Samstag, 30. September 2006

Schluß mit Gimmicks, keine Glasperlen mehr

Man bin ich sauer! Warum? Habe gerade im Zeitschriftenladen die aktuelle PC Games entdeckt - in der Gothic-Spezialausgabe. Neben dem normalen Heft ist da ein Gothic-Schlüsselband und ein Bügelbild, irgendein Poster plus ein bisschen was vom Soundtrack drin!!! Ja, was soll das denn? Erinnert mich fatal an Yps - jetzt mit Gimmick. Liebe Verlage, Ihr entwertet mit dieser Glasperlenpolitik die Arbeit Eurer eigenen Redaktionen. Die Geschäftsleitungen (nicht nur bei Computec, sondern auch anderswo) können sich offenbar nicht vorstellen, daß Leser das jeweilige Heft kaufen, weil sie es mögen. Weil sie kompetent beraten werden und ihre Spieleauswahl danach richten. Weil sie die Redakteure mögen. Kurz: Weil ihnen das Heft gefällt. Stattdessen glauben die Herren in den Chefetagen gern, daß sie noch was mit draufpacken müssen, damit sich die Hefte wieder besser verkaufen. Nur: So klappt das bestimmt nicht. Für wie blöd haltet Ihr Eure eigenen Kunden denn, daß sie sich mit Glasperlen (und nix anderes sind Schlüsselband und Bügelbild) ködern müsst? Nicht viel besser sind die Vollversionen. Das führt doch nur dazu, daß die Leser nicht mehr das beste Heft, sondern die beste Vollversion kaufen.
Liebe Vorständler, wenn Ihr das wollt, dann lasst das Heftemachen doch gleich ganz und verkauft stattdessen Wundertüten. Überraschungseier mit Vollversion, Sammelbild, Brausebonbons und der berühmten Seife am Bande.
Ich weiß schon, Ihr lest das hier ja sowieso nicht. Ich schreib es aber trotzdem mal auf, damit hinterher keiner sagen kann, ich hätte es nicht erwähnt. Wenn Ihr Eure Heftauflagen wieder steigern wollt, dann gebt den Lesern das zurück, was sie wollen. Kompetente Kaufberatung, eine sympathische und erfahrene Redaktion, die auch noch Wertungen, die älter als 12 Monate sind vertreten können. Und ganz viel seriöse Kaufberatung, die auch noch unterhaltsam geschrieben wird. Und vor allem Kontinuität und die Kritikfähigkeit schlechte Spiele zu verreißen, egal, wie groß der Druck der jeweiligen Hersteller wird. DAS wollen die Leser. Dann kaufen sie gern die Hefte. Wenn Ihr mir nicht glaubt, dann erhebt Euch mal aus Euren Chefsesseln und fragt die Leser selber. Nicht die zusammengecasteten Fokusgruppen in Marketingbefragungen. Sondern die echten Leser. Die finden sich zum Beispiel auf der Games Convention. Dafür müsst Ihr Euch aber mal ins Gedrängel stürzen, Euch selber an den Stand stellen und mit denen reden. Und oh Wunder: Die Jungs und Mädchen geben gern Auskunft. Oder wie wärs mal mit einem Blick in eure eigenen Foren? Oder diverse Blogs. Da trefft Ihr diese Leute auch. Machts mal und Ihr werdet einsehen: Die Zeit ist reif: Schluß mit der Glasperlenpolitik! So, das musste jetzt einfach mal raus.

40 Comments:

At 30 September, 2006 18:23, Blogger Jens meint...

Ein Bügelbild? Was... Äh, warum...?!

Ich habe das Gefühl, ich falle damit wohl endgültig aus der Zielgrupppe diverser Magazine.

 
At 30 September, 2006 18:28, Anonymous MrLuzifer meint...

jO, das mit den Gimmicks hab ich auch shcon gelesen, is ja lustig :P

aber ich hab früher gerne Yps-Hefte gekauft.

nur isses irgend wie schade, wenn manmeint, so um die leser buhlen zu müssen.
(ich hoffe die grammatik is nich alzu schlecht:))

 
At 30 September, 2006 18:35, Blogger Falcon meint...

