Sonntag, 5. November 2006

Das Museum der verlorenen Worte

Es gibt immer wieder Worte und Ausdrücke, die aus unserer Sprache völlig verschwinden. Wer kann sich noch an dufter Beatschuppen oder töfte Fete erinnern? Wahrscheinlich nur die Älteren unter uns. Nee, wahrscheinlich haben die das auch schon lange vergessen. Ich würde gern das Museum der verlorenen Worte eröffnen. Wo Kreationen wie Trottoir, Potpourri, steiler Zahn, neckisch, Backfisch, Generaldirektor, Rendezvous, Karbolmäuschen, Frechdachs, Trübe Tasse, Ringelpietz oder Techtelmechtel ihren Platz finden. Oder auch längst vergessene Modeworte, die früher mindestens zehnmal pro Tag in jeder Zeitung standen, wie saurer Regen, Ozonloch oder Ölkrise. Wer hat noch Vorschläge?

45 Comments:

At 05 November, 2006 15:13, Anonymous GreenStorm meint...

Programmkino. Und was das Techtelmechtel angeht, schon mal Sims 1&2 gespielt ? Das ist da eine der wichtigsten Funktionen...!!

 
At 05 November, 2006 15:21, Blogger Uli meint...

Rendezvous hieß ja mal Stelldichein. Und Waldsterben ist auch aus den Schlagzeilen.

 
At 05 November, 2006 15:40, Blogger Ancientscott meint...

Hmmmm... Intelligenz? ;) na eher solche sachen wie Oberstudienrat etc.

 
At 05 November, 2006 15:54, Anonymous Roy Bean meint...

verlorene Worte aus ältern Zeiten, die mir gerade durch den Kopf schießen:

Pfundskerl, Eselei, kess bzw. eine kesse Sohle aufs Parkett legen, wunderbar.

Lässt sich bei längerem Überlgen wohl noch eine Weile fortsetzen.

 
At 05 November, 2006 16:26, Blogger kochmuetze meint...

Hm würde gerne Worte wie Talkshow oder Gerichtshow in diesem Museum sehen aber denke das wird noch sehr sehr lange dauern bis das geschieht...
Aber wie wäre es mit Turbo Button (mensch waren das noch zeiten)

 
At 05 November, 2006 16:38, Blogger Kapaun meint...

Boutique! Heißt inzwischen Fashion Outlet...
Nullmodem-Kabel...
Akustik-Koppler...
Halbstarke...
D-Zug...

 
At 05 November, 2006 16:41, Blogger unkita meint...

Ich ergänze "Mono", "Tweed", "Nietenhosen" und "Pony" (für kleinen Sekt)

 
At 05 November, 2006 16:44, Blogger McKenna meint...

liebreizend und neckisch fehlt irgendwie. Urst ist allerdings gerade wieder im kommen. Schnecke als frühe Vorform der "Bitch" ist mittlerweile ja sowas von ausgestorben, dass selbst in Museen danach gegraben wird.

Beatschuppen. Wunderbar.

 
At 05 November, 2006 17:07, Anonymous der_michael meint...

Mein persönlicher Lieblingskandidat: Mumpitz

 
At 05 November, 2006 17:13, Anonymous Kevin meint...

Ich würd mal sagen das hier 50% der Worte die aufgezählt werden alles andere als halbtot oder gar tot sind.

 
At 05 November, 2006 17:17, Blogger unkita meint...

Wählscheibe!

 
At 05 November, 2006 17:30, Blogger DasDaniel meint...

wenn du die Worte alle mal in EINEM Artikel unterbringst (der auch gedruckt wird), bin ich offiziell beeindruckt *g*

 
At 05 November, 2006 17:47, Blogger Uli meint...

Halbstarker, Herrenfahrer, Gammler, Kommune (im Sinne von Wohngemeinschaft) fallen mir noch ein. Und vielleicht D-Mark.

 
At 05 November, 2006 17:59, Blogger Kapaun meint...

