine Beschäftigung ausgeübt?« Nüchtern: nein. Angetrunken war ich mal zu PC Player-Zeiten auf einem Acclaim-Event. Da war auch Captain Kirk, der war auch hackedicht und hat mich angerempelt.
Diese Fragen gibt's alle wirklich, nachzulesen in dem schmucklosen Formular, das mit einem stilistisch fragwürdigen Anschreiben in meinem Postkasten gelandet ist. Liebe Rentenversicherung: Gönnt Euch mal nen richtigen Lektor für Eure Geschäftspost. Das ist ja peinlich.

Freitag, 9. Februar 2007

Spiel des Jahres, die zweite

So und jetzt hat auch Pia Ihre Spielefavoriten und - hoffnungen gekürt. Nachzulesen hier bei Völlig Verspielt.

Kleiderschrankgeflüster

Gestern habe ich mir eine neue Hose gekauft, die hängt jetzt neben den alten. Dabei frage ich mich: unterhalten die sich? Erzählen die Veteranen dem Neuankömmling Stories über mich? Lästern die gar? Wie etwa »Paß bloß auf, wenn er über die Straße geht. Der läuft mitten durch die Pfützen!« oder »»Der rote Pullover auf dem oberen Regal ist voll der Arrogante und die Socken zicken ständig, die kleinen Biester.« Vielleicht ärgern die meinen Neuzugang aber auch. Aber das glaube ich nicht, bisher waren alle meine Kleidungsstücke immer sehr brav. Allerdings wird ihnen vielleicht auch die eigene Sterblichkeit vor Augen geführt. Wenn was Neues kommt, muss irgendwann auch was Altes gehen. Ob die aufeinander neidisch sind? Ich auf jeden Fall heiße meine Neuerwerbung herzlich willkommen in meinem Kleiderschrank. Wir beide werden gleich mal unsere Premiere erleben. Haben Klamotten wirklich eine Seele? Und sollte man denen dann nicht auch einen Namen geben?

Donnerstag, 8. Februar 2007

Mit Vollgas in die Rente

Es ist schon komisch, wie sich die Gesprächsthemen mit Leuten, die man lange kennt, im Laufe der Jahre wandeln... manchmal nicht zum besseren. Unproblematisch war es so mit 20. Da hat man darüber geredet, was einem Spaß machte. Dann so um die 30 rum änderte sich der Tenor. Die ersten kamen an und zeigten mir Bilder von ihren Blagen, erzählten von den Wonnen der eigenen Familie und dieses ganze Zeug. Hielt ich manche Unterhaltungen damals schon für die Hölle, wird das jetzt noch getoppt: Es gibt tatsächlich Menschen, die sich mit gerade mal 40 schon ausrechnen, wann exakt sie in Rente gehen und wieviel Geld sie dann haben, um den »Lebensabend« zu genießen und darüber auch noch stundenlang schwadronieren. Es ist ja nichts gegen eine vernünftige Zukunftsplanung zu sagen. Aber ich freue mich doch nicht heute schon auf die Rente. Ehrlich gesagt, wäre das für mich der größte Horror. Wieso soll ich aufhören zu arbeiten, nur weil ich 65 oder meinetwegen auch 67 bin? Ich bin doch nicht über Nacht scheintot! Klar, wer gesundheitliche Probleme hat, sollte vielleicht kürzer treten. Vielleicht sollte er aber auch genau das Gegenteil tun. Ich stelle es mir herrlich vor, auch noch mit 95 wilde Debatten in Redaktionskonferenzen über einzelne Wertungen zu führen. Mein Traum wäre der plötzliche Tod mitten in so einer Debatte, dann ein kurzer Nachruf und gut ist. Ich glaube, wer sich mit 40 auf die Rente freut, hat einfach den falschen Beruf. Das habe ich auch so gesagt... und habe dafür nur erstaunte Blicke geerntet. Die hielten mich alle für »unrealistisch«. Greisenpack. Egal, dann freut Euch eben auf den Scheintod, ich nicht!

