Freitag, 6. Oktober 2006

Post aus Fürth

Wer austeilt, muss auch einstecken können. Auf mein Posting »Schluss mit Gimmicks - keine Glasperlen mehr« hat sich Petra Fröhlich, die Chefredakteurin der von mir kritisierten PC Games gemeldet. Hier ungekürzt und in voller Länge, was sie zu sagen hat. Von mir meinen Respekt und Dank an Petra, daß sie sich die Zeit genommen hat, dazu Stellung zu beziehen.

Lieber Mick,
Kollegen haben mich auf deinen Blog-Eintrag vom 30.09. aufmerksam gemacht. Und ich muss doch ein paar offene, um nicht zu sagen: öffentliche Worte verlieren...ich kann nicht anders.
Mick, du bist nicht erst seit vorgestern in der Branche. Umso mehr verwundern mich deine Worte (die noch dazu ausgesprochen populistisch und sachlich falsch gegen "die da oben" böllern). Wenn du Schlüsselbänder und Making Ofs anprangerst, dann musst du MICH anprangern. Wir (= Redaktion) haben die Ideen entwickelt. Wir (= Redaktion) haben die Freigaben eingeholt. Wir (= Redaktion) haben die Wünsche der Fans sehr genau abgefragt. Jede andere Vorgehensweise wäre dumm bis fahrlässig.
Unser Geschäftsmodell (und das von unseren Mitbewerbern, online und Print) basiert auf unserer redaktionellen Leistung, auf einer Redaktion, die eher wächst als schrumpft. Das können wir aber nur, weil wir sehr genau in die Communities reinhören, das Gras möglichst frühzeitig wachsen hören und darauf abgestimmte Dienstleistungen und Produkte rund um das Hobby der Spielefans anbieten.
Anders als du schreibst, müssen wir m. E. niemandem etwas "zurückgeben". Es ist genau umgekehrt, denn die brutale Wahrheit lautet (und ich sag's jedem, der's nicht hören will): Kompetente, seriöse, glaubwürdige, neutrale Kaufberatung erfahrener Redakteure *alleine* reicht nicht mehr, genausowenig wie man noch Cornflakes ohne Goodie verkaufen kann. Oder Spielfilm-DVDs ohne "Special Features". Oder Abos ohne "Geschenk" (egal, ob FAZ, Spiegel, Gamestar oder PC Games).
Magazin-Datenträger mit Demos, Videos, Vollversionen sind seit Anbeginn der Zeit, also im Falle von PC Games seit mehr als 14 Jahren, integraler Bestandteil des Gesamtpakets. Ohne gesunden redaktionellen Kern geht es nicht - das mussten Mitbewerber (und deren Angestellte) schmerzlich erfahren. Es geht aber auch nicht ohne das "Drumherum" - auch diese (Fehl-)Entwicklung konnte man allenthalben besichtigen. Du warst doch live dabei, oder nicht?
Solange ich Monat für Monat 180-Puls-Debatten mit Publishern und Studios über Wertungen und Formulierungen führe, weiß ich, dass die Welt der Objektivität noch halbwegs in Ordnung ist. Du weißt ganz genau, dass gerade die Chefredakteure der großen Magazine wie ein Schutzschild vor ihren Redaktionen stehen und diese brutale Hitze so gut wie möglich absorbieren. Das gilt im Übrigen auch für die von dir so propagierten Foren, wo gerne mal gefordert wird, "unbequeme" Redakteure von ihren Aufgaben/Genres zu entbinden.
Um deinen Vorwurf aufzugreifen: Wir halten unsere Leser nicht für "blöd", sondern für mündig genug, um zu entscheiden, ob sie Kaufberatung pur (Magazin), gar kein Heft (> pcgames.de), ein Heft mit DVD oder eben eine Premium-Version mit allem Zipp und Zapp erwerben möchten. Hey, wir leben im freien Westen.
Deine Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation in allen Ehren (freier Westen und so...). Aber deine Kritik ist mindestens genauso unfair wie unberechtigt. Es ist problemlos möglich, vor den Bugs von Gothic 3 zu warnen, dessen Stärken herauszustellen und *trotzdem* eine Gothic-3-Fan-Edition an die Kioske zu bringen. Kompetenz bedeutet nicht: "Verriss von heiß erwarteten Spielen".
Schöne Grüße aus Fürth
Petra Fröhlich, Chefredakteurin PC Games<<

38 Comments:

At 06 Oktober, 2006 11:27, Anonymous Marquis de Morieve meint...