McKenna: In Bayern ist die Schnecke (als Schneckerl) durchaus noch virulent...

 
At 05 November, 2006 18:29, Blogger Uli meint...

Schnecke find ich auch noch recht gebräuchlich, und auch nicht so abwertend wie "bitch". Das heisst ja eher "Schlampe". Wilde Ehe hätte ich noch.

 
At 05 November, 2006 18:57, Blogger McKenna meint...

Okay, Ich lebe tief im Sumpf der Jugendsprache. Gebe Ich ja zu. Hier stirbt ein Wort auch mal sehr schnelle Tode.

Als Gegenvorschlag bringe Ich die Worte "Filmansager", "Telefonzelle" und "Photofilm".

Und weil Ich mir vorhin nicht sicher war: Zumindest in dieser Region Deutschlands schreibt man Ringelpiez. Allerdings variiert das tatsächlich.

 
At 05 November, 2006 19:07, Blogger Uli meint...

Je mehr man drüber nachdenkt... Fernsprecher, Elektronenhirn, Lichtspieltheater.

 
At 05 November, 2006 20:35, Blogger Kapaun meint...

Uli: Ja, speziell Schneckerl ist eigentlich sogar eher ein Kosewort...

 
At 05 November, 2006 20:39, Blogger Orinoko meint...

Ja dann wäre da noch der Portokassenjüngling, der Backfisch und die Kaltmamsell.
Hmm ist der "flotte Heinrich" eigentlich noch ein geläufiger Begriff?

@Mick, ich meine mich zu erinnern, daß jemand so ein Museum für aussterbende Worte schon begonnen hat. Da waren auch viele aus der DDR drin, wie etwa das "abkindern".

So, habe schnell meine Kristallkugel befragt und eine Seite aus der Schweiz gefunden... PAH. Hier ist eine Wikipedia-Liste:

http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Leonardo/Rote_Liste_bedrohter_W%C3%B6rter

Biddeschööööön :-)

 
At 05 November, 2006 21:23, Anonymous Nillonde meint...

Trottoir kannste streichen, das lebt noch, wenn auch nur Regional *g*
In meiner Heimat (Pfalz, ganz nah an Frankreich) wirds noch benutzt.

Ich hab aber noch welche:
Pappenheimer
Nippes
Affenfett
Muff
Gutmensch
Paternoster
Hupfdohle
Tschüssikowski

mehr fällt mir jetzt nicht ein *g*

 
At 05 November, 2006 22:55, Blogger Orinoko meint...

Ach, ich zieh mir das mal eben auf Diskette :-)

 
At 06 November, 2006 00:12, Anonymous Dietmar meint...

Parka
Bürger in Uniform
Tapedeck
Floppy
Walkman
Sozialstaat
Linienrichter
Groschen
Pfennig
Liedermacher

 
At 06 November, 2006 00:23, Blogger Mick meint...

@alle: Wahnsinn, was sich hier alles an Worten gesammelt hat. Besten Dank :-) Vor allem Liedermacher, Hupfdohle und Halbstarke hatte ich auch schon lange verdrängt. Alte Ossi-Ausdrücke überlasse ich aber gern den Genossen von drüben (noch so'n Ausdruck, der leider verloren zu gehen scheint). Ich selbst bezeichne Dunkeldeutschland ja nach wie vor als "DDR" (man beachte die politisch korrekten Anführungszeichen. ;-)

 
At 06 November, 2006 03:24, Blogger GenosseMzK meint...

Eh? Wer hat mich gerufen? Ah, der Mick mal wieder..tsts..

Mir fällt leider grad kein Wort ein, was nicht schon gesagt wurde. Mal sehn, ob da noch was kommt.

 
At 06 November, 2006 08:53, Blogger RasPutina meint...

Öhm also mindestens die Hälfte dieser Wörter höre und benutze ich immer noch recht häufig. Neckisch zum Beispiel oder auch Rendezvous, Frechdachs, Halbstarker, Muff, Groschen (wird jetzt für die Zenhcentmünzen verwendet).