Mittwoch, 7. Februar 2007

Wunsch und Wirklichkeit

Wenn man derzeit in die Redaktionen hinein hört, könnte man glauben, es gibt nur zwei Themen, die die Leute interessieren: Auf PC-Seite klingt es allüberall Vista, Vista, Vista. Im Konsolenlager gibt's kein anderes Thema mehr als die NextGen-Konsolen, hauptsächlich Wii und PS3 und wie die sich gegen die Xbox 360 behaupten.
Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn man mal mit Leuten spricht, die nicht beruflich mit unserer Branche verbandelt sind. Die normalen PC-User interessieren sich nicht die Bohne für Vista. Der Release ging an den meisten unbemerkt vorbei, der Rest sagt gerne: »Mal sehen, vielleicht ist ja eins dabei, wenn ich meinen nächsten PC kaufe.«
Ähnliches zeichnet sich bei Konsolenspielern ab. Man stelle sich mal in einen Elektromarkt seiner Wahl und gucke, vor welchen Regalen am meisten los ist und welche den meisten Platz belegen. Das ist nach wie vor die gute alte Playstation 2. Verkaufszahlen scheinen Ähnlichliches zu belegen. In den USA z. B. verkaufte sich vor Weihnachten die PS2 stolze 1,4 Millionen mal, mehr als alle NextGen-Konsolen zusammen. Einzig dem Nintendo DS (nun wahrlich auch kein technologischer Meilenstein) musste sich Sonys Oldtimer geschlagen geben.
Könnte es sein, daß sich die Magazine einfach ein wenig zu weit vom Leser entfernt haben? Das der gar nicht immer das Schnellste und Neueste will, sondern mit seinem bestehenden System sehr zufrieden ist?
In diesem Zusammenhang mal eine Frage: Wer kauft sich Vista jetzt (oder hat es schon getan) und warum? Immerhin gibt es noch kein einziges Programm (Spiel oder Anwendung) das das benötigt. Oder liebe Konsolenfreunde: Warum kauft Ihr zum Release eine NextGen-Konsole, für die es kaum Spiele gibt und die binnen eines Jahres deutlich billiger werden wird? Nicht falsch verstehen: Das ist nicht ironisch gemeint, noch ein versteckter Angriff. Mich interessiert wirklich, warum Leute das machen.

Dienstag, 6. Februar 2007

Spiele, wie nicht viele

Der Konkurrenz sei dank. Hätten die nicht gerade ihre Spiel-des-Jahres-Feier gehabt, hätte ich vermutlich vergessen, selber unsere Highlights auf Völlig Verspielt zu präsentieren. Deshalb hier, noch rechtzeitig vor Frühlingsanfang: Die Spiele des Jahres, die größte Gurke und die Hoffnungsträger. Alles in der Mick-Edition, Pias Beitrag dazu folgt bald.

Montag, 5. Februar 2007

Der Quelle-Wahnsinn

Heute wollte ich nach etlichen Jahren wieder mal was bei Quelle bestellen. Also Homepage aufgesucht, gewünschten Artikel ausgesucht und dann... ja dann wollte ich Namen und Adresse eingeben, schließlich soll Herr Quelle ja wissen, wohin er die Sachen schicken soll. Ob ich denn meine Kundennummer wisse, will das System von mir beantwortet haben. Nee, ich habe das letzte Mal vor dem Krieg bei euch bestellt, weiß ich doch nicht. Lege ich eben einen neuen Account an. Brav tippe ich Namen und Adresse ein, wähle sogar die mir genehme Anrede und klicke auf »Weiter«. Da regt sich das tapfere System, es kann meinen Namen keinem eindeutigem Geschlecht zuteilen. Das angeklickte »Herr« in der Anrede will es geändert haben. Zugegeben, der Name »Michael« ist extrem selten und man weiß nie, ob sich Männlein oder Weiblein dahinter verbirgt. Also tue ich Quelle den Gefallen und wechsle rein virtuell mein Geschlecht. Doch wieder meckert das System. Wieder kann es den Namen dem Geschlecht nicht zuweisen. Also probiere ich einfach einen anderen Namen. Mit »Martin« zickt Quellle auch rum, zu wenig eindeutig. »Klaus« hingegen akzeptiert es. Dumm nur, daß ich gar nicht Klaus heiße. also rufe ich eben an. Erkläre für 14 Cent die Minute mein Problem. Die freundliche Telefonfrau hat auch schnell meine alte Kundennummer gefunden, ich gebe ihr zum Austausch die Bestellnummer der Hose, die ich haben will. Bei der Größe gibt's dann wieder Probleme. Statt der üblichen Angaben 44, 48, 50 etc. (so wie es auf der Hompage aufgeführt ist) will sie irgendeine Ziffer zwischen 6 und 12 haben. Keine Ahnung, sage ich. Hier im Internet sind die normalen Größen angegeben. Leider hat die Dame keinen Zugriff aufs Internet (das nenne ich mal super, für ein Online-Versandhaus) und kann mir auch sonst nicht weiterhelfen. Aber ich bin ja schlau. Mit der Bestellnummer, die die Gute mir verraten hat, logge ich mich erneut ein, und, oh Wunder, man erkennt mich als Michael Schnelle, Hurra. So, jetzt schnell die Hose bestellt (mit den richtigen Größenangaben) und dann hoffen, daß alles klappt. Neugierig, wie ich bin, wollte ich dann auch gleich den Bestellstatus abfragen. So wie es bei Amazon oder sonstwo ja üblich ist. Aber das geht bei Quelle nicht so leicht. Man will ein Kennwort wissen. Wer keins hat, kann eins bestellen. Das wird dann »binnen weniger Tage per Post (und zwar der echten) geliefert.« Na wahrscheinlich schicken die in der Zwischenzeit Schuhe Größe 41 an Klaus Schnelle...