Ich glaube ja, daß die Frau ihren Namen zu unrecht trägt. So fröhlich schreibt sie gar nicht..

 
At 06 Oktober, 2006 12:16, Anonymous Frost meint...

Wie schauts jetzt aus, Mick? Antwortest du ihr darauf? Ich konnte in beiden Aussagen was finden was ich unterstreichen konnte. Aber so ist es ja oft...

 
At 06 Oktober, 2006 12:46, Blogger Mick meint...

habe ich schon längst, das würde aber den Rahmen dieses Blogs sprengen. Ich wollte ihr hier die Gelegenheit geben, Stellung zu beziehen, damit nich irgendwas haltlos im Raum steht. Und natürlich schätzen wir uns nach wie vor gegenseitig.

 
At 06 Oktober, 2006 12:58, Blogger Falcon meint...

Dass man anderer Meinung ist, muss ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sich nicht leiden kann.
Aber zum Thema: Ich kann mich daran erinnern, dass es da vor etwa 10 Jahren mal so ein komisches Heft gab, keine CD dabei, hervorragendes Redaktionsteam, kompetente Tests. Und das Ende vom Lied: Keiner hat sie gekauft und nach sechs Ausgaben wurde die PCXtreme schon wieder eingestampft.
Das war, wie gesagt, vor 10 Jahren. Und ich glaube nicht, dass sich die "Ich kauf es nur, wenn ich noch was obendrauf bekomm"-Mentalität seitdem entscheidend gewandelt hat.

 
At 06 Oktober, 2006 13:01, Anonymous Anonym meint...

Also auf der CD-Player 3/94 der PC-Player ist keine Vollversion drauf. Und meiner Erinnerung nach, war die PC-Player das erste Magazin mit einer Heft-CD. Damit wäre das Argument "... Vollversionen sind seit Anbeginn der Zeit, also im Falle von PC Games seit mehr als 14 Jahren, integraler Bestandteil des Gesamtpakets." widerlegt.

 
At 06 Oktober, 2006 13:02, Blogger pk210 meint...

Das erinnert mich an Damals, als auf antigames.de ein kritischer Artikel zur Gamestar erschienen ist und es darauf hin zu einer lebhaften Diskussion mit Herrn Lott in den Kommentaren kam.
Ich finde es spannend wenn es durch einen einzelnen Eintrag zu einem Dialog kommt.

 
At 06 Oktober, 2006 13:25, Blogger unkita meint...

@falcon: Ich glaub es ja nicht, da erinnert sich noch jemand an die 6 Hefte. War da nicht auch noch das Urgestein Heinrich Lenhardt dabei... Nach dem Untergang der PCplayer war die PCXtreme ja meine Hoffnung.

 
At 06 Oktober, 2006 13:26, Blogger Mick meint...

wieso untergang der PC Player. Als die PC Extreme rauskam und dann unterging, waren wir damals bei der Player noch ziemlich gut drauf.Lag wohl eher am merkwürdig komplizierten Wertungssystem.

 
At 06 Oktober, 2006 13:27, Blogger GenosseMzK meint...

