Mittwoch, 31. Januar 2007

Die Guten gehen früh

»Hallo Mick, mir geht es momentan sehr gut. Jede Menge Buchprojekte warten auf mich und ich mache mir gerade einige Gedanken zum Addon der Höhlenwelt-Saga. Es ist schön, so richtig viel zu tun zu haben. Bis bald und viele Grüße, Harry.«
Diese Email erhielt ich von Harald Evers vor ein paar Monaten. Als ich diese Zeilen las, ahnte ich nicht, daß es unser letzter Kontakt sein sollte. Am 30. November 2006 starb er im Alter von 49 Jahren an einem Herzinfarkt.
Als ich vor gut vierzehn Jahren in die Spielebranche kam, war er schon einer der wenigen Entwickler, die hier in Deutschland richtig prominent waren. Seine Adventures Das Stundenglas, Die Kathedrale und Hexuma kannte jeder, und ich war sehr nervös, als ich bei der Vorstellung seines damals neuen Spiels Die Höhlenwelt das erste Mal mit ihm zu tun hatte. Aber wer Harry kennt, weiß, daß meine Nervosität unbegründet war. Denn er erwies sich als ein herzensguter, sehr sympathischer und alles andere als eingebildeter Mensch. Und, was mich am meisten beeindruckte: Er war »echt«. Jemand, der auch meinte, was er sagte. Jemand, der stets mit vollem Herzen bei der Sache war. Und auch jemand, der sich so richtig schön aufregen konnte. Wer miterlebt hat, wie er laut über die Technik schimpfend, ein Modem vor die Zimmerwand knallte, weiß, wovon ich rede.
Als er dann mit seinen acht Höhlenweltromanen richtig Erfolg hatte, blieb er trotzdem der bescheidene, höfliche Mensch, der er war. Der über seine Homepage stets den Kontakt zu seinen Lesern suchte, und von seinen Fans dafür geliebt wurde. Außerdem war er herrlich unkommerziell. Ihn interessierte immer nur sein Projekt, nie, ob sich das auch vermarkten lies. Sein letztes Spieleprojekt war das digitale Sammelkartenspiel Trivocum (später als Die Höhlenwelt-Saga bei Bhv erschienen.), das dieses Jahr noch ein Addon erhalten sollte.
Ich habe ihn auch als Ratgeber in schriftstellerischen Fragen sehr geschätzt. Er war sich nie zu schade, mir kleinem Hobby-Bastei-Western-Autor mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Mit Harald Evers geht einer der Guten viel zu früh. Die Welt ist böse!

P.S. Ich habe bewusst keine Vita mit Namen und Daten runtergerattert. Wer daran interessiert ist, findet die hier bei Wikipedia oder auf seiner eigenen Homapage.

9 Comments:

At 31 Januar, 2007 14:54, Blogger Roman meint...

:(

"Wen die Götter lieben, der stirbt jung."

 
At 31 Januar, 2007 16:27, Blogger Ei-Chi meint...

Komisches Gefühl so was zu höhren. Bin durch den Test in der GameStar zu den Büchern gekommen.
Und hab mich gefreud mal was von einem deutschen Schriftsteller zu lesen. Bin aber in der Hälfte des ersten Teiles abschweift und bin bis heute nicht mehr dazu gekommen es weiter zu lesen. Dachte mir immer, das ich ja e noch jede menge Zeit hätte alles zu lesen und mich auf neue sachen zu freuen. Nun lesen kan ich noch weiteres aber was neues leider nicht mehr.
Komisches Gefühl

 
At 31 Januar, 2007 18:04, Blogger RasPutina meint...

Kann man heutzutage noch so entwickeln?

 
At 31 Januar, 2007 18:26, Blogger Mick meint...

man kann, Harald hat es bewiesen.

 
At 31 Januar, 2007 20:30, Blogger RasPutina meint...

Ich hoffe mein Dickkopf ist groß genug auch so weit zu kommen :)

 
At 31 Januar, 2007 20:58, Blogger Orinoko meint...

Hey aufgrund Deiner Bewertung habe ich mir damals "Höhlenwelt" als Spiel geholt und bin wirklich gut zufrieden damit. Die Bücher kenne ich immer noch nicht.

Merkwürdig finde ich, daß der Beitrag jetzt kommt, nach 2 Monaten. Ich kann mich auch an keine Nachricht darüber erinnern. Wie kommts?

 
At 31 Januar, 2007 22:05, Blogger Typ meint...

Ich dachte immer es gäbe solche Entwickler nicht... jetzt gibt es keine mehr...
Die Guten sterben viel zu früh. :-(

 
At 01 Februar, 2007 00:36, Blogger Mick meint...

@Rasputina: bleib einfach stur auf Deinem Weg und laß dir nix von anderen sagen. Dann klappt das ganz sicher :-)
@orinoko: ich habe das auch erst heute erfahren und war erschüttert.

 
At 01 Februar, 2007 10:10, Blogger Piano meint...

Hm...

 

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