Heute ist es aber mal nicht die Welt, die böse ist...
Schon richtig, wenn die Vollversion das einzige Verkaufsargument ist, dann ist es nicht wirklich gut um das Magazin bestellt. Für mich persönlich spricht aber nichts dagegen, wenn ich zu einem gut gemachten Heft auch noch eine (seinerzeit vielleicht verpasste) Vollversion dazu bekomme.
Und Magazinen, die nur auf die Kraft des beigelegten Spieles setzen und nicht auf den Heftinhalt geht ohnehin schnell die Puste aus - es sei denn, sie bringen jeden Monat ein Spizenprogramm für 5,99 Euro.
Das halte ich dann aber auch für eine durchaus legitime Variante, solange man sich nicht damit rühmt, dass sich das Heft aufgrund seiner journalistischen Qualität so gut verkauft.
Übrigens - aus Deiner eigenen Erfahrung heraus: Wie gut verkaufte sich denn die reien Heftvariante gegenüber der Version mit CD/DVD-Beileger?
Das dürfte doch immer ein ganz guter Maßstab für die journalistische Qualität eines Heftes sein.

 
At 30 September, 2006 19:41, Blogger RasPutina meint...

@ mrluzifer: an deiner Grammatik ist nichts auszusetzen, nur ists irgend wie schade, dass neuer dings alles aus ein ander ge schrieben wi rd.

 
At 30 September, 2006 19:45, Blogger PropheT meint...

Ich hab noch nie ein Heft gekauft, weil ich die Beilage (Vollversion) haben wollte, es geht mir um die Texte, also kann ich nur unterstützen was Mick sagt.
UNd hey, wenn einer da kompetent ist, dann ja wohl er, der er 3500 Jahre in der Branche war!
Und wenn schon Zeug zu Gothic, dann schon ne Halskette mit dem Gothic-Logo(Schläfer-Kopp) wie in der Collectors Edition!

 
At 30 September, 2006 19:56, Blogger McKenna meint...

Ulkig, das Ich genau heute (um genau zu sein: vor ca. 30 Minuten) die gleiche Beobachtung machte. Als Ich nämlich erfuhr, dass gut 40% aller "ComputerBild Spiele"-Käufer keine anderen Magazine kennen. Warum? Weil sie dank Tunnelblick immer nur auf die Vollversion von CBS stieren.
Lesen? Unnötig.

 
At 30 September, 2006 23:38, Blogger fitzi meint...

Naja, ich hab bislang noch nie ein Spielemagazin ohne CD oder DVD gekauft. Allerdings fand ich den Mehrpreis dieser Ausgaben nicht der Rede wert, insofern waren die Beilagen immer eine nette Dreingabe. Zumal Videos ja die Artikel noch unterstützen können...

Ich hatte mich aber schon bei Pia über besagtes Magazin aufgeregt. Aufgrund dieses ganzen Schnickschnacks und der Specials zu bestimmten Spielen, halte ich die PC Games immer noch für alles andere, als seriös. Wenn ich Werbetexte lesen will, besuche ich die Internetseite des Spiels und kaufe mir kein Magazin für geschätzte 5€!

 
At 01 Oktober, 2006 01:26, Blogger Mick meint...

@falcon&fitzi: Die Vollversionen sind keineswegs umsonst oder nur mit geringen Mehrkosten für den Leser verbunden. Die Dinger sind ganz schön teuer und werden deshalb mit Einsparungen an anderer Stelle erkauft. Dabei ist Stellenabbau nur eine Variante. Außerdem gibt's die Vollversionen selten ohne inhaltliche Zugeständnisse. Achte mal auf den Umfang diverser Previews, die nur deshalb gemacht werden, weil das jeweilige Magazin an einer Vollversion des entsprechenden Publishers interessiert ist. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich habe noch nie erlebt, daß auch Wertungen daran hingen. Aber wenn erst mal der erste Damm gebroichen ist... Lange Rede, kurzer Sinn: Umsonst (oder günstig) Vollversionen sind für keine Seite günstig. Ich wünsche mir mal wieder ein starkes Heft wie die ganz alte PC Player. Da haben wir sogar Presseleute nach Hause geschickt, wenn sie uns auf die Nerven fielen.

 
At 01 Oktober, 2006 01:47, Blogger GenosseMzK meint...