Die Käufer kriegen das, was sie verdienen. Und leider sind Käufer nicht überwiegend die, die gute Tests haben wollen.
Deshalb hat sie leider recht..Ein Heft ohne Schnickschnack und Klimbimm ist nicht genug gefragt im Games-Bereich.
Das klappt schon eher bei etwas..ich will mal sagen "erwachseneren" Magazinen, wie die wirklich nicht sehr reißerische und "klimbimm"-erische c`t beweist.
(Achübrigens, mick, was ich grad gesehen habe: Im Gegensatz zu vielen Printmagazinen bleibt die Auflage der c`t seit langer Zeit rel. stabil, sogar die Abos sinken nicht! Hat mich ehrlich gesagt ein wenig überrascht..)
Wenn es das jetzt als aquivalent im Spielebereich geben würde..hach..

 
At 06 Oktober, 2006 13:31, Blogger GenosseMzK meint...

Momentmal, missbrauche ich dieses Blog schon als Propagandafläche für diverse Printmagazine. Urgs, das wollt ich eigentlich nicht..
Egal, ich lese jetzt weiter. Blog, gs, ct, alles quer durcheinander. So wies sich gehört.

 
At 06 Oktober, 2006 13:31, Blogger Mick meint...

Man müsste es einfach mal wieder versuchen. Allerdings müsste dieser Verlag etwas Atem dazu haben, denn mit so einem Konzept ist man nicht binnen sechs Monaten Marktführer... oder wird es jemals. Rechnen würde es sich glaube ich schon.

 
At 06 Oktober, 2006 13:46, Blogger Knurrunkulus meint...

Zwei Seiten einer Medaille, schon recht. So ist es halt irgendwie immer. Die Realität ist bitter. Trotzdem halte ich das für eine beizeiten doch traurige Entwicklung. Traurig, weil das was zählen sollte, eben nicht mehr zählt.

Ich finde die Stellungnahme sehr ehrenhaft.

 
At 06 Oktober, 2006 14:02, Blogger gloomy meint...

6 Sätze Knurrunkulus, 5 davon sind Allgemeinplätze. Die hättest du dir auch sparen können.

 
At 06 Oktober, 2006 14:28, Anonymous johnny.walker meint...

Anfangs waren VVs ja noch was tolles, mal zum Jubiläum oder so, aber mittlerweile achtet man fast gar nicht mehr drauf.

Diesen Trend begründet hat ja leider wohl der PC Joker ("Heft & Spiel"). Da war der Joker aber leider schon nicht mehr so grandios wie in seinen Anfangstagen (v.a. der AJ war genial). Und auch die ersten GameStar-Ausgaben gab es ja nur mit VV, was dann aber als zu teuer empfunden wurde nur um dann viele Jahre später doch zum Standard zu werden.

 
At 06 Oktober, 2006 14:37, Blogger Knurrunkulus meint...

@gloomy:

Allgemeinplätze? Mitnichten. Eher einfach genau das, was ich sagen wollte. Und wenn das nun mal Sachen waren, die nicht sonderlich tief gingen, dann ist das halt so.

Also: Das hättest du dir jetzt auch sparen können.

 
At 06 Oktober, 2006 14:38, Anonymous Kevin meint...

Die EDGE ist nicht das meistverkaufteste Magazin, genausowenig wie die GEE, aber beide Zeitschriften überleben. Ähnlich verhält es sich in anderen Ressorts wie bei Manga (MangasZene Zeitschrift), kommt auch ohne Extras aus, man stelle sich vor das tun sogar Comics! Von daher kann ich hier diese Antwort nicht so ganz nachvollziehen. Wahrscheinlich sind meine genannten Magazine aber wohl eher für eine etwas reifere Gruppe, während der Rest wohl mehr (Ausnahmen bestätigen die Regel) solchen Gimmick Schnick Schnack braucht. Naja jeder wie er will. Ich stimme Mick hier zumindest zu das schluß sein sollte damit, aber der Kapitalismus (uhuhu^^) intressiert sich dafür nicht, obwohl vielleicht könnte man ja so auch mal versuchen Leser zu kriegen?....nein wohl doch zu gefährlich. Naja aufgrund dieser Entwicklung und anderem hab ich auch Abos solcher Zeitschriften gekündigt und lieber welche bei denen aufgenommen wo ich mich heimischer fühle und die Redaktion nicht so schnell wechselt wie Moderatoren bei Giga.
Ich meine, ab und zu ein Gimmick sind toll und hübsch, aber nur wenn sie in den regulären Ausgaben kommen und vielleicht irgendwo sogar von Herzen, einfach um den Lesern und den Fans was gutes zutun.