Sonntag, 4. Februar 2007

Mick, Marceau und Montag

Was macht man in einer fremden Wohnung, wenn die Gastgeber mal ein Weilchen weg sind? Oder besser gefragt: Was macht man nicht? Schubladen durchwühlen oder Möbel neu arrangieren geht natürlich nicht. Außer Küche, Wohnzimmer und Bad traue ich mich eh in keinen Raum, das wäre ja grob unhöflich. Ah, die Super-Audio-CD-Anlage fällt mir ins Auge. Die kann ich gefahrlos einschalten, außerdem wollte ich immer schon mal wissen wie Dark Side of the Moon und Wish You Were Here in den 5.1.-Versionen klingen. Gerade will ich mir die Fernbedienung schnappen, da fällt mein Blick auf das DVD-Regal. Wer kennt noch »Die Studentin«? Eins der Frühwerke von Sophie Marceau. Kopfschüttelnd will ich mich wieder Pink Floyds Klassikern zuwenden. Aber irgendwie läßt mich Fräullein Marceau heute nicht los. Und plötzlich, ich habe es gar nicht richtig bemerkt, halte ich die DVD in Händen, in Sekundenschnelle liegt sie im Player und ich mache es mir im äußerst bequemen Stressless-Sessel gemütlich. So wird aus einem eigentlich langweiligen Sonntagmorgen ein sehr netter Ausflug in die Vergangenheit, ich hatte völlig vergessen, wie unterhaltsam der Film ist. DAS nenne ich mal einen gelungenen Wochenanfang. Und morgen ist wieder Montag...

Samstag, 3. Februar 2007

Brot und Spiele

Woran merkt man, daß ein Spiel wirklich heiß erwartet wird? An vielen Previews? Nee. An überfüllten Foren? Auch nicht. Folgende Szene, gestern beim Bäcker erlebt, spricht für sich:
Ich: »Zwei Brötchen, bitte«
Verkäufer, packt die Brötchen in eine Tüte: »Sie arbeiten bei GameStar, stimmts?«
Ich korrigiere ihn mal nicht, grinse aber nett und nicke einfach.
Verkäufer: »Kommt Stalker denn jetzt wirklich im März? Da warte ich schon so lange drauf.«
Ein Typ hinter mir in der Schlange: »Stalker ist geil.«
Sein Kumpel: »Ich hab mir dafür extra nen neuen Rechner gekauft.«
Huch, so viele Stalker-Fans am frühen Morgen auf nüchternen Magen und ich kann ihnen nix anderes sagen, als ein freundliches: »Ich hoffe auch mal, daß es jetzt wirklich kommt. Aber ich glaube es erst, wenn ich es tatsächlich in meinen eigenen Händen halte.«
Ich glaube, so richtig zufrieden waren die mit meiner Antwort nicht. Und ich konnte ihnen doch kaum sagen, daß mich Stalker nu echt nicht die Bohne interessiert. Final Fantasy 12, ja klar. Herr der Ringe Online, auch. C&C3, unbedingt. Aber Stalker....?

Donnerstag, 1. Februar 2007

Vista, oder doch nicht?

Heute an der Kasse: Ich will bezahlen, da ertönt ein leises »Blip«. Der junge Mann hinter der Kasse guckt kurz verstört, dann meint er nur: »Ah, ist mal wieder abgestürzt. Kleinen Moment, dauert 30 Sekunden«, dabei drückt er auf einen kleinen roten Knopf. Und, oh Wunder, nach einer guten halben Minute geht es tatsächlich weiter. »Das ging ja schnell«, sage ich und ergänze »Unter Windows läuft das dann aber nicht, oder?« Der Kassenmensch lächelt und meint nur »Hasta la Vista«. Wollte der sich jetzt plötzlich auf spanisch verabschieden oder ist mir der tiefere Sinn einfach nur entgangen...?

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