Das gleiche gilt auch für die normalen Pc-Magazine..
Pc-Welt, Computerbild undwasweißich.
Interessanterweise lese ich aus genau dem Grund seit langem die C`t, denn in der Steckt wirklich selten eine Cd. Und wenn, dann hat sie wirklich eine Daseinsberechtigung. (Koppicilin, eine Sammlung von Sicherheitstools..)
Leider gibt es kein Äquivalent der Ct im Gamesbereich. Obwohl Gamestar wohl dem noch am nächsten kommt.

 
At 01 Oktober, 2006 02:32, Blogger Klapsenschaffner meint...

An die Vollversionen hat man sich gewöhnt und sie auch teilweise liebgewonnen (...siehe Star Wolves, das ich ansonsten verpasst hätte).
Die CD/DVD haben irgendwie alle. Aber wenn das jetzt langsam ausartet wie: Hier ein Kinkerlitzchen und da mal ein Bügelbild, fühle ich mich wirklich als Kunde nicht ernst genommen. Hat was von MTV, das man vor lauter alberener SMSereien und Klingeltonwerbung eigentlich gar nicht mehr sieht.
Der Falcon hat mal gesagt, um nicht weiter ausschweifig zu werden, die Gamestar sei der Einäugige unter den Blinden. Und recht hat er.
Allerdings nehmen genau da die Sympathie- und somit Vertrauensträger gerade ordentlich ab.
Und wenn die letzten beiden (Redakteure die eben sympatisch sind) auch noch gehen würden, könnte man von mir aus alle Gimmicks der Welt dazupacken... zurück bliebe ein seelenloses Magazin.

 
At 01 Oktober, 2006 08:20, Blogger The Dirk meint...

Und er hat wieder mal Recht, der Mick! So richtig viel bringt das den Auflagen übrigens nicht, diese Yps-Taktik - vielmehr erreicht man mit Hängen und Würgen vielleicht ein Niveau, das man mal vor ein paar Jahren hatte. Und dieser Effekt hält auch nicht lange, im Gegenteil, er ist für gewöhnlich mit der nächste Ausgabe wieder verschwunden. Im Moment herrscht aber die nackte Panik bei den Blattmachern, da sind solche kurzfristigen Aktionen an der Tagesordnung. Und das soll letztlich auch nur die scheinbare Flexibilität eines Magazins zeigen, damit die Finanziers nicht den Geldspeicher abschließen. Na ja, aber ich finde ja auch Gothic 3 doof, da muss ich auch nicht diesen Beilagenwahn verstehen. :)

 
At 01 Oktober, 2006 09:14, Anonymous Dod meint...

Endlich einmal ehrliche Worte! Ich habe sehr sehr oft mit dem Kopf genickt als ich den Eintrag und auch die Kommentare gelesen habe.

Übrigens finde ich auch dass der Informationsgehalt und der Unterhaltungsfaktor bei den alten PCPlayer Heften noch am grössten war/ist. Wenn ich mir heute eine Spielezeitschrift durchlese dann blättere ich sie sehr oft innerhalb einer Stunde durch, hab ein paar Fazitkästen gelesen und vielleicht eine Reportage. So wirklich überspringen tut da kein Funke mehr.
Dann kommt noch dazu dass ich mich auch bei der einen oder anderen Wertung manchmal etwas verarscht fühle - ein Magazin mit "PC" vorne und einem sympatisch nach Retro klingenden Nachnamen hat bei Titan Quest z.B. meiner Meinung nach sehr tief daneben gegriffen und sogar die kaum vorhandene KI in den Himmel gelobt. Vom ewigen WoW-Gehype mal ganz abgesehen. Wenn ich will dass mir jemand in den Arsch kriecht geh ich zu einer Polizeikontrolle und sage ich hab Drogen versteckt..

 
At 01 Oktober, 2006 09:54, Blogger Taluien meint...

Ich möcht da auchma mein Sempf dazugeben.

Ja ich habe schonmal Hefte wegen der Vollversion gekauft. Allerdings landete dann bis auf eben jene Vollversion nichts in meiner Wahrnehmungssphäre. Ich weiss was ich will. Ich will von einem Spielemagazin eine objektive, kritische Berichterstattung. Ich will guten Rat in Sachen Spiele und auch in Sachen Technik. Das erwarte ich von einem Spielemagazin. Und wenn ich irgendwann mal was wegen ner Vollversion kaufe, ist das für mich mehr wie ein Einkauf in der Green Pepper Abteilung von Karstadt oder Media Markt oder Saturn. Ich hol mir ne CD mit billiger Hülle und ohne groß was dabei um das Spiel zu haben. Mehr will ich da ned und mehr erwarte ich ned.