 
At 06 Oktober, 2006 14:53, Blogger McKenna meint...

Hm.
Frontseitenbackschisch für mehr Leser und Geschenkkladderadatsch für mehr Abos. Tatsache: Viele Leser finden sich durch die "Extras".

Ich bleibe bei meiner (schon genannten) Meinung, dass viele Leser nun einmal nicht das fordern, was man lesen kann (von einer Zahl rechts unten abgesehen) sondern was sich auf der CD/DVD/Pappschachtel mit lustigen Bildchen findet.

Und einen Großteil interessiert das geschriebene Wort traurigerweise nicht (Viele Wertungsdiskussionen entstehen sogar daraus, dass man den Artikel an sich nicht vernünftig liest).

Glasperlenspiele um zu überleben.
Schreiben um überleben zu dürfen.

Also führt es wieder auf die Wirtschaftlichkeit vs. Ernsthaftigkeits-Debatte hinaus.

 
At 06 Oktober, 2006 15:02, Blogger Dreadknight meint...

Wie immer gibt es auf beiden Seiten gute Argumente.So hat Frau Fröhlich nicht so ganz unrecht,wenn sie sagt,dass viele Spieler/Leser auh VV wollen.


Ist wie mit dem Fernsehprogramm: Ist zwar absoluter mist,aber irgendjemand muss es ja schauen.....

PS: Allerdings war ich nie ein Fan der PCG -_- .

 
At 06 Oktober, 2006 16:31, Blogger PropheT meint...

find ich gut dass sie die Kritik ernst nimmt!

 
At 06 Oktober, 2006 17:19, Anonymous Philipp meint...

Die ganzen Gimmicks sind natürlich sehr verlockend und die meißten Leser freuen sich wahrscheinlich.

Ich finde die ABO-Geschenke bei GameStar im Quartal auch sehr hübsch.

 
At 06 Oktober, 2006 19:52, Anonymous gernot meint...

nun ja ich muss zugeben als ich das erste mal eine computerzeitschrift gekauft habe (das war die CBS *mich in den boden schäm*) hab ich auch auf die VV gefreut und dann alle gspielt aber mit der ezit sind einem die total egal: mich würds zB bei der GS freuen wenn sie eine version rausbringen wo statt den vollversionen mehr videos oben sind !!

was ich damit sagen will : Wir (und damit meine ich die poster hier) lesen schon lange eine zeitschrift und achten mehr auf die berichte aber so macher neuer leser achtet zuerst was da oben ist oder kaufts heft nur wegen der VV (auch ich zB als gothic 2 auf der letzten PCG war -> das scheiß spiel ging nicht)
----------> womit wir wieder bei unserem tollen kapitalismus wären :D

 
At 06 Oktober, 2006 20:55, Blogger ich mittendrin meint...

wieso hört mir keiner zu? denkt doch ma dran dass die PCG armen Gothic Fans Abo unterjubeln wollte!

 
At 06 Oktober, 2006 21:00, Anonymous Marc meint...

Habt ihr euch schon mal die mags in GB angeschaut ? Da ist alles hier in D Gold dagegen.

Übrigens mag ich Vollversionen - und zocke gerade Runaway :)

 
At 06 Oktober, 2006 21:51, Blogger GenosseMzK meint...

Runaway zockt man nicht.
Das ist ein Spiel das man noch - wie früher - *spielt*.
Aber nun kommen wir vom Thema ab ;)

 
At 07 Oktober, 2006 00:45, Anonymous bd meint...

