Freitag, 19. Januar 2007

Der Michael, der ein Doktor war

Eigentlich wollte ich heute Abend ja endlich mal wieder losziehen, ein paar Bierchen trinken und mit ein paar Leidensbereiten lautstark Diskussionen um Kaisers Bart führen. Aber irgendwie kam alles anders. Denn durch Zufall sah ich bei uns hier in der Buchhandlung Michael Crichtons neuen Roman. Binnen Sekunden war der Bierdurst erloschen. Crichtons Bücher sind für mich immer etwas Besonderes. Der Kerl schreibt nicht nur spannende Stories, sondern hat auch immer eine klare moralische Aussage dahinter. Eine, der ich meist bedenkenlos zustimmen kann. Außerdem erfährt man immer gut recherchierte Details über Gott und die Welt. Und da Wind und Regen eh wenig Lust darauf machen, das schützende Heim zu verlassen, werde ich mich heute Abend gespannt dem neuen Werk des Doktor Crichton widmen. Ach ja, eine Anekdote habe ich auch noch dazu. Vor über zehn Jahren, als Crichton mit Dino Park auf dem Höhepunkt seiner Popularität angekommen war, wollte ich mal ein Interview mit dem Mann machen. Furchtlos kontaktierte ich seine Agentin in den USA und fragte, wann ich denn mal mit Mister Crichton reden könnte. Zuerst herrschte Schweigen am anderen Ende der Leitung. Dann schnarrte die gute Frau: »You mean DOCTOR Crichton, aren't you?« Ups, ich wusste ja nicht, daß der Mann solch gesteigerten Wert auf akademische Titel legte. »Äh, yes, of course, Doctor Crichton, as you wish«, antwortete ich. Danach fragte sie auch schon für welches Magazin das Interview sein sollte. Völlig naiv sagte ich »PC Joker« und das war's dann auch schon. Freundlich, aber bestimmt, wie die Amis immer sind, erklärte mir seine Agentin, daß Doktor Crichton in absehbarer Zeit garantiert keine Termine freihabe und, nein, auch per Email würde er mir nicht antworten. Damals habe ich zum ersten Mal begriffen, daß man als Redakteur beim PC Joker wohl eher eine unbedeutende Nummer ist. Drei Monate später habe ich dann gekündigt und bin zur PC Player gegangen. Michael Crichton habe ich bis heute nicht interviewt.

10 Comments:

At 19 Januar, 2007 19:40, Blogger Falcon meint...

Ich musste leider feststellen, dass Crichtons letzte Bücher im Vergleich zu den früheren Werken eher schwachbrüstig waren - ganz übel fand ich "Welt in Angst". Allerdings war auch das noch um Klassen besser als die Fließbandproduktionen von Dan Brown.
Mein Favorit in letzter Zeit sind eher die Bücher von Preston/Child, zumindest die mit Agent Pendergast kann ich unbedingt empfehlen.

 
At 19 Januar, 2007 21:28, Blogger DasDaniel meint...

dito. Welt in Angst habe ich nicht mal zuende gelesen. Meine Favoriten von ihm sind nach wie vor "Sphere" und "Timeline". Spannender is kaum...

 
At 19 Januar, 2007 21:32, Blogger Roman meint...

Statt "PC Joker" hättest du vielleicht nur "Joker" sagen sollen, ein Lifestyle Magazin der modernen Pop- und Jugendkultur, oder so..

 
At 20 Januar, 2007 00:52, Blogger Mick meint...

immerhin hat Welt in Angst einen guten wissenschaftlichen Unterbau, aber die Story ist zugegebenermaßen schon schwach. Aber Timeline fand ich erheblich langweiliger.

 
At 20 Januar, 2007 01:33, Anonymous mk666 meint...

@falcon
Die Bücher von Dan Brown sind bzgl. des "wissenschaftlichen Unterbaus" das Schlechteste, was ich bisher gelesen habe. Und das sage ich nicht nur, weil er Millionen(!) davon verkauft und ich mich deswegen unglaublich elitär fühlen könnte (sowas überlasse ich Mick! ;-). Ich vermute stark, dass Dan Brown die Leute absichtlich für Dumm verkauft. Gott sei Dank habe ich nur einen Spottpreis für diesen Schund bezahlt, den ich postwendend weitergeschenkt habe, damit nicht noch jemand den Fehler macht, diesem Scharlatan Geld in den Rachen zu werfen...

 
At 20 Januar, 2007 10:13, Blogger Egon Olsen meint...

Der hat was neues? Cool das wird sofort gekauft. Gedanken des Bösen und Eisenbahnraub sind eine meine Lieblingsbücher...und auhc Prey oder Airframe fand ich cool. Ach was rede ich, ich mag fast jedes Buch von ihm.

 
At 20 Januar, 2007 12:07, Blogger Orinoko meint...

Ähm, Du wolltest ihn einfach so interviewen, für Privatspaß?

Oder wäre das in der Pc Joker gedruckt worden, damals gab es doch noch kein PC Spiel, das mit Dino Park zu tun gehabt hätte?

 
At 20 Januar, 2007 12:52, Blogger Mick meint...

doch, es gab mehrere Konsolenspiele zum Thema Jurassic Park. Das wäre dann sowohl im Megablast (das war damals unser Konsolenmagazin) als auch im PC Joker erschienen.

 
At 20 Januar, 2007 15:03, Blogger ich mittendrin meint...

ja so sind die Schriftsteller wie Rockstars. Während meines Praktikums in der örtlichen Buchhandlung ergab es sich das ein Ulrich Schaffer (den ich nicht kannte) zu einer Vorlesung jener Buchhandlung. Natürlich musste ich beim Aufbau helfen. die Bühne war ihm gleich zu hoch. Als nächstes brauchte er ein Mikro um dann feastzustellen dass überhaupt keins nötig war. Dann noch nen haufen Stühle hinstellen das wars dann ich bin den Abend wegen dem nur am Laufen gewesen.

 
At 20 Januar, 2007 18:28, Blogger Mick meint...

wer oder was ist Ulrich Schaffer?

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home

kostenloser Counter