Diesen Gimmick-Quatsch der PC Games gibts aber schon länger, das war schon beim Guild Wars: Factions Special so, wo man einen tollen Pappaufsteller für den Monitor mitkaufen konnte.

Und mal ehrlich, wer soll damit denn als potenzielle Zielgruppe erreicht werden? (Junge) Erwachsene Spieler bestimmt nicht. Aber die Kinder/Jugendlichen die jede Woche ihre Micky Maus Hefte kaufen, die kann man mit sowas fangen.

Leider leidet die Qualität vieler Magazine unter dieser Extra-Flut. Das ist aber leider auch überall so, selbst bei der GS. Manchmal habe ich den Eindruck es geht inzwischen mehr um die Fassade, als um das Haus. Wie vor 200 Jahren.... vorne 20 Meter hoch, hinten ein Zimmer mit Kamin, Wassereimer und Pisspott. Ja, das ist überspitzt dargestellt. Und es ist schade. Sicherlich freue ich mich über die Vollversionen. Aber ich brauche sie nicht zwingend um ein Magazin zu kaufen.

 
At 01 Oktober, 2006 10:50, Blogger Tulio meint...

Also ich persönlich finde solche Dinge eigentlich ganz okay und wenn es ein "goodie" eines Spieles oder Serie gibt, dass ich mag, ködert man mich auch mit diesem Kompensationsfreuden. Wobei ich ehrlich gesagt sagen muss, dass ich immer gerade die Variante des Magazines kaufe, welche der Kiosk/Supermarkt/Tankstelle gerade mal vorrätig haben. Ich habe von der "nur Heft"-Version bis zur "Edeltütengimmick XXL"-Variante schon alle Subvariationen erstanden - die meiste Zeit alleine aus Mangel an Alternativen. Vorallem Tanken haben irgendwie anscheinend so gar keinen Einfluss, was bei Ihnen gelistet wird.

Irgendwie empfinde ich diesen "Mehrwert" der Beigaben, Poster und Vollversionen auch akzeptabel, um sich vom Medium "Internet" abzugrenzen. Wenn ich teilweise wie z.B. "Prey" geschehen, etwa 4 Wochen nachdem ich das Spiel durch habe, lesen soll, was ein Redakteur so über das Spiel befindet, sollte auch ein weiterer Kaufanreiz als Kontrast zum redaktionellen Teil her. Seit Anands' und TomsHardware, IGN und Konsorten sind einige Alleinstellungsmerkmale der Printmedien auf Nimmerwiedersehen verloren gegangen.

 
At 01 Oktober, 2006 11:03, Blogger Mick meint...

@dirk: ah, Bruder im Geiste, wir werden die Welt schon noch retten - irgendwann!

 
At 01 Oktober, 2006 11:22, Blogger Mick meint...

@alle anderen: Bedenkt immer: Ihr zahlt die Vollversion immer mit. Wenn nicht in Euro, dann in Qualität.

 
At 01 Oktober, 2006 12:01, Blogger Dreadknight meint...

Kann Mick nur recht geben.Als Gamestar- und manchmal PCPP-Leser geht mir das ganze Gemachtse mit dne VV auf den Wecker.Vor allem sind diese meistens entweder a) absolut schlechte oder b) Spiele,die man schon seit Jahren zu Hause hat zum Vollpreis.Also Hefte wegen VV kaufen kam mir noch nie in den Sinn,weil ich Kompetenz will,die leider auch immer mehr fehlt bei allen Heften!

Irgendwie sehne ich mich auch 10 Jahre zurück,wo ein neues,interessantes Heft sich anschickte,den Großen Paroli zu bieten.Leider lässt dieses Heft immer mehr nach und entwickelt stellenweise eine Arroganz,die nciht feierlich ist.Mick weiß wohl,welches Heft ich meine ;-).

 
At 01 Oktober, 2006 12:19, Blogger Fallout_Boy meint...

Und was ist, wenn der Markt völlig unabhängige, gnadenlos kritische und Vollversionsfreie Spielemagazine gar nicht haben will?

 
At 01 Oktober, 2006 13:10, Anonymous Evil meint...

@Mick: Vollste Zustimmung für den letzten Absatz.