Also ich finde die gute Frau hat ja nicht ganz unrecht, einige Magazine bieten durchaus auch Varianten ihrer Hefte mit Super DVD, DVD, und ohne nix.
Auf einem so hart umkämpften Markt sind halt die Gelegenheitskäufer eine starke Kaufkraft, und die schauen auf die Titel, die tollen Extras, ist das coole neue Spiel dabei ... je mehr Käufer, desto mehr potenzielle Werbekunden, desto unabhängiger kann man sein (man ist auf spezielle Werbekunden nicht so angewiesen). Soweit die Theorie. Je weiter diese Jagd jedoch geht desto weiter geht auch der "Anspruch" flöten und man kämpft gegen andere Dämonen (viele die ihre ganz tollen Titelstories für irgendwelche Wünsche eintauschen - Wertungswünsche etc.).
Michael Labiner hat diesen Teufelskreis mal in einem Chat Interview bei der Forum Fan Seite "Amiga-Joker" so schön beschrieben.

Man wirft der Menge das vor was sie haben will, dass ist nunmal meist gehypter Schrott, Handyspielchen, Klingeltöne oder sonstiger Mist wie Perlen ;-).
Die Frage ist kann man ein Magazin mit Idealen aufrecht erhalten ? Kommt wohl auf den Markt drauf an, man schaue nur auf die Tageszeitungen Bild, TZ bzw. FAZ, Sueddeutsche ... ich kenne nicht die genauen Auflagen aber ich schätze mal die Bild ist da weit vorne ...
Also es können durchaus Zeitschriften exostieren die einen Anspruch und Ideale beanspruchen, aber die Frage ist kann man dies auf dem Computerspielemarkt auch erriechen ?
Schön wäre es aber ich glaube da ist der Zug abgefahren, solange nicht alle den gleichen Anspruch und Ideale haben, wird man es schwer haben, wenn man nicht schon eine große Stammleserschaft hat ... wenn man diese hat könnte man es wagen, aber es wäre ein sehr großes Risiko. Eine ideale Alternative wäre zu versuchen, dies langsam geschehen zu lassen ... langsam sich von diesen "Trends" zu kommen .. die Frage ist wirklich ob der Sprung auf Vollversionen übernommen wurde, weil es tatsächlich starke Rückläufe in den Verkaufszahlen gab oder weil einer meinte das würde passieren ... so ein Analyst halt.

Würde mich über deine Meinung freuen Mick.

 
At 07 Oktober, 2006 17:08, Anonymous Kevin meint...

Zeitungen wie BIld und vor allem Bild erleben aber gerade einen rasante Flug ins Tal, deren Verkauf wird mit jedem Jahr geringer. Scheint also eher so zusein das die dumme Masse sich nichtmehr verdummen lassen will..^^

 
At 08 Oktober, 2006 00:51, Blogger Mick meint...

@bd: Meine Meinung? Okay: Ich bin der Meinung, daß man durchaus mit einem Heft ohne Glasperlen, dafür mit inhaltlicher eigenständigkeit erfolg haben kann. Erfolg definiere ich aber nicht dadurch, Marktführer zu werden oder mindestens ne 200.000er Auflage. Sondern eher, daß ein kleiner Verlag seine Redaktionsteam ernährt und genug erwirtschaftet, um Rücklagen bilden zu können und somit auf gesunden Beinen zu stehen. Dieser Verlag würde aber niemanden reich machen und könnte sicherlich nicht als Kapitalanlage für Renditehuingrige Investoren dienen. So ein Heft würde maximal 60.000 Leser bekommen, das wären aber auch keine wankelmütigen Wechselkäufer, die ihre Gunst je nach Vollversion verteilen. sondern treue Fans, die das Heft auch auf Jahre hin kaufen würden. Um nicht missverstanden zu werden: Ich will hier nicht darüber urteilen, was für ein Heft das bessere wäre oder welcher Verlag. Ich finde nur, es gibt ja bereits eine PC Games und eine GameStar mit nahezu identischer ausrichtung. Es wäre Zeit einfach mal was anderes zu machen, das durch seine Eigenständigkeit seine bescheidene, aber beständige Nische schaffen könnte.