 
At 06 November, 2006 09:47, Blogger Mick meint...

Also ich finde es reichlich neckisch, wenn Du ein Rendezvous mit einem halbstarken Frechdachs hast, und der ganze Muff nicht einen Groschen wert ist. Du bist eben rettungslos altmodisch ;-)

 
At 06 November, 2006 12:41, Blogger GenosseMzK meint...

Und ich? Bin selber Jungspund (!), welcher eben jene Begrifflichtkeiten auch im täglichen Leben und der Schülerverwahranstalt benutzt.
Bin aber wohl auch der altmodische der jungen Leute. Oder sowas..

 
At 06 November, 2006 13:47, Blogger actionman meint...

Eines meiner Lieblingworter "Firlefanz" :)

 
At 06 November, 2006 13:48, Blogger actionman meint...

Ups die Bedeutung vergessen:

Firlefanz: nsinn; unnötiges Beiwerk; albernes Gehabe; Zierrat

 
At 06 November, 2006 14:38, Blogger die_mit_der_dampflok meint...

Das ist aber ein kommoder Blogeintrag...

 
At 06 November, 2006 14:53, Blogger RasPutina meint...

Lustwandeln möchte ich noch hinzufügen. Ein tolles Wort!

 
At 06 November, 2006 15:29, Blogger Mick meint...

Firlefanz, herrlich
kommod: noch viel besser
Lustwandeln: phantastisch. Die werde ich alle demnächst irgendwie in Gespärche einfließen lassen. Danke euch allen dafür :-)

 
At 06 November, 2006 17:33, Blogger ich mittendrin meint...

Pfeiffe als beleidigung oder wie wärs mit knorke?

 
At 06 November, 2006 22:41, Anonymous Lucius meint...

Pfiffkaas (pfiffkäse) :)

bedeutung für: war wohl nix, oder nix da

 
At 07 November, 2006 08:48, Blogger RasPutina meint...

was ist eigentlich kommod?

ich hätte noch "er" anzubieten: möge er fortfahren!...

 
At 07 November, 2006 10:28, Blogger Kapaun meint...

Kommod ist sowas Ähnliches wie nett, angenehm etc.

 
At 07 November, 2006 11:45, Blogger RasPutina meint...

hat das auch irgendwas mit dem Möbelstück zu tun?

 
At 07 November, 2006 12:15, Blogger Mick meint...

ja, denn eigentlich heißt Kommode "die Bequeme", wahrscheinlich weil es eben bequem war, seinen ganzen Kram da rein zu tun.

 
At 07 November, 2006 12:59, Blogger Tulio meint...

Himmel jetzt habt ihr es geschafft: ich komme mir verdammt alt vor. Keinen der vorgenannten Begriffe hätte ich auch nur annähernd als "altmodisch" klassifiziert, ist sämtlichst völlig aktueller Sprachgebraucht, oder? Oder?!?!

 
At 07 November, 2006 13:08, Blogger Deviant meint...

Okese
Tschö mit Ö
Lulatsch
Groovy
Bombastisch
...

 
At 07 November, 2006 21:59, Blogger GenosseMzK meint...

Potzblitz!
Kuddelmuddel!

(grad eingefallen..)

 
At 09 November, 2006 09:02, Blogger RasPutina meint...

Feinsliebchen

 
At 09 November, 2006 10:36, Blogger Mick meint...

Hey, das ist gut. Und so bezeichnend ;-)

 
At 25 November, 2006 16:55, Anonymous Anonym meint...

Hallo Deviant
Was bedeutet Okese

 
At 08 März, 2007 11:59, Anonymous Sonja Wellerdierks meint...

Liebe Leute!
Ich bin auf der Suche nach einem verlorenen Wort. Wenn ich als Kind etwas (nicht allzu schlimmes) ausgefressen habe, nannte meine Mutter mich "du alte Heckethebe". Jetzt, 25 Jahre später, frage ich mich, was das ist. Beim Googlen bekomme ich null Ergebnisse

 

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