Ich will keinen Extrakästchenwahn und kein Designheft á la EDGE. Keine Vollversionen und Schlüsselbänder. Sondern einfach nur ein gut geschriebenes Heft, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselt -- nicht eines welches nach irgendwelchen Fokusgruppen optimiert ist und meint auf Grund dessen dieses oder jenes tun zu müssen...

*nostalgisch in fun generation Heften blätter*

 
At 01 Oktober, 2006 13:29, Blogger ich mittendrin meint...

ich denke noch an den Stand von PC Ganes auf der GC zurück. Da gabs Gothic 3 Poster. Ich dachte mir: Ach bestimmt kostenlos kannste nehmen. Als ich zu grweifen wollte sagte mir eine Dame mit verständnisvollem Blick: Sie müssen erst ein Abo unserer Zeitung aufnehmen, bevor sie ein Poster nehmen dürfen.
Hallo???? Gehts noch?????? das ist für mich schlimmer als diese Glasperlenpolitik. man versucht harmlosen Gothic 3 Fans Abo von Käseblättern unterzujubeln. Ich sage schämt euch PCG!!!!!!!

 
At 01 Oktober, 2006 14:22, Blogger Mick meint...

@dreadknight: seufz...
@fallout: zum Glück ist das ja nicht so. :-)
@evil: Du hast den Nagel auf den kopf getroffen. Eben, auch mir ist dieser Extrakastenwahn zuwider. Keine Edge, lieber die alte PC Player!

 
At 01 Oktober, 2006 14:29, Anonymous Peter meint...

@mick ich muss dir leider teilweise widersprechen. Manche Hefte (z.B. SFT) ist ja eigentlich schon eine Lightversion der Wundertüte, ein paar Texte dir auch aus der Werbeabteilung der Hersteller stammen könnte und dazu ein paar Filme und ab und zu ein Spiel. Und das Heft überlebt, also wird es wohl Leser geben die genau das wollen. Mal was zur Qualität vor vielleicht zehn Jahren als ich noch jung war habe ich die Maniac gelesen. Wenn da ein Spiel mit 85 aufwärts getestet wurde war das praktisch ein Kaufbefehl. Wenn ich heute bei jedem 85%+ in den Laden renne komme ich wahrscheinlich nicht mehr zum spielen. Aber letztenendes wollen wahrscheinlich sehr viele Leute (nicht die in Foren, oder die auf Messen rumrennen und ihre Meinung sagen) einfach ein paar nette Worte über ihr Lieblingsspiel lesen und dazu eignen sich PC Games, Gamestar, usw wunderbar. Wenn ich wirklich Tests haben möchte gehe ich in`s Internet oder hole mir die Edge (am besten direkt aus England) und schaue dann zu wie AAA-Titel zerrissen werden.

 
At 01 Oktober, 2006 15:30, Anonymous Evil meint...

@Peter: Auch die SFT-Käufer dürften langsam ein Sättigungsgefühl haben. Sieh dir mal die Verkaufszahlen auf ivw.eu an. "Nur" noch 175.000 der ca. 250.000 Hefte stammen aus Einzelhandels- oder Aboverkäufen. Die anderen 75.000 setzen sich aus Lesezirkeln, Bordexemplaren und sonst. Kram zusammen.

Da sieht man recht deutlich, dass man mit Vollversionen und Filmen keine Käufer dauerhaft halten kann. Nach dem die ersten Ausgaben wohl an die 400.000 mal über die Ladentheke gingen, geht's jetzt nur noch abwärts.

 
At 01 Oktober, 2006 16:11, Anonymous Peter meint...

@evil, das dürfte auch am Preis gelegen haben, der am Anfang ja niedriger war und imo war am Anfang ja auch mehr dabei ((Vollversionen, Filme) Und natürlich ist die SFT ein Einstiegsheft das "anspruchsvolle" Publikum steigt dann auf PC Games, PC, Action, Gamestar. usw. um

 
At 01 Oktober, 2006 16:23, Blogger Jens meint...

Schlüsselband? Bügelbild? Geil! :)

Mal im Ernst. Branchenfremde haben es ansonsten echt schwer an Merch zu kommen.

 
At 01 Oktober, 2006 16:27, Anonymous Peter meint...

@jens welcher Branchenfremde will denn Merch?