 
At 08 Oktober, 2006 02:09, Anonymous bd meint...

@Mick Danke für die Antwort !
Deine Einstellung gefällt mir, wo kann man das Heft kaufen ;-).
Ne spaß beiseite ich finde du hast absolut Recht, man würde nie eine riesige Masse erreichen aber diejenigen die man erreicht wären treue Leser , also ich wäre dabei, falls du sowas findest Poste es hier.
Von "Renditehuingrige Investoren" halte ich eh nichts .. und ich finde ich muss nicht beitragen um die glücklich zu machen.

 
At 09 Oktober, 2006 09:08, Anonymous Marc meint...

Ich überlege mir die ganze Sache auch sehr oft und unter dem Eindruck daß ich kaum noch Spielezeitschriften kaufe bin ich zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Spielezeitschriften sind für mich nichts anderes als Produktberater. Ihr schreibt über Produkte, die ich evtl. kaufen könnte. An und für sich gibt es für mich absolut keinen Grund euch zu kaufen wenn ich nicht zufällig Toilettenlektüre, ein neues Spiel oder ein bestimmtes Spiel brauche. Oder aber wenn die Frau mal ein Wochenende ins Ausland fliegt und Runaway auf dem Heft raus kommt.

Es ist nun mal so, daß man älter wird (zumindest ich ;) ). Da fällt es den meisten Zeitschriften schwer einen gesunden Mittelweg zu finden wie sie mich und 15jährige Zocker gleichzeitig ansprechen sollen - absolutes Minuskriterium für die PC Games. Gamestar macht es da etwas besser.

Ob ihr es nun schafft mit deiner Heftidee genau mich anzusprechen sei mal dahin gestellt - du hast sie ja als Fan-Vision konzipiert.
Tatsache ist aber daß sie weiterhin nur ein Produktberater sein wird und der "Frau fliegt weg" - Grund für mich auch wegfällt.
Wen du also letztlich ansprichst sind absolute Zockbegeisterte die auf Vollversionen (Glasperlen) verzichten können und dafür vielleicht auch ein bischen mehr zahlen möchten. Ich weiß nicht ob du da so viele finden wirst, lieber Mick ...
Nach einer spontanen Umfrage innerhalb meiner Firma kann ich jedoch sagen daß sich die meisten bereits von allen etablierten Spielezeitschriften verabschiedet haben. Entweder weil sie sowieso nur noch wow spielen, kaum noch spielen oder umsonst-tests im netz lesen (man muß sich ja nur mal überlegen daß man Geld ausgibt um zu wissen für was man als nächstes geld ausgeben kann... ;) ).
Das einzige, was sie zum Kauf einer Spielezeitschrift überreden konnte war runaway weil sie hier das Gefühl hatten einen Gegenwert für ihr Geld zu bekommen - und nicht "nur" einen Produktberater.

 
At 09 Oktober, 2006 09:29, Anonymous Marc meint...

Weiterer Hinweis:

Ein Produktberater der zu mehr als der Hälfte aus (wiederkehrenden) Ankündigungen zu noch nicht erschienene Produkten besteht ist auch irgendwie das Geld nicht wert ...

Wenn du aber gerne Tipps hättest was eine gute Spielezeitschrift für mich ausmacht :

1) Erwachsene Schreibe
2) Verzicht auf previerws, es sei denn eine Demo ist abrufbar
3) verzicht auf Spielepreviewvideos, - trailer etc. etc. etc. - alles was pures Marketing ist
4) Absolute Objektivität und ein Hang zum "Verreissen" von Spielen ;)

 
At 09 Oktober, 2006 10:18, Blogger Mick meint...

@marc: Deinen vier Punkten kann man kaum noch etwas hinzufügen. Sehe ich ganz genauso. Und so würd ein Heft auch aussehen, das ich zu verantworten hätte. Überkritisch, auf Wesentliche reduziert. Ach ja, da ich ja auf Firlefanz verzichten würde, würde das Ding sogar billiger als die Konkurrenz sein. :-)

 
At 09 Oktober, 2006 10:59, Anonymous Marc meint...