 
At 01 Oktober, 2006 17:32, Blogger Mick meint...

na ja, der Leser hat es selber in der Hand, wie der Markt für Magazine aussehen soll. Wer Ramsch kauft, kriegt eben auch nur Ramsch. Ich glaube nicht daran. Vor allem weil die Verlage völlig illusorische Vorstellungen von den Verkaufszahlen haben. Alles was unter 200.000 Exmeplaren liegt, ist für die ne Katastrophe. Wenn man ein Heft von vornherein auf eine Auflage von 60.000 anlegt, kann man davon auch als kleiner Verlag wunderbar leben (wie etliche Verlage das immer wieder gezeigt haben). Nur: Dann darf man sich keinen Verwaltungswasserkopf oder difizitäre Eitelkeitsprojekte leisten. Oder ein komplettes Jahrzehnt Geld en Masse in unprofitable Internetauftritte stecken. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß den meisten Geschäftsleitungen die "Spielehefte" peinlich sind. Bestes Beispiel war vor ein paar Jahren der Future Verlag. Der tonnenweise Geld im völlig unprofitablen "Business 2.0" versenkt hat, die bis dahin ertragreiche PC Player dafür ausbluten ließ und dann einfach den Laden dichtmachte. Und das nur, weil der Geschäftsführer aus Eitelkeit heraus sich lieber als der große Medien- und Wirtschaftstycoon darstellen wollte, statt mit einem Spieleheft gutes Geld zu verdienen.

 
At 01 Oktober, 2006 18:02, Anonymous Peter meint...

@mick Stand im Firmenlogo von Future nicht sowas wie "Media with passion"?

 
At 01 Oktober, 2006 19:06, Blogger pk210 meint...

Lieber Mick, da hast du wahre Worte geschrieben. Ich hab ein Abo der Gamestar und ich bin schon etwas genervt von den Vollversionen auf der Heft DVD. Mir wäre es lieber wenn sie statt desen wieder mehr zum Inhalt passende Demos und Videos drauf packen würden.

Inzwischen habe ich die GEE für mich entdeckt. Die kommt ohne Datenträger daher, hat aber überaus lesenswerte Artikel und kurze pregnante Kritiken zu Spielen.

 
At 01 Oktober, 2006 20:01, Anonymous RoyBean meint...

Lieber Mick,

schön, dass wir auch weiterhin an Deinen kompetenten Komentaren teilhaben dürfen. Ich kann Deinem Statement nur voll und ganz zustimmen.

Ich ärgere mich auch darüber, wenn sich die Magazine mit Vollversionen übertrumpfen wollen. Da ich die meisten doch nicht spiele, habe ich das Gefühl, dass ich jeden Monat Geld in den Papierkorb werfe, welches ich lieber für den eigentlichen Heftinhalt (zur Not auch für Redakteursgehälter ^^) zahlen würde.

 
At 01 Oktober, 2006 20:29, Anonymous lepre meint...

wer ein heft wegen son schrott kauft ist doch nicht mehr ganz sauber.

bei gamestar gibts ja auch immer wieder vollversionen. finde ich auch nervig. könnte man gerne weg lassen und dafür länger videos drehen.

 
At 01 Oktober, 2006 22:32, Anonymous Anonym meint...

Ui... Ich kaufe mir nur wegen der Vollversion noch ein Heft. Im Web gibt es doch genug Tests und Tipps. Vor allem bei Sites bei denen jeder einen Test veröffentlichen darf, kann man wunderbar vergleichen, ob der Bewerter ungefähr den gleichen Geschmack hat, wie man selbst. Wozu allen Ernstes dann noch ein Heft kaufen? Mit der Methode liegt meine Fehlkaufrate mittlerweile bei Null. Sorry Mick, hast eine wirklich gute Schreibe, aber an mir verdienst Du keinen Cent mehr.

 
At 02 Oktober, 2006 00:18, Blogger Mick meint...

na ja, wenn Dir die Tests im Internet reichen...

 
At 02 Oktober, 2006 00:38, Anonymous Dod meint...

Da hast du ja rechtzeitig umgesattelt, was mick? :)

 
At 02 Oktober, 2006 00:43, Blogger Mick meint...

wieso, es gibt mich auch noch im Printbereich, z. b. in der nächsten Screenfun.

 
At 02 Oktober, 2006 01:29, Anonymous MrLuzifer meint...

naja, also ganz ohne dvd/cds find ich ja shcon doof, so die videos und demos sind shcon praktisch, demos kann man zwar auch im inet ziehn aber vind die discs. auf die vollversionen könnt ich aber auch verzichten (dann lieber mehr demos und videos), da hat man immer viele spiele doppelt... ich glaub es gab erst einzwei VVs die ich wirklich gezockt hab. also mehr als nur kurz anspielen.

 
At 02 Oktober, 2006 11:04, Blogger Knurrunkulus meint...

ich bin hier zwar etwas verspätet, möchte deine geschriebenen worte aber intensivst unterstreichen. gut, ja. die ein oder andere vollversion macht mir schon freude (besonders, da ich zwei wochen vor der neuen gs mit "Runaway" festgestellt hatte, das mein original erworbenes "runaway" seltsamerweise nicht mehr funktioniert). aber wenn dann innerhalb von zwei monaten satte vier magazine die vollversion von "gothic 2" im gepäck haben, dann ist das für mich nicht nur übersättigung, sondern dann stelle ich mir angesichts des kürzlich erscheinenden "gothic 3" doch schon manchmal die frage, ob das wohl noch mit rechten dingen zugeht.

vor allem aber die sympathieträger, ja, die sind wichtig. und da ist die gs doch schon immer noch führend. von der pca brauchen wir erst gar nicht anfangen und die pcg wird von mal zu mal ein wenig steriler. höchstens die powerplay ist noch eine alternative, bei der ich manchmal dazu neige, sie mir als zweitberatung zuzulegen. aber das die verlage das inzwischen nicht mehr schnallen, das eben statt einer hübschen schale vor allem der kern stimmen muss: das ist traurig.

so, das musste dann doch mal irgendwie gesagt werden.

 
At 06 Oktober, 2006 14:09, Anonymous johnny.walker meint...

Ich lese nun schon seit über einem Jahr keine Games-Zeitschriften mehr regelmäßig. Ab und an kaufe ich mir mal eine, wenn eine gute VV dabei ist und informiere mich dann, was sich in den letzten 4-6 Monaten getan hat. Früher habe ich oft 3-4 Mags/Monat gehabt.

Na ja, investiere das gesparte Geld jetzt in Bücher - da bekommt man dann (hoffentlich) eine gute Schreibe geboten.


Ach ja und noch eins: Amiga Joker 4ever!

 
At 18 April, 2007 09:02, Anonymous Anonym meint...

Cho Seung-Hui

 
At 10 März, 2009 13:40, Blogger Webtures meint...

Ich muss hierzu nochmal etwas schreiben: Ich selbst habe von 1992 an bis zum bitteren Ende die Videogames gelesen, und wenn ich heute in den alten Ausgaben blättere, und Tests alter NES- oder Gameboytitel lese, dann merke ich schon stark, dass das ein ganz anderes Niveau war als heute.

Man muss sber auch sehen, dass damals das "Videospielen" eher mit einer sektenartigen Minderheit assoziiert war, die keine Freundin abkriegen und sich mit seltsamen Fachbegriffen unterhalten. Dementsprechend waren die Artikel und Testberichte voller Insiderwissen, Anspielungen und (für damalige Verhältnisse) Fachjargon...

In den letzten 15 Jahren wuchs die Spielebranche auf das Niveau von Film- und Musikindustrie heran, und schon damals konnte man beobachten, wie unzählige "Games-Magazine" die neue Zielgruppe der plötzlich garnicht mehr so uncoolen Zocker entdeckte. Ich habe aus Interesse immer mal Ausgaben solch neuer Hefte gekauft, um nur ein Beispiel zu nennen: "Play Playstation" (oder so...) - wo Redakteure, von denen man vorher nie etwas gehört hatte, sich als jahrelange Szenekenner vorstellten und dann das Marketinggewäsch der Spielepackungsrückseiten als "kritische Testberichte" verkauften...

Vergleiche ich die ersten mit den letzen Ausgaben der Videogames, so zeigt sich auch innerhalb einer Heftmarke ein ganzschöner Wandel. Gleiches gilt für die PC-Games (die ja damals schon mit den "Disc-and-Mag-Ausgaben den "Wert" einer Vollversion erkannt hatte...) und leider auch die Gamestar, die ich 2001 bis 2004 einmal richtig gut fand!

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home

kostenloser Counter