Du hättest halt das Problem daß du nicht mit der "economy of scale" rechnen kannst -> das würde die sache wieder ein bischen teurer machen.

Und wie gesagt : Eine Vollversion hat schon was ... und Demos auf der DVD auch.
Wenn du eine Spielezeitschrift auf die reinen Tests reduzierst mußt du natürlich auch wissen daß dich die Käufer als reine produktberatung ansehen : d.h. kein Test zu einem interessanten Spiel -> kein Kauf. Sowas federn demo s& vollversionen ab.

Vielleicht könnt ihr ja "völlig verspielt" ausbauen ... ich kann euch schon einen verriss für die battlefield2142 demo schicken - selten so geärgert haha ;)

Wie macht ihr das eigentlich ? kauft ihr all diese spiele oder kommt ihr auch irgendwie an testmuster ran ?

 
At 09 Oktober, 2006 11:13, Blogger Mick meint...

och, bezahlbar wäre so ein Heft durchaus. Das ging beim Joker Verlag seinerzeit ja auch ganz gut. Und wie gesagt: Der Verlag dahinter wäre klein konzipiert ohne Renditeansprüche oder saowas. Der nur seine Redaktion ernähren müsste. Außerdem glaube ich, daß die durchaus das Heft auch bei uninteressanteren spiele nkaufen würde. Weil sie gerne unsere Verrisse lesen würden.
Völlig Verspielt ist ne reine Spaßveranstaltung. Die Spiele kaufen wir. Deshalb testen wir nur das, was wir wirklich gerne in unserer Freizeit spielen. Und deshalb wächst die Seite auch nur sehr langsam.
Demos zu verreißen ist aber extrem unfair. Da muss man schon imemr das fertige Spiel abwarten.

 
At 09 Oktober, 2006 11:26, Anonymous Choplifter meint...

Ich merke jeden Monat an der GS, dass mich die "erwachsene Schreibe" langsam ermüdet. Warum gibt es keine so schön chaotischen Magazine wie den Amiga Joker mehr? Die damals fehlende Professionalität hat doch das Mag erst so liebevoll gemacht - ganz ohne Demos oder Vollversionen.

Heute ist alles auf hochglanz poliert und durchgestylt, man wird als Spieler so verdammt ernst genommen, weil man ja "seriös" beraten werden soll. Ist ja als "Kaufberatung" auch OK.

Ich möchte aber auch mal wieder _begeistert_ werden! Viele und gute(!) Screenshots mit Berichten, die Lust auf mehr machen. Keine technischen Analysen in übersichtlicher tabellenform mit nüchterner Schreibe.
Einfach nur fun. Darum gehts doch.

 
At 09 Oktober, 2006 11:43, Anonymous Marc meint...

Mit erwachsener Schreibe meinte ich :

Schreibt nicht wie die PcGames bei der ich den Eindruck habe, das Zielpublikum ist noch in der Pubertät.

Schreibt von mir aus chaotisch, witzig : aber bitte so, daß das Niveau stimmt.

PcJoker fand ich damals nicht halb so gut wie die PcPlayer ... ;)

 
At 09 Oktober, 2006 17:46, Blogger Phan.Thomas meint...

Hmm, also ich persönlich kann mich wohl auf deine Seite begeben. Ich bin Abonent der GameStar seit 1998, und ich habe während dieser Zeit gerade mal 2 Vollversionen aus dem Heft gespielt. Das waren einmal "X-Com: Terror From The Deep" und "Black Mirror", also nicht mal die großmündig angepriesenen Supervollversionen. Ich habe GameStar immer schon wegen der kritischen Berichterstattung gelesen und geliebt. Auf die Vollversionen könnte ich auch gut und gern verzichten. Heft-DVDs sind eine feine Sache aber doch nur dann, wenn sie sinnvoll in die Berichterstattung miteinbezogen werden. Wieviele Videos, Demos und Tools könnte man auf den vergeudeten Platz packen!? Ich persönlich würde daher auch niemals die Zeitschrift kaufen, die eine tolle Vollversion beinhaltet, sondern die Zeitschrift, der ich am meisten vertraue.

 
At 14 Oktober, 2006 03:23, Anonymous shraggy meint...

Natürlich wäre es relativ einseitig, nur auf die Drumherum-Elemente zu setzen - als halbwegs sinnvolle Ergänzung zu einer Zeitschrift mit guten, interessanten und wenn "nötig" kritischen Artikeln finde ich solche Extras allerdings durchaus in Ordnung.

Was Frau Fröhlichs Vergleich mit den Cornflakes, Spielfilm-DVDs oder Abos angeht bin ich leicht anderer Meinung. Die gerne gemachte Argumentation "Macht jeder > wird gekauft > dann muss es gut sein > muss also auch jeder Andere machen, weil sonst niemand mehr kauft > das ist ja einfach > dann war das sicher schon immer so" lässt aus meiner Sicht die Möglichkeit außen vor, dass das Extras-hier-Extras-da-Draufpacken auch deswegen so, wie mancher es beobachtet, ablaufen könnte, weil sich die Magazine langsam in eine Dreingaben-Spirale hineibegeben haben, in der ein tendenziell verzweifelter werdendes Feilschen um die Lesergunst das Handeln bestimmt. Und an dem Punkt sollte man auch die andere Seite der Fahnenstange sehen, anstatt nur sinngemäß "Jaha, wir sind hier ja schließlich nicht in der DDR" zu sagen und dann vorauszusetzen, dass damit alles, was "hier" läuft, schon nur weil es da ist richtig und optimal sein muss. In meinen Augen kann eine zumindest gefühlte Extra-Flut auch dafür sorgen, dass der Überraschungs- und Ergänzungseffekt verloren geht und eine Übersättigung einsetzt, nach der potenzielle Leser bei der Wertschätzung des Magazins bzw. seiner Inhalte Qualität und Quantität verwechseln. Zumal zumindest für das Produkt "Budgettitel als Vollversion" niemand, der schon mal einen Media/Sat/Pro/Ex-Markt von innen gesehen hat, auf den Kauf einer Spielezeitschrift angewiesen sein dürfte. ;-)

 
At 14 Oktober, 2006 20:02, Anonymous Stefan meint...

@Marquis de Morieve: Tja, sie hiess ja früher auch Petra Mauerröder...

... wo wir gleich beim Thema sind:

Vor Jahren hatte ich die PCGames gekauft. Da hiess die Fröhlich noch Mauerröder und die Zeitschrift war jung und seriös. Nun bin ich aus dem Alter heraus und kaufe praktisch keine (deutsche) Zeitschriften mehr... Ich informiere mich nun vor allem online über Communties wie auch pcgames.de. Aber mal ehrlich, es ist doch 'erlaubt', zum Xten Mal im PCGames-Newsletter einen Spieleshop - sqoops zu promoten, dessen 'heimlicher' Besitzer man selbst ist... oder aber plötzlich 'kostenpflichtige' Newsmitteilungen im Newsletter anzubieten... oder ein Hype um ein neues unbekanntes 'deutsches' Rollenspiel zu machen, um in der Auflösung mindestens 3x zu erwähnen, dass man 'noch viel mehr exklusiv in der PC-Games' findet!

Oder vielleicht habe nur ich mich verändert... und kaufe nicht mehr wie früher jeden Monat eine PC-Zeitschrift und ein Game für 50 € ... ;-)



UK-Zeitschriften kenne ich nicht, aber ich hatte mehrere Jahre eine französische Zeitschrift abonniert... die hatte Stil!

Übrigens: Seit diesem Jahr 'gehört' die Computec AG und somit die PCGames sowie PCAction und andere Zeitschriften dem Schweizer Jürg Marquard. Er ist Verleger, unter anderem von der Cosmopolitan